Vertragsentwurf zur psychotherapeutischen Behandlung bei schweren psychischen Erkrankungen

Unsere Landesgruppe – federführend Michael Ruh – arbeitet an einem Vertragsentwurf zur psychotherapeutischen Behandlung für Menschen mit chronisch rezidivierenden psychischen Erkrankungen wie Schizophrenie, manisch-depressiven Erkrankungen und schweren depressiven Erkrankungen. Der Bundesvorstand unterstützt die Initiative der Landesgruppe.
Inhaltliche Ziele des Konzepts sind die psychische Stabilisierung, Krankheitsbewältigung und Erhaltung und Verbesserung der Selbständigkeit und der personalen Autonomie. Gleichzeitig wäre längerfristig eine Senkung der Gesamt-Behandlungskosten erreichbar.
Angedacht ist die Behandlung in Kleingruppen von 4 bis 6 Betroffenen mit einer wöchentlichen Sitzungsfrequenz und einer Sitzungsdauer von jeweils 60 Min. Es soll ein Behandlungsangebot sein für Menschen, die für eine Psychotherapie im Rahmen des Richtlinienverfahrens nicht in Frage kommen, aber sehr wohl von einem auf sie zugeschnittenen psychotherapeutischen Behandlungsangebot profitieren können.
Der Vertragsentwurf sieht eine geregelten Zusammenarbeit mit dem behandelnden psychiatrischen Facharzt/Krankenhaus und ggf. beteiligten sozialpsychiatrischen Einrichtungen vor.
Eingangsvoraussetzung für die teilnehmenden Psychotherapeuten soll die mindestens einjährige Tätigkeit mit Patienten dieser Diagnosegruppen oder die mindestens dreijährige Berufserfahrung in der ambulanten Psychotherapie sein. Teilnahme an einer kurzen Eingangsschulung sowie nachgewiesene Kenntnisse der Psychopharmakotherapie werden erwartet. Eine KV-Zulassung für Gruppentherapie ist nicht erforderlich, jedoch Berufserfahrung in der Gruppentherapie mit psychiatrischen Patienten.
Der Vertragsentwurf kann nur sinnvoll verhandelt werden, wenn im Vorfeld abgeklärt ist inwieweit die hessischen Kollegen bereit wären an einem solchen Konzept mitzuwirken. Deshalb bitten wir im Rückmeldebogen ihre Bereitschaft zur Teilnahme oder auch Mitarbeit an diesem Konzept der Landesgeschäftsstelle kund zu tun.

 

