Psychotherapeutische Vergütung geht immer weiter in den Keller – DPtV fordert KBV und Krankenkassen auf, endlich zu handeln

6.02.17

Jahresbericht Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung - Pressemitteilung 02/2017

Berlin, 06. Februar 2017. Die Einkommenssituation der in der vertragspsychotherapeutischen Versorgung tätigen Psychotherapeuten verschlechtert sich weiter. Das zeigt der aktuell vorgelegte Jahresbericht 2015 des Zentralinstitutes für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (ZI), der die wirtschaftliche Situation und Rahmen-bedingungen in der vertragsärztlichen Versorgung der Jahre 2011 bis 2014 erfasst.

„Die Geringschätzung psychischen Leids zeigt sich auch im Umgang mit denjenigen, die psychisch kranke Menschen behandeln. Professionelle Psychotherapie braucht eine ausreichende finanzielle Grundlage, die der zeitintensiven und aufwändigen Arbeit mit psychisch kranken Menschen gerecht wird“, kritisiert Dipl.-Psych. Barbara Lubisch, Bundesvorsitzende der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV) heute in Berlin.

Die Schere der Einkommen geht immer weiter auseinander. Während sich der durchschnittliche Jahresüberschuss aller Arztgruppen von 2011 bis 2014 inflationsbereinigt um 6,7 Prozent erhöhte, fiel der durchschnittliche Jahresüberschuss bei den Psychotherapeuten in diesem Zeitraum um 3,3 Prozent. Umgerechnet auf eine Stunde Arbeitszeit erzielen Psychotherapeuten einen Brutto-Überschuss von 35,40 Euro, während Hausärzte 68 Euro und Fachärzte durchschnittlich 69 Euro pro Stunde erreichen.

„Diese aktuelle ZI-Erhebung belegt erneut, dass an der Vergütungssystematik grundsätzlich etwas schiefläuft. Das ist nicht akzeptabel. Wir fordern den Bewertungsausschuss auf, bei der anstehenden Neubewertung der psychotherapeutischen Leistungen für eine Vergütung zu sorgen, die die wirtschaftliche Situation der Psychotherapeuten deutlich verbessert. Von den Psychotherapeuten wird eine erhebliche Bereitschaft erwartet, die mit der Reform der Psychotherapierichtlinie einhergehenden neuen Leistungsangebote wie Akutbehandlung und personalintensive Sprechstunde umzusetzen. Das ist nur möglich, wenn dafür auch eine entsprechende finanzielle Grundlage geschaffen wird“, fordert Barbara Lubisch.

 

 Pressemitteilung (Pdf)

 

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