Betriebliche Prävention

Der Weg zwischen dem erstmaligen Auftreten einer Symptomatik bis zur Ausprägung einer Krankheit und bis zur richtigen Behandlung ist lang.

Hier liegen die Chancen in der Prävention und das Arbeitsfeld für Psychotherapeuten zu intervenieren.

Psychische Krankheiten sind oft assoziiert mit ungünstigen Arbeitsbedingungen. Ein Risikofaktor ist z. B. eine hohe psychische Belastung in Verbindung mit komplexen Anforderungen, geringem Einfluss auf den Arbeitsablauf und einem Missverhältnis zwischen Anstrengung und Wertschätzung. Dies trifft auf viele Tätigkeiten in Betrieben zu, doch auch auf den sozialen Bereich, vor allem in helfenden, z. B. in den pflegenden Berufen.

Die betriebliche Prävention ist ein Feld, in dem Psychotherapeuten ihr Wissen und ihre Fähigkeit im Gesundheitswesen einbringen können, und zwar bspw. vor der kurativen Behandlung und vor der Rehabilitation. Auch die Krankenkassen investieren in diese Angebote, der GKV-Spitzenverband hat z. B. einen Leitfaden zur betrieblichen Prävention erstellt, der konkrete Anweisungen beinhaltet, welche Maßnahmen unter welchen Bedingungen befördert werden sollen. Es handelt sich dabei um psychotherapeutische Interventionen, die daher auch von approbierten Psychotherapeuten angeboten werden sollten.

Vor dem Hintergrund der fundierten Kenntnisse und Fähigkeiten, die heute jede/r approbierte Psychotherapeut/in  mitbringt, können folgende Angebote als Grundmodule psychotherapeutischer Unterstützung für die betriebliche Prävention psychischer Störungen abgerufen werden: Persönliche Beratungsgespräche, Diagnostik, Schulungen für Führungskräfte, Betriebsräte, Personalabteilung bzgl. psychischer Erkrankungen und Beeinträchtigungen, Krisendienste, Organisationsberatung im interdisziplinärer Zusammenarbeit, Case-Management (Koordination von Informations-, Betreuungs-, Behandlungs- und Beratungsmaßnahmen für besonders beeinträchtigte Mitarbeiter).

Psychotherapeuten sind gut gerüstet für die betriebliche Prävention, jedoch ist nicht allen das Arbeitsfeld „Betrieb“ vertraut. Hier setzt die Fortbildungsreihe „Klinische Organisationspsychologie“ an, die die DPtV im Rahmen Ihres CAMPUS-Programms anbietet, die approbierten Psychotherapeuten den Erwerb spezifischer Kompetenzen zur Förderung der psychischen Gesundheit im Rahmen der betrieblichen Prävention ermöglicht. Die Fortbildung ist curricular aufgebaut. Nach Abschluss des Curriculums erhalten die Teilnehmer/innen das Zertifikat „Klinische Organisationspsychologie“. Das Verzeichnis der erfolgreichen Absolventen ermöglicht es, eine Psychotherapeutin / einen Psychotherapeuten mit entsprechender Spezialisierung zu finden.

Einen einführenden Artikel und unsere berufspolitischen Forderungen zu diesem Themenbereich finden Sie in der aktuellen Ausgabe der Psychotherapie-Aktuell "Betriebliche Psychotherapie und Prävention – Ein Arbeitsfeld für Psychotherapeuten".