Psychotherapeut – ein Freier Beruf

Vor über 7 Jahren – anlässlich der 1.Kammerwahl - brüteten die Mitglieder der Hessischen Landesgruppe – Bernd Gerstner, Hans-Uwe Rose, Else Döring, Sabine Herder, Michael Ruh und ich – über einen aussagekräftigen Listennamen. Wir kreierten schließlich den Namen „Freier Beruf Psychotherapeut-In“. Bernd Gerstner fand diesen Name genial, weil auf ihm alle Themen, mit denen sich die zu konstituierende Psychotherapeutenkammer zu beschäftigen haben würde, wie auf einer Perlenschnur aufgereiht werden könnten. Inzwischen befinden wir uns in der 2. Wahlperiode und es hat sich bewahrheitet: Fast jedes Thema, mit dem sich die Kammer seitdem beschäftigt, hat damit zu tun, dass sich ein Freier Beruf eigene Regeln gibt, die zwar in Übereinstimmung mit übergeordneten Rechtsgütern stehen müssen, die aber der immanenten Logik der eigenen Berufsausübung folgen.
Anfänglich kam es zu Missverständnissen, denn manche Landesgruppenmitglieder konnotierten mit dem Listennamen so etwas wie „Die Freien“, also eine berufspolitische Variante der Freidemokraten oder der Freie Beruf wurde mit der „freiberuflichen, selbstständigen Tätigkeit in der Niederlassung“ gleichgesetzt, so als würde diese Liste nur die Interessen der Selbstständigen vertreten. Dem widersprach aber meine Schwerpunktsetzung in der Vorstandsarbeit, habe ich mich doch gerade für die Belange der in den Institutionen beschäftigten Kolleginnen und Kollegen eingesetzt.
In diesem Artikel möchte ich der Bedeutung der Freiberuflichkeit für unseren Beruf nachgehen, indem ich unsere beiden Heilberufe im größeren Zusammenhang der Gruppe der Freien Berufe betrachte. Nach Angaben des Bundesverbandes der Freien Berufe (BFB) gibt es in Deutschland ca. 4 Mio. Angehörige der Freien Berufe. Außer den Heilberufen ( Tierärzte, Zahnärzte, Ärzte, Psychotherapeuten, Apotheker) sind es die Anwälte, Architekten, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Künstler, Musiklehrer, die das Gros der Freien Berufe ausmachen. Die Angehörigen der Freien Berufe genießen seit über 70 Jahren das Privileg der Gewerbesteuerbefreiung. Das Bundesverfassungsgericht hat am 15.1.2008 diese Rechtsauffassung erneut bestätigt.
Worin unterscheiden sich nun die Angehörigen eines Freien Berufes von den Gewerbetreibenden?
Zur Begrüßung des 7. Deutschen Psychotherapeutentages am 16.1.2006 in Dortmund beglückwünschte der nordrheinwestfälische Staatssekretär Godry die Psychotherapeutenschaft zu ihrem Vorhaben, eine Musterberufsordnung zu verabschieden. Damit würde sie den letzten entscheidenden Schritt zur Etablierung als Freier Beruf gehen, indem sie die berufsethischen Selbstverpflichtungen kodifizieren und die Ausrichtung am Gemeinwohl festschreiben würde.
Und so findet sich dann auch unter § 1 (1) der MBO die Feststellung: „Der Beruf des Psychotherapeuten ist seiner Natur nach ein freier Beruf und kein Gewerbe.“
Die intermediäre Stellung der Freien Berufe wird von Hommerich (1) folgendermaßen beschrieben. „Die Freien Berufe sind Träger von Expertensystemen, die zugleich Zugangspunkte zu zentralen öffentlichen Gütern (Recht, Gesundheit) und zu solchen Gütern sind, die weder durch den Staat noch über freie Märkte optimal bereit gestellt werden können. Fehlt es an Vertrauen in diese Berufe, wachsen die Lebensrisiken für jeden einzelnen Bürger, aber auch die Risiken für Unternehmen, die auf nationaler und internationaler Ebene auf die Vertrauenswürdigkeit von Experten angewiesen sind.“
Vertrauenswürdigkeit ist deshalb von zentraler Bedeutung, weil es eine unaufholbare Informationsasymmetrie zwischen Leistungserbringer und Leistungsempfänger gibt, m.a.W.: der Verbraucher (Klient, Patient, Mandant) kann die Qualität der Leistung i.d.R. nicht kompetent beurteilen. Nach Luhmann (2) tritt der Klient mit einem Angehörigen eines Berufes in der Weise in eine Beziehung ein, indem er eine „riskante Vorleistung“ erbringt, d.h.: Er schenkt Vertrauen. Der Berufsangehörige wird zum „Vertrauensnehmer“. Dies gilt für alle Freien Berufe, nicht nur für die Heilberufe!
Damit der Bürger nicht aufgrund der Informationsasymmetrie ausgenutzt wird, werden zu seinem Schutz besondere Regelungen eingeführt. Dazu gehören:

  • die Preisfestlegung durch Gebührenordnungen
  • Qualitätsstandards als Zulassungsvoraussetzungen zum Freien Beruf
  • ein Berufsethos, welches den Professionellen dazu verpflichtet, sich ganz und gar für die Interessen seines Klienten einzusetzen

