Resolution des Vorstandes der Landesgruppe Hessen der DPtV am 14.5.2016

Tarifliche Einordnung von Psychologischen Psychotherapeuten (PP) und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (KJP) unzureichend.

Seit Einführung des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD) im Jahr 2005 sind PP und KJP dafür eingetreten, dass die beiden psychotherapeutischen Berufe überhaupt in die Tarifsystematik aufgenommen werden und eine angemessene Eingruppierung erfahren.

PP und KJP absolvieren eine fünfjährige akademische Ausbildung (mit Diplom- oder Masterabschluss) und anschließend eine mindestens dreijährige bis fünfjährige psychotherapeutische Ausbildung, die zur Approbation auf Facharztniveau führt.

PP und KJP sind in allen wichtigen Versorgungsbereichen beschäftigt (wie z. B. in der Psychiatrie und der Psycho­somatik, in der Jugendhilfe, in den Beratungsstellen oder im Straf- und Maßregelvollzug) und tragen dort zu einen wesentlichen Teil zu der Patientenbehandlung sowie der Versorgung von Rat- und Hilfesuchenden bei.

Allerdings erhalten sie für ihre qualifizierte Tätigkeit keine adäquate Vergütung, die der von Fachärzten entspricht.

Sollten PsychotherapeutInnen weiterhin nicht entsprechend ihrer Qualifikation vergütet werden, besteht die Gefahr, dass sie in diesen wichtigen Tätigkeitsfeldern auf Dauer fehlen werden und die fachliche psychotherapeutische Versorgung und Expertise in den Institutionen nicht mehr sichergestellt werden kann

Die Eingruppierung richtet sich nach den maßgeblichen Tätigkeitsmerkmalen sowie dem Grad an Verantwortung und der besonderen Schwierigkeit der Aufgabe. Eine schlüssige Anwendung dieser Kriterien auf das Leistungsspektrum von PP und KJP kann nur zu einer
facharztäquivalenten Vergütung führen, die mindestens der Entgeltgruppe 15 bzw. den entsprechenden ärztlichen Vergütungsgruppen entspricht

Im Rahmen von aktuellen Tarifabschlüssen hat die zuständige Gewerkschaft ver.di nun einer Entgeltordnung zugestimmt, in der PP und KJP in die Entgeltgruppe 14 eingruppiert sind und somit deutlich unter dem Verdienst der Fachärzte liegen. Für viele Kolleginnen bedeutet diese keine Verbesserung und bindet die beiden Heilberufe über Jahre hinaus an diese Entgeltgruppe.

Aufgrund der vergleichbaren fachlichen Qualifikation, dem hohen Maß der Übereinstimmung in den Tätigkeitsbereichen sowie der gleichermaßen hohen Verantwortung bei der Ausübung der beruflichen Tätigkeit von Psychotherapeuten und entsprechenden Fachärzten sehen wir für PP und KJP nur eine Einordnung analog der Entgeltgruppe von Fachärztinnen und Fachärzten als angemessen an.

Der Vorstand der Landesgruppe Hessen der DPtV, unterstützt die Forderungen nach einer  tariflichen Gleichstellung unserer Heilberufe mit den Fachärzten. Wir fordern für die PP und KJP in Kliniken und komplementären Einrichtungen eine tarifliche Einordnung im TVöD, die sachgerecht nach den maßgeblichen Tätigkeitsmerkmalen, der besonderen Schwierigkeit und der hohen Verantwortung erfolgt, d. h. analog der üblichen fachärztlichen Eingruppierung (Facharzttarif, vergleichbar mind. in Entgeltgruppe 15 bzw. in den entsprechenden ärztlichen Vergütungsgruppen).

Nachrichtlich an:

ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Bundes­vorstand, Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin
frank.bsirske@verdi.de
sylvia.buehler@verdi.de
info@verdi.de

Präsident der VKA, Dr. Thomas Böhle
c/o Geschäftsstelle
Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA),
Allerheiligentor 2-4, 60311 Frankfurt am Main
info@vka.de

Berufspolitische Stärkung von Angestellten in der DPtV

Die Landesgruppe Hessen plant am 20.05.2016 in Frankfurt eine Veranstaltung speziell für Angestellte, im Rahmen derer die notwendigen Tarif- und Statusentwicklungen in Beschäftigungsverhältnissen von PP und KJP aufgezeigt und diskutiert werden sollen.
Derzeit erhalten PP sowie KJP in Kliniken und anderen Versorgungeinrichtungen mehrheitlich eine tarifliche Eingruppierung, die trotz Approbation und einer anspruchsvollen Versorgung psychisch kranker Menschen, weit unterhalb des Facharztniveaus angesiedelt ist. Eine finanzielle Anpassung und Absicherung für PP und KJP ist längst überfällig.
Parallel dazu ist die Anerkennung des Facharztstatus von Psychotherapeuten im stationären, teilstationären und ambulanten Sektor erforderlich. Weiterhin sollte die Ausübung von Leitungsfunktionen in Versorgungseinrichtungen durch PP und KJP eine Selbstverständlichkeit sein. Diese wesentlichen Aspekte im Rahmen von Beschäftigungsverhältnissen sollen mit einem rechtlichen, tariflichen und praxisorientierten Blickwinkel betrachtet werden.
Weitergehende Informationen zum Veranstaltungsort sowie der Zeit erhalten sie im nächsten Mitgliederrundbrief.

