Kompetenzverbünde zur verbesserten Versorgung psychisch erkrankter Kinder

14.03.17

DPtV beteiligt an der Entwicklung eines neuen Versorgungskonzepts

 

Im Februar 2017 wurde von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) ein neues Versorgungskonzept vorgestellt, welches es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Behandlung von psychisch kranken Kindern und Jugendlichen durch den Aufbau von regionalen Kompetenzverbünden zu fördern. Das neue Versorgungskonzept wurde von der KBV und dem BKJPP gemeinsam mit der DPtV und der VAKJP entwickelt. Mit der neuen Versorgungsform sollen Lücken in der bestehenden ambulanten Versorgung von Kindern und Jugendlichen gezielt geschlossen werden. Bei den bisherigen Versorgungsangeboten wurde die Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen und von deren Eltern nicht ausreichend berücksichtigt, so dass Behandlungen oft erst gar nicht in Anspruch genommen wurden. In Zukunft soll der Zugang zu einer Behandlung daher niedrigschwelliger möglich sein, indem auch das Umfeld stärker mit einbezogen wird und eine Psychotherapie beispielsweise auch in der Schule oder zu Hause bei den Patienten stattfinden kann.

Regionale Kompetenzverbünde sollen insbesondere aus Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut/innen, Psychologische und Ärztliche Psychotherapeut/innen mit Zusatzqualifikation für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen sowie Kinder- und Jugendpsychiater und –psychotherapeut/innen bestehen. Die Behandlung der teilnehmenden Patienten erfolgt dabei leitlinienorientiert über die Regelversorgung. Koordiniert werden die Versorgungsangebote von dem Psychotherapeuten oder Arzt, über den der Patient in den Kompetenzverbund gekommen ist. Dieser fungiert für die Dauer der Behandlung als zentraler Ansprechpartner für den Patienten und sein Umfeld. Im Rahmen der Versorgung durch den Kompetenzverbund können spezielle Behandlungsmodule angeboten werden, wie z. B. Termin- und Krisenmanagement oder auch Psychotherapie mit der Familie und – wie bereits erwähnt – die Behandlung im Lebensumfeld des Patienten. Außerdem ist angedacht, dass die Kompetenzverbünde mit Kinder- und Jugendärzten, Hausärzten, Logopäden und stationären Leistungserbringern kooperieren sowie anderweitige Unterstützung, wie z. B. Angebote Jugendhilfe, in die Behandlung einbinden.

Weitere Informationen finden Sie bei Interesse auf der Seite der KBV:  http://www.kbv.de/html/27084.php

Auch in unserem diesjährigen Symposium widmen wir uns mit interessanten Vorträgen und einer Podiumsdiskussion gezielt der Frage, wie die psychotherapeutische Versorgung von Kindern und Jugendlichen unter Berücksichtigung von deren Lebenswirklichkeit passender gestaltet werden kann. mehr