Mitgliederinfo Landesgruppe Baden-Württemberg

Neue Verordnung zur Maskenpflicht Liebe Kolleg*innen, wie Sie gestern unter anderem über die KV erfahren haben, gab es am 29.5.2020 eine neue Verordnung zur Maskenpflicht mit Wirkung zum 30.5.2020. https://www.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/dateien/PDF/Coronainfos/200529_SM_CoronaVO_Maskenpflicht-Praxen.pdf Dies hat uns alle überrascht! Über unseren guten Kontakte zur Kammer haben wir erfahren, dass es im Vorfeld wie auch für uns im Verband keinerlei Hinweise gab, dass wir die gleichen Regelungen wie in anderen Bundesländern (bspsw. Hessen, NRW) bekommen werden. Ein Praxishygienekonzept ist natürlich zwingende Voraussetzung und wird von Praxiinhaber*innen gemäß der bekannten Empfehlungen der RKI selbstverständlich umgesetzt. Die Praxisbesonderheiten und die Risikolage der Patient*innen und Psychotherapeut*innen findet dabei selbstverständlich Berücksichtigung.

Vor einigen Wochen haben wir im Länderrat der BPtK und im Vorstand beraten wie man sich ggf. verhalten sollte, wenn eine generelle Maskenpflicht kommen sollte.  Im immer aktualisierten Infoschreiben der LPK BaWü wird auf Seite 19-20 über den aktuellen Stand der Verordnung zum Thema Maskenpflicht berichtet.

www.lpk-bw.de/news/2020/corona

 

Es gibt in der Verordnung die folgende Formulierung

 

     "In Einrichtungen nach § 1 Absatz 1 müssen Patientinnen und Patienten sowie deren

     Begleitpersonen ab dem vollendeten sechsten Lebensjahr eine nicht-medizinische

     Alltagsmaske oder eine vergleichbare Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) tragen, wenn dies

     nicht aus medizinischen oder aus sonstigen zwingenden Gründen unzumutbar ist." (Hervorhebung durch uns!)

 

Hier sehen wir einen Ansatzpunkt, der es den Therapeut*innen weiterhin ermöglicht nach entsprechender Abwägung und in Absprache mit den Patient*innen hier zwingende Gründe geltend zu machen. Im Schreiben der LPK sind beispielhaft die in den Landeskammerngremien diskutierten Gründe exemplarisch angeführt.

 

     "Indes kann dann ausnahmsweise vom Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes abgesehen werden, wenn das aus medizinischen Gründen oder aus sonstigen zwingenden Gründen unzumutbar ist. Solche Gründe können bspw. sein:

     - körperliche Erkrankungen, welche die Atmung erschweren,

     - eine durch die Maske erheblich erschwerte Verständigung, welche das Risiko von fehlerhaften fachlichen Rückschlüssen birgt

     - fachliche Erwägungen (uneingeschränkter Blick auf die Mimik der Patient*innen und Patienten ist notwendig, Erzeugung einer „psychologischen Barriere“ durch die Maske welche das Entstehen des Vertrauensverhältnisses erheblich erschwer

 

     Wir empfehlen, die zwingende Gründe, welche Sie dazu veranlasst haben, von den o.g. Verpflichtungen zum Mund-Nasen-Schutz in Ihrer Praxis abzuweichen, gut zu dokumentieren."

 

Die dort vorgetragene Umgehensweise teilen wir und empfehlen ebenfalls die Abwägung und Entscheidung zu dokumentieren.
Ihre Landesgruppe Baden-Württemberg