Sabine Wald

Interessensvertretung der angestellten PP und der KP durch den Landesvorstand

Aufgrund der zunehmenden Anzahl von Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsycho­therapeuten in Angestelltenverhältnis möchte der Landesvorstand die angestellten Kolleginnen und Kollegen umfassender informieren und beraten. Neben den aktuellen Informationen im Mitgliederrundbrief, sind eine Fortbildungsveranstaltung und die Ausweitung des Supports durch ein Mentorenprogramm in Planung.
Zentrale Probleme von PP und KJP in Beschäftigungsverhältnissen stellen einerseits die Vergütungssystematik als auch die fehlende Gleichstellung mit Fachärzten dar. Im Rahmen von außertariflichen Einigungen nahmen einige Krankenhausträger im letzten Jahr eine Höhergruppierung von PP und KJP vor. Dies ist ein Schritt in die richtige Richtung. Aufgrund des hohen Maßes der Übereinstimmung in den Tätigkeitsbereichen, der vergleichbaren psychotherapeutischen Qualifikation sowie der gleichermaßen hohen Verantwortung bei der Ausübung der beruflichen Tätigkeit von Psychotherapeuten und psychiatrisch-psychotherapeutischen Fachärzten ist eine umfassende tarifliche Anpassung allerdings längst überfällig.
Hinsichtlich des fehlenden Facharztstatus von PP und KJP in klinischen Sektor und anderen Versorgungeinrichtungen ist zu berichten, dass in Hessen ein neuer „Rahmenvertrag über die Erbringung, Vergütung und Abrechnung von Leistungen der psychiatrischen Institutsambulanzen gem. § 118 Abs. 1 und § 120 SGB V“ zwischen der Vitos und den Krankenkassen geschlossen wurde. Darin wurde der Facharztstatus neu definiert und auf die PP und KJP ausgeweitet: aus § 7 Abs. 2 „ … Für approbierte Psycholo­gische Psychotherapeuten und approbierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten gilt der Facharztstandard analog für ihre jeweiligen Behandlungsbefugnisse nach § 1 Abs. 3 des PsychThG.“
Im zweiten Halbjahr 2015 plant eine Arbeitsgruppe des Landesvorstandes einen Angestelltentag. Zielsetzung der Veranstaltung ist ein interdisziplinärer Dialog hinsichtlich einer Weiterentwicklung des Berufsbildes eines angestellten Psychotherapeuten sowie den damit verbundenen rechtlichen Aspekten. Es sollen die zentralen Themen Facharztstatus, tarifliche Eingruppierung, Übernahme von Leitungsfunktionen, Befugniserweiterung etc. diskutiert werden.
In Anlehnung an das bereits bestehende Mentorenprogramm für PraxisgründerInnen soll zusätzlich ein Unterstützungsangebot für Neuapprobierte in Anstellung ent­wickelt werden.
Wenn Sie Fragen aus Ihrem Anstellungsverhältnis haben, dann können Sie sich gerne an unsere Geschäftsstelle  unter hessen@dptv.de oder 06451-718557 wenden.

Sabine Wald

Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendliche­n­psychotherapeuten in Beschäftigungsverhältnissen – ein neues Aufgabenfeld der DPtV

Die Situation der angestellten Psychotherapeuten ist derzeit geprägt von einer tariflichen Eingruppierung, die trotz einer entsprechenden Qualifikation und Befähigung deutlich unterhalb des Gehaltes eines entsprechenden Facharztes angesiedelt ist. Darüber hinaus fehlen die gesetz­lichen Anpassungen im Sozialgesetzbuch V, um eine Gleichstellung mit den Fachärzten zu gewährleisten. Ergänzend ergeben sich veränderte Anforderungen an die Versorgung von psychischen kranken Menschen im institutionellen Kontext (zum Beispiel neue Finanzierungs­systeme in psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken). Die unzureichende Ausgangslage der Psychotherapeuten, der fehlende Stellenwert der Psychotherapie in Kliniken und die zunehmende Ausdifferenzierung der Kompetenz und Verantwortungsbereiche, veranlasste die DPtV, die Angestellten mehr in den Fokus zu rücken.
Nach einer Initiierung und Beauftragung durch die Delegiertenversammlung, nahm ein Angestelltenausschuss, in seiner ersten konstituierenden Sitzung am 8. 2. 2013 in Hamburg, die verbandliche Interessenvertretung und ­Unterstützung von angestellten Psychotherapeuten auf.
 