Daraus resultiert laut Hommerich: “Die Freien Berufe als Wissensberufe müssen an Ausbildungen gekoppelt werden, die ein höchstmögliches Kompetenzniveau garantieren, da Kompetenz die erste Voraussetzung für Vertrauenswürdigkeit ist.“
Und weiter: „Ein Missbrauch des Wissens der freiberuflichen Experten ist durch Regeln auszuschließen, deren Geltungsanspruch gesellschaftlich legitimiert und organisatorisch abgesichert werden muß (Kammerprinzip)…..Die Klienten der Freiberufler sind auf die Integrität der Berufsträger angewiesen, deren Expertenleistungen sie in Anspruch nehmen. Integeres Handeln schließt die Wahrnehmung widerstreitender Interessen strikt aus und verlangt jederzeitige Diskretion. Es basiert auf Konsistenz im Handeln, also darauf, sich im Umgang mit Klienten so zu verhalten, wie es angekündigt und versprochen wurde.“
Vertrauenswürdigkeit kann nicht, wie es häufig geschieht, einfach deklamatorisch von einer Berufsgruppe beansprucht werden. Vertrauenswürdigkeit entsteht zum einen durch die Selbstunterwerfung der Berufsangehörigen unter eine Berufsethik. Diese kann zwar auch in einer Berufsordnung kodifiziert sein, aber vielmehr muss sie verinnerlicht werden, muss gewissermaßen zur zweiten Haut des Berufsangehörigen werden und wird damit zum Berufsethos.
Vertrauenswürdigkeit entsteht neben der ethischen Selbstbindung auch durch positive Normen und Sanktionen des Berufsstandes bei berufsunwürdigem Verhalten.
Die Kammern – als „mittelbare Staatsverwaltung“ - schaffen einen Ordnungsrahmen für das professionelle Handeln der Freiberufler. Folgende Funktionen sind dabei zentral:

  • Sie sichern die fachliche Selbstkontrolle des Berufs und den Diskurs über ethische Prinzipien durch demokratische Strukturen
  • Sie sichern die Zugänge zu den verkammerten Berufen auf höchstem Niveau
  • Sie sichern die Schnittstellen und Grenzen zu den anderen Berufen
  • Sie sichern die Qualität der Berufsausübung, im Sinne des Verbraucherschutzes

Wenn Sie die berufspolitischen Aktivitäten der Hessischen Psychotherapeutenkammer in den letzten Monaten verfolgt haben, dann finden Sie all dies wieder:

  • die LPPKJP hat sich intensiv in den Diskussionsprozess um die zukünftige Ausgestaltung der Psychotherapeutenausbildung eingebracht, um eine maximal hochwertige Ausbildung auch für die Zukunft zu sichern.
  • Sie nimmt den Vertrauensschutz, den Psychotherapeuten ihren Patienten garantieren müssen, sehr ernst und setzt sich kritisch mit den jüngsten gesetzlichen Regelungen (BKA-Gesetz) und technologischen Neuerungen (elektronische Gesundheitskarte) auseinander, die den Vertrauensschutz unterminieren können.
  • Sie setzt sich mit der Frage der Kompetenzerweiterung für die beiden Heilberufe auseinander (Einweisungs- u. Überweisungsbefugnis, Verordnungskompetenzen) und den Folgen, die dies im direkten Umgang mit den Klienten selbst aber auch für das Verhältnis zu benachbarten Berufsgruppen ( Ärzte, Logopäden, etc.) mit sich bringen könnte.
  • In zwei aufeinander folgenden Befragungen hat die LPPKJP bei ihren Mitgliedern zunächst eruiert, welche Maßnahmen sie selbst für besonders geeignet halten, zur Sicherung der Qualität der psychotherapeutischen Arbeit und danach gefragt, welche Formen von Supervision/Intervision in welcher Frequenz und mit welcher Zufriedenheit von den Mitgliedern tatsächlich genutzt werden. Anstatt, dass den Berufsangehörigen also ein externes QS-System übergestülpt wird, werden sie gefragt, welche QS-Maßnahmen sie denn aus ihrer eigenen Erfahrung heraus für am sinnvollsten und effektivsten halten und in welcher Form sie sie in ihrem Berufsalltag nutzen.

