Warum Versorgungsforschung?

Das Ziel der Versorgungsforschung in der Psychotherapie besteht in der Beschreibung und Analyse des Versorgungsbedarfs und der Versorgungssituation von Patienten mit psychischen und psychosomatischen Störungen, in der Entwicklung von Versorgungskonzepten, in der wissenschaftlichen Begleitung der Implementierung neuer Versorgungskonzepte und in der Evaluation neuer und alter Versorgungskonzepte unter realen Bedingungen auf der Ebene der Gesamtbevölkerung oder relevanter Populationen. Es gibt viele Untersuchungen zur Wirksamkeit von ambulanter Psychotherapie unter experimentellen Studienbedingungen, aber es besteht immer noch ein Defizit an empirischen Ergebnissen zur Realversorgung in der Psychotherapie. Im Vergleich zu Studien zur stationären Versorgung gibt es im Bereich der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung noch zu wenige wissenschaftliche Erhebungen, so dass das Leistungsgeschehen in der ambulanten Psychotherapie noch nicht sehr transparent ist. Im KV-System findet Versorgungsforschung bisher nur wenig statt. Vorhandene Daten der KBV und der Krankenkassen werden z.T. nicht systematisch und objektiv ausgewertet oder nicht öffentlich gemacht. Grundlegende Fragen können daher oft nicht beantwortet werden.

Weil Versorgungsforschung immer wichtiger wird und die Psychotherapie wie jedes andere Gebiet im Gesundheitswesen ihren Nutzen rechtfertigen muss, hat die DPtV in ihrer berufspolitischen Arbeit ihr Engagement für die Versorgungsforschung verstärkt – alle aufgeführten Informationen haben wir für Sie auf den folgenden Seiten übersichtlich zusammengestellt:

  • Wir haben mehrere versorgungsbezogene Forschungsprojekte initiiert und z.T. mit Kooperationspartnern durchgeführt.
  • Wir befragen regelmäßig unsere Mitglieder zu berufspolitisch und versorgungsrelevanten Themen und veröffentlichen die Ergebnisse dieser Mitgliederbefragungen in der Psychotherapie Aktuell.
  • Wir verfassen Stellungnahmen und Pressemitteilungen zu versorgungsrelevanten Themen, Veröffentlichungen und Gesetzentwürfen und verfassen selbst Publikationen zu Versorgungsthemen für die Psychotherapie Aktuell oder akquirieren Beiträge anderer Autoren.
  • Unter Meldungen berichten wir regelmäßig über aktuelle Ergebnisse aus der Versorgungsforschung, über Erhebungen der Krankenkassen und anderer Institutionen im Gesundheitswesen und über Daten aus der Versorgungsrealität.
  • Wir sind dem Deutschen Netzwerk Evidenzbasierte Medizin (www.ebm-netzwerk.de) beigetreten und nehmen jährlich am Deutschen Kongress für Versorgungsforschung teil.
  • Wir sind an der Erstellung bzw. Aktualisierung von Leitlinien zu verschiedenen psychischen Erkrankungen beteiligt.

 

Ansprechpartnerin und Kontakt: Dr. Cornelia Rabe-Menssen, Mail: bgst@dptv.de