Welche Angebote für Angestellte wurden bisher entwickelt?

Im März 2013 wurde eine wöchentliche Telefonsprechstunde eingerichtet. Die überwiegenden Anfragen beziehen sich auf tarifliche Eingruppierungsfragen bei Neueinstellung bzw. Höhergruppierung bei bestehenden Arbeitsverhältnissen. Hinsichtlich der Vorgehensweisen im Individualfall ergeben sich mittlerweile fortlaufende Beratungsprozesse. Darüber hinaus wurden für unsere Mitglieder Tätigkeitsbeschreibungen entwickelt, die sowohl eine Hilfestellung in der Argumentation gegenüber Arbeitgebern hinsichtlich der Vergütung sein können sowie als Grund­lage in einem Klageverfahren herangezogen werden können. Um den Austausch der Angestellten innerhalb des Verbandes zu unterstützen, besteht seit kurzem eine Mailingliste. Verbandsintern gab es zwei Angestelltenbefragungen, u.a. zur Berufszufriedenheit. Die Ergebnisse der zweiten Befragung stehen noch aus. Zur Vernetzung des Ausschusses wurden Kontakte zu ver.di hergestellt und relevante Gremien mit Ausschussmitgliedern besetzt (zum Beispiel Kammerausschüsse auf Landes- und Bundesebene). Zusätzlich wurden über Campus Fachveranstaltungen für angestellte Psychotherapeuten angeboten. Ebenso wurde eine juristische Expertise zur tariflichen Eingruppierung von Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichen Psychotherapeuten eingeholt. Des Weiteren kam es zu Veröffentlichungen in unseren verbandsinternen Organen; im Downloadbereich befinden sich wesentliche externe und interne Fachveröffentlichungen.

Wie soll der Angestellten-Support weiterhin aussehen?

Perspektivisch wäre eine Zielsetzung, die bereits geschaffenen Angebote sowie deren Weiterentwicklung auf die Länderebene zu transferieren (zum Beispiel in Form von Angestelltenstammtischen bzw. konkrete Ansprechpartner in den Landesgruppen). Weiterhin soll die Angestelltenarbeit in der DPtV noch stärker sichtbar gemacht werden, hierzu sind eine Präsenz auf der Verbandshomepage sowie weitere Veröffentlichungen in Arbeit. Neben der Weiterführung der bereits bestehenden Angebote, bleiben die Themen tarifliche Eingruppierung, Facharztstatus und neue Finanzierungssysteme weiterhin relevant für die Ausschusstätigkeit.
Weitere Anregungen und Ergänzungen aus der Mitgliedschaft werden vom Ausschuss gerne entgegengenommen.

 

Die DPtV vertritt die Interessen von Psychotherapeuten in Institutionen

Bisher lag der Schwerpunkt der Interessenvertretung innerhalb des Berufsverbandes eher im ambulanten Versorgungsbereich. Um künftig die angestellten Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten gezielter zu unterstützen, hat die Delegiertenversammlung im November 2012 einen Ausschuss für die Belange der Angestellten eingerichtet. In der konstituierenden Sitzung am  8. 2. 2013 wurde unser kooptiertes Vorstandsmitglied, Sabine Wald, mit dem Vorsitz betraut. Weitere Mitglieder des Ausschusses sind: Johannes Frey (stellv. Vorsitz, HH), Birgit Gorgas (München), Florian Hänke (Berlin), Dr. Jürgen Tripp (Westfalen) und Dr. Kathrin von Rad (HH). Seitens des Bundesvorstandes wird der Ausschuss von Kerstin Sude (HH) betreut.
Die Zielrichtung der Ausschusstätigkeit ist zunächst auf die Stärkung der angestellten Psychotherapeuten hinsichtlich einer tarifrechtlichen und fachlichen Gleichstellung mit den Fachärzten, der Verankerung von PP und KJP in Leitungspositionen sowie die Ausrichtung von Fachveranstaltungen über den DPtV Campus, fokussiert. Hierzu findet eine Vernetzung mit relevanten Gremien und Ansprechpartnern statt.
In der konkreten Umsetzung wird ab März 2013 eine ­wöchentliche telefonische Sprechstunde für DPtV-Mitglieder stattfinden. Weiterhin ist die Erstellung einer Hand­reichung für Angestellte aufgrund einer juristischen Expertise in Arbeit.
Die telefonische Sprechstunde für angestellte Psychotherapeuten findet ab März, mittwochs in der Zeit von 18 bis 19 Uhr statt. Telefonisch erreichen Sie Frau Sabine Wald unter der Rufnummer: 0170/7355032.

Sabine Wald