Wie sich an diesen Themen sehen lässt, handelt es sich nicht um Fragestellungen, die alleine für die selbstständig Niedergelassenen von Bedeutung sind, sondern sie betreffen in gleicher Weise die Psychotherapeuten in Beschäftigungsverhältnissen. Während die „persönliche Vertrauensbeziehung“ , die „geistige Entscheidungsfreiheit“ und das „eigenverantwortliche, unabhängige Handeln“ Kernelemente des Freien Berufes darstellen, trifft dies für die „wirtschaftliche Selbstständigkeit“ nur bedingt zu. Anwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer arbeiten in unterschiedlichsten Firmen oder Gesellschaftsformen zusammen, Ärzte in Kliniken und zunehmend in MVZ und niemand käme auf die Idee, ihnen ihre Freiberuflichkeit abzusprechen. Psychotherapeuten arbeiten in Institutionen ( Kliniken, Beratungsstellen, etc.) ebenfalls als Angehörige eines Freien Berufes. Reibungsflächen gibt es dort, wo das eigenverantwortliche, unabhängige psychotherapeutische Handeln mit Weisungen von Ärzten oder anderen Vorgesetzten konfligiert. Mit dieser rechtlich komplizierten Thematik hat sich u.a. der 1.Hess. Angestelltentag beschäftigt.
Ohne das Konzept des Freien Berufes gäbe es keine Kammern!
„Mit dem Gedanken der Freiberuflichkeit ist die Selbstverwaltung als freiheitliche Organisationsform untrennbar verbunden.“, so Ellen Madecker (3).
Diese Feststellung trifft natürlich auch auf die die KV als Selbstverwaltungsorgan zu, aber dies wäre eine eigene Betrachtung wert.

Thomas Merz
Mitglied des Vorstandes, der LPPKJP Hessen und des Deutschen Psychotherapeutentages

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(1) Prof.Dr.Christoph Hommerich 2009: “Die Freien Berufe und das Vertrauen in der Gesellschaft – Ansätze zu einem Aufbruch“ i.A. des Verbandes Freier Berufe im Lande NRW e.V.
(2) Luhmann, Niklas 1968: „Vertrauen: Ein Mechanismus der Reduktion sozialer Komplexität“, Stuttgart: UTB
(3) Ellen Madecker 2009: „Leitbild der Freien Berufe“, i.A. BFB

Elektronische Gesundheitskarte - elektronischer Heilberufsausweis

Böse Zungen sprechen inzwischen von „Maut 2“, in Anlehnung an das Desaster bei der Einführung des Bezahlsystems für den Gütertransport auf Autobahnen. Sicherlich ist dieser Vergleich übertrieben. Ganz so schlimm stellen sich die Probleme bei der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte und die Steigerung der diesbezüglichen Kosten nicht dar. Probleme gibt es aber durchaus.
Bei der Beschäftigung mit der Materie sind zunächst einige Widerstände zu überwinden. Dies liegt vor allem daran, dass die damit befassten Experten eine eigene Fachsprache geschaffen haben, mit einer Vielzahl von eigenen Begriffen und Abkürzungen, deren Bedeutung man sich erarbeiten muss. Hierbei gehört die Bezeichnung „Konnektor“ für das Gerät, mit dem der eigene Computer eine Verbindung zu den gesicherten Datenübertragungsnetz oder „10KT“ für einen Praxistest mit 10.000 Teilnehmern (Zehn-Kilo-Test) noch zu den einfacher erschließbaren Fachvokabeln. Aber letztendlich ist dieses leistbar.
Die Absicht, die zu den Plänen der Einführung einer elektronischen Gesundheitskarte führten, ist vom Prinzip her nachvollziehbar. Ein effektiver und schneller papierloser Austausch inhaltlicher Informationen zwischen verschiedenen Behandlern im Gesundheitswesen, mit einem hohen Maß an Sicherheit vor unbefugten Zugriff auf die Daten, die übermittelt werden, erscheint wünschenswert. Niemand bestreitet, dass aufgrund von nicht vorliegenden Daten Doppeluntersuchungen stattfinden, Behandlungen effektiver gestaltet werden können, wenn Informationen über Vorerkrankungen und Vorbehandlungen schneller vorliegen würden. Auch ist zum Beispiel eine schnelle und unkomplizierte Übermittlung von Abrechnungsdaten wünschenswert. Dass die Etablierung eines solchen Systems für Millionen von Versicherten und 100-tausenden von Behandlern, tausenden von Institutionen technisch nicht einfach sein würde, erschließt sich auch. Dazu kommen, was im Gesundheitswesen bei jeder anstehenden Entscheidung eine große Rolle spielt, die unterschiedlichen Interessen der verschiedenen Akteure. Angesichts dieser Voraussetzungen ist man aber inzwischen schon recht weit gekommen. Die Karte wird in einer einfachen Version, ohne Onlineanbindung, in einem ersten KV Bezirk, der KV Nordrhein, ausgegeben – Fachformulierung: der Basis-Rollout hat begonnen. Wie die Ausgabe weitergehen soll, ob in weiteren drei Stufen oder in allen KV Bezirken zugleich, ist im Moment noch in der Diskussion. Von daher ist auch nicht vorherzusagen, zu welchem Zeitpunkt Hessen davon betroffen sein wird. Wichtig zu wissen ist, dass ohne die Onlineanbindung diese Karte nur eine Krankenversicherungskarte mit Lichtbild sein wird. Alle weiteren Funktionen sind abhängig von einer Verbindung zu den zentralen Servern, die erst in einem späteren Schritt erfolgen soll. Allerdings bedarf es auch zur Benutzung dieser Karten eines neuen Lesegerätes, unsere alten Lesegeräte sind nicht in der Lage die neuen Karten zu erfassen.
Wann diese Onlineanbindung kommen wird, ist zurzeit noch unklarer als zuvor. Die Parteien der kommenden Bundesregierung erörterten das Thema im Rahmen ihrer Koalitionsverhandlungen. Das öffentlich verkündete Ergebnis dieser Erörterung war: „Im Prinzip ja, aber erstmal nicht.“ Man hält sich die Sache also offen. Einfluss nehmen auf die Einführung wird dabei wohl auch das Ausmaß des Widerstandes der Ärzteschaft.
Wir haben also auf jeden Fall in nächster Zeit mit der Einführung der neuen elektronischen Gesundheitskarte zu rechnen und der damit verbundenen Anschaffung neuer Lesegeräte. Diese werden allerdings über eine Pauschale von den Krankenkassen über die KV finanziert. Inwieweit die vorhandene EDV Ausstattung einer Praxis dann noch ausreichend ist, ist von der Ausstattung der einzelnen Praxis abhängig. Sollte der Computer für das Betriebssystem noch ausreichend sein, um mit dem neuen Lesegeräte umzugehen, ist von einer Neuanschaffung im Moment eher abzuraten, da die Geräte die zur Serveranbindung dann notwendig sein werden, mit Sicherheit anspruchsvoller sein werden. Und wahrscheinlich ist es besser, erst dann auf einen aktuellen Stand umzustellen.
Bezüglich der Abläufe in der Praxis wird die Karte, die jetzt eingeführt wird, keine großen Probleme und Veränderungen erzeugen - allerdings die Onlineanbindung. Die Veränderungen dann werden auch sehr unterschiedlich sein und von Praxis zu Praxis variieren. Wie wir wissen, lehnen es viele Kolleginnen und Kollegen ab, im Behandlungszimmer einen Computer stehen zu haben. Übliche Abläufe sind, dass eine Psychotherapeutin sich die Krankenversicherungskarte von Klienten aushändigen lässt, damit in ein anderes Zimmer, eher als Büro gestaltet, geht, und dort die Eingaben tätigt. Nach der Onlineanbindung wird dieser Ablauf so nicht mehr möglich sein, da der Patient für viele Anwendungen seine PIN zusätzlich eingeben muss. Abwenden konnten wir die ursprüngliche Absicht der Thematik, dass die Karte bei jedem Besuch des Versicherten in der Praxis gesteckt werden muss. Es reicht wie bisher, die Karte einmal im Quartal einzulesen. Etwas ungeklärt sind dann noch Haftungsfragen, im dem Fall, bei dem der Behandler mit nicht aktuellen Daten arbeitet. Beruhigend ist auch - soweit man diesen Versicherungen Glauben schenkt - dass die komplette zukünftige Onlineanbindung für den jeweiligen Leistungserbringer im GKV-System freiwillig sein soll. Über die Einzelheiten und spezifischen auf der Karte zu installierenden Merkmale und Möglichkeiten wird zurzeit noch verhandelt. Die Bundespsychotherapeutenkammer ist daran beteiligt und kann so die Berücksichtigung der Besonderheiten einer psychotherapeutischen Praxis gewährleisten. Diese Diskussion halten wir, neben der mit Sicherheit wichtigeren Diskussion um die Datensicherheit, ebenfalls für bedeutsam. Es sollte nicht passieren, dass die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte die Abläufe in unseren Praxen völlig durcheinander wirbelt und wir zu Dingen verpflichtet werden, die im Widerspruch zu unserer Berufsethik oder Arbeitsweise stehen.
Zur Diskussion um den Datenschutz ist schon viel gesagt worden. Deswegen hier nur einige Bemerkungen. Wenn man mit den Fachleuten redet, und hier hat sich die Kommission der Bundespsychotherapeutenkammer fachliche Beratung eingeholt, hört man natürlich keine absoluten Aussagen. Die vorsichtigen Formulierungen gehen dann in die Richtung, „nach dem heutigen Stand der Technik bestmögliche Absicherung“, oder „ etwas Sicheres, wie die Verschlüsselungstechnik die hier beabsichtigt ist zu nutzen, gibt es nicht.“ Aber wir wissen, dass Hacker auch schon in den Server des amerikanischen Verteidigungsministeriums eingedrungen sind. Es gibt also keine absolute Sicherheit. Zugegeben, auch auf Papier geführte Akten können aus einer Praxis entwendet werden, der Unterschied bei einer zentralen oder dezentralen Speicherung liegt in der erreichbaren Menge und dem Aufwand, den es erfordert, sehr viele Daten auf einmal zu entwenden. Bei der derzeitigen Aktenführung auf Papier ist es auch selten, dass sämtliche Informationen über einen Menschen in einer einzigen Praxis gesammelt vorliegen. Endgültig lösbar sind diese Probleme nicht. Die Möglichkeit der Speicherung auf USB-Sticks anstatt auf zentralen Servern wurde von der Gematik geprüft, jedoch verworfen. Man argumentiert, dass hier die Datensicherheit noch geringer wäre, das „Knacken“ der Sicherung eines solchen Sticks einfacher, als das der Onlineverbindung und der zentralen Server. Ein Problem wäre auch die Datensicherung. Es wäre natürlich damit zu rechnen, dass solche Sticks verloren gehen. Wie soll eine Datensicherung stattfinden? Beim Versicherten zu Hause, bei der Krankenkasse, in der Praxis? Keine der Möglichkeiten ist unproblematisch.
Die Kassen dringen vehement auf die Umsetzung der Onlineanbindung. Die Argumentation, Behandlungsabläufe zu effektivieren und damit Kosten zu sparen ist selbstverständlich einleuchtend. Die Frage ist, ob dies der einzige Vorteil ist, den sich die Kassen davon versprechen. Was wird zukünftig erlaubt sein und was nicht? Wie weit kann man sich auf die Zusagen der Verantwortlichen verlassen? Als die LKW-Maut eingeführt wurde, wurde deutlich versichert, dass die Daten nur zur Abrechnung der Straßennutzung verwendet werden sollten. Recht schnell nach der Einführung meldete das Innenministerium Interesse an den Daten an, zur Erstellung von Bewegungsprofilen verdächtiger Fahrzeuge. Wieweit können wir uns auf die Zusagen, die heute getroffen werden langfristig verlassen? Vielleicht ist darauf zu vertrauen, dass die Kassen keine Bedürfnisse entwickeln, auf die Daten einzelner Versicherter zu zugreifen. Aber wie ist das mit möglichen Zusammenführungen von Daten einzelner Regionen oder gar einzelner Behandler? Natürlich werden wir schon jetzt von Kassen in politischen Gesprächen mit Datenauswertungen konfrontiert. Dadurch, dass Psychotherapie direkt bei den Kassen zu beantragen ist, verfügen diese diesbezüglich über ausführliche Information, die auch ausgewertet wird. Eine daraus abgeleitete Diskussion ist die, warum in manchen Regionen sehr viel mehr psychodynamisch behandelt wird, in anderen mehr verhaltenstherapeutisch. Natürlich hängt es mit der regionalen Verteilung der Ausbildungsinstitute und damit der Verfahrensverteilung der örtlichen Behandler zusammen. Die zentrale Speicherung aller Behandlungsdaten würde solche statistischen Auswertungen sehr vereinfachen. Eine interessante Frage wäre dann, ob irgendwann die behandlerbezogene Auswertung erlaubt sein würde. Ob dann eine Kasse auf einen Behandler zugehen können würde, mit zum Beispiel der Frage: "Warum arbeiten Sie so viel mit Langzeittherapie? Ihr diesbezüglicher Falldurchschnitt liegt bei 89,67%, während der Durchschnitt Ihrer Fachgruppe bei 67,48% liegt.“ Was mit der Verfügbarkeit all dieser Daten auf uns zukommen kann, ist heute sehr schwer abschätzbar.

Hans Bauer

 

DOXS – Ärzte und Psychotherapeuten in der Mitte Deutschlands

Aktuelles aus der nordhessischen Genossenschaft (Juli 2009)

Waren die Gründer der Genossenschaft im November 2007 noch von der Annahme ausgegangen, die Genossenschaft könne ihre Aktivitäten ausschließlich aus Erträgen finanzieren, so stellte sich dies im darauf folgenden Kalenderjahr als Fehleinschätzung heraus. Die Einlagen der Genossenschaft wurden Stück für Stück aufgebraucht, so dass die Genossenschaft vor der Wahl stand, sich aufzulösen oder aber monatliche Beiträge für alle Mitglieder einzuführen. Vor diese Wahl gestellt, entschied sich die Mehrheit der Generalversammlung für eine Änderung der Satzung und einen monatlichen Beitrag von 75 Euro, den man hofft, sukzessive wieder reduzieren zu können, sobald die Genossenschaft mehr Einnahmen erwirtschaften kann. Sowohl die Streitigkeiten über Haushalt und Finanzierung der Genossenschaft wie auch der inhaltliche Richtungsstreit führten dazu, dass von den zwischenzeitlich ca. 800 Mitgliedern der Genossenschaft knapp 200 bis Ende 2009 aus der Genossenschaft wieder ausgetreten sein werden.
Auch ein großer Teil der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrates "verbrannten" in dieser zurückliegenden Gründungsphase der DOXS. Auf der Generalversammlung, dem obersten Organ der Genossenschaft, mussten deshalb im Mai 2009 ca. zwei Drittel der Mitglieder des Aufsichtsrates neu gewählt werden. Von den fünf Vorstandsmitgliedern der Genossenschaft, die nach ihrer Gründung vom Aufsichtsrat bestimmt worden waren, sind inzwischen vier zurückgetreten. Alexandra von Hippel – als Kinder- und Jugendlichen-Therapeutin auch Mitglied der Fachgruppe Psychotherapie in der DOXS – ist nach wie vor Mitglied des Vorstandes. Mit Dr. Stefan Pollmächer, Facharzt für Allgemeinmedizin und Psychotherapie, ist noch ein weiteres Vorstandsmitglied mit dem Fachgebiet der Psychotherapie inhaltlich verbunden. Im Aufsichtsrat ist gegenwärtig kein Mitglied der Fachgruppen Psychotherapie vertreten: Niemand war bereit, sich aufstellen zu lassen.
Weiterhin treffen sich die Genossenschaftsmitglieder aus den unterschiedlichen "P-Fächern" (Psychologische Psychotherapeuten, Ärztliche Psychotherapeuten, Psychiater, Kinder- und Jugendlichen Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendpsychiater, Ärzte mit Titel für Psychosomatische Grundversorgung) regelmäßig zu gemeinsamen Fachgruppen-Sitzungen.
Ging es im ersten Jahr im Wesentlichen darum, die gegenwärtige gesundheitspolitische Landschaft gemeinsam zu verstehen und eine Standortbestimmung für die eigene Fachgruppe vorzunehmen, gleichzeitig aber auch die Verständigungsschwierigkeiten innerhalb der "P"-Fachgruppen zu überwinden, so erreichte die gemeinsame Arbeit einen Höhepunkt zum Zeitpunkt als die Finanzierung der Genossenschaft sowie der Umgang mit den elektronischen Medien und deren Umsetzung innerhalb der Genossenschaft höchste Wellen schlug. Inzwischen ist das Engagement deutlich zurückgegangen.
Aus einer Untergruppe der Psychiater heraus wurde an den Fachgruppensitzungen vorbei auf den Vorstand der Genossenschaft Druck ausgeübt, um einen IV Vertrag Depression – zugeschnitten auf die Psychiater und ohne Dialogbereitschaft mