DPtV fordert Kooperation von Psychotherapeuten, Ärzten und Betrieben

13.09.16

WidO-Fehlzeiten Report 2016 - Anstieg psychischer Erkrankungen - Pressemitteilung 08/2016

Berlin, 13.09.2016. „In Anbetracht des hohen Leidensdrucks, der mit psychischen Erkrankungen einhergeht und der hohen Folgekosten muss den psychischen Belastungen in Betrieben durch geeignete präventive Maßnahmen intensiv begegnet werden“, fordert die Bundesvorsitzende der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV) Dipl.-Psych. Barbara Lubisch nach der gestrigen Veröffentlichung der aktuellen Daten des jährlichen Fehlzeiten Reports des Wissenschaftlichen Instituts der Ortskrankenkassen (WIdO). „Wir sollten nicht abwarten, bis vermeidbare Arbeitsbelastungen noch stärker zu Ausfallzeiten führen“.

Auch in diesem Jahr wurde ein deutlicher Anstieg von betrieblichen Fehltagen registriert, die durch psychische Erkrankungen bedingt sind. Besonders bei schlechter Unternehmenskultur nehmen sowohl psychische als auch somatische Erkrankungen deutlich zu. (http://www.wido.de/aktuelles/aktuell/meldungakt/artikel/fehlzeiten-report-2016.html). Die DPtV fordert, dass endlich Nachbesserungen am Präventionsgesetz durchgeführt werden, um die Expertise der rund 23.000 niedergelassen Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten einzusetzen. Außerdem sollte die Schnittstelle zwischen niedergelassenen Psychotherapeuten und der Betriebsmedizin deutlich gestärkt werden. Derzeit mangele es sogar bei bereits vorliegender psychischer Erkrankung an der Kooperationsmöglichkeit von Betriebsärzten und Psychotherapeuten, kritisiert Lubisch. Durch eine entsprechende Anpassung der Arbeitsmedizinischen Vorsorgeverordnung (ArbMedVV), mit der Betriebsärzte in die Lage versetzt werden, psychotherapeutische Behandler/innen im Bedarfsfall hinzuzuziehen, könne hier schnelle Abhilfe geleistet werden. „Um dem Trend der zunehmenden Erkrankungsdauer und Ausfallzeiten im Bereich psychischer Erkrankungen wirksam zu begegnen, benötigen wir mehr Kooperationsoptionen zwischen niedergelassenen Psychotherapeuten, Ärzten und den Betrieben. Die DPtV hat dazu Konzepte entwickelt und bietet Zusammenarbeit an“, bekräftigte Lubisch abschließend.

 

Pressemitteilung (Pdf)

 

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