G-BA fördert Projekte zur Versorgungsforschung

8.02.17

Auch Projekte zur Verbesserung der Versorgung psychischer Erkrankungen werden gefördert.

 

Mit Verabschiedung des GKV-Versorgungsstärkungsgesetzes wurde der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beauftragt, neue Versorgungsformen und Versorgungsforschungsprojekte zu fördern. Eigens zu diesem Zweck wurde von der Bundesregierung ein Innovationsfonds gegründet.

Der dazugehörige Innovationsausschuss des G-BA hat jüngst in einer zweiten Förderwelle entschieden, welche weiteren Projekte im Bereich Versorgungsforschung eine rückwirkende Fördersumme für das Jahr 2016 erhalten. Insgesamt standen für das letzte Jahr 300 Millionen Euro zur Förderung der qualitativen Weiterentwicklung der Versorgung in Deutschland zur Verfügung.

Unter den geförderten Projekten befindet sich u.a. ein Projekt, das eine Evaluation des Selektivvertrags zur Versorgung in den Fachgebieten der Neurologie, Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (auch bekannt als PNP-Vertrag) zum Inhalt hat, der in Baden-Württemberg von der AOK angeboten wird. Dabei soll die Evaluation des Vertrages am Beispiel von sechs psychischen und neurologischen Erkrankungen erfolgen und beinhaltet die Untersuchung der Effektivität der Versorgung, eine Kostenvergleichsanalyse sowie die Prüfung, ob im Laufe der Behandlung eine spezifischere Diagnosekodierung möglich ist. Darüber hinaus werden die Behandler befragt, um die Struktur- und Prozessqualität zu bewerten. Mit den Ergebnissen der Evaluation soll eine Grundlage für die Weiterentwicklung und den Transfer des Vertrages geschaffen werden.

Das Universitätsklinikum Heidelberg möchte in einem weiteren interessanten Projekt depressiven Patienten, die weder in einer ganztägigen Tagesklinik noch in der ambulanten Richtlinien-Psychotherapie unterkommen, eine neue Versorgungsmöglichkeit in Form einer Abendklinik bieten und diese evaluieren. Das Projekt gliedert sich in drei Teile und evaluiert zunächst, welche Patienten das Setting einer Abendklinik in Anspruch nehmen würden, um danach die Wirksamkeit sowie Kosteneffektivität dieser Versorgungsform zu untersuchen.

Darüber hinaus werden noch weitere Projekte gefördert, die sich auch mit der Verbesserung der Versorgung psychisch Erkrankter befassen:

-  Modell der sektorenübergreifend-koordinierten, schweregradgestuften, evidenzbasierten Versorgung psychischer Erkrankungen

-  Optimierung der stationären Arzneimitteltherapie bei psychischen Erkrankungen

-  Optimierte primärärztliche Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Auffälligkeiten und Störungen

-  Wirksamkeit sektorenübergreifender Versorgungsmodelle in der Psychiatrie

-  Entwicklung und Evaluation einer Selbsthilfe-App für traumatisierte syrische Flüchtlinge in Deutschland

-  Evaluation eines web-assistierten Selbsthilfe-Trainings für Eltern von Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörungen

-  Patientensicherheit in der ambulanten Versorgung

-  Gestuftes Versorgungsmodell zur Förderung der mentalen Gesundheit von Flüchtlingen

-  Integrierter Versorgungsvertrag Schizophrenie und Depression

Eine komplette Übersicht der geförderten Projekte sowie weitere Informationen zum Innovationsfonds finden Sie auf der Internetseite des G-BA:

https://innovationsfonds.g-ba.de/downloads/media/50/Versorgungsforschung-Uebersicht-gefoerderte-Projekte-2016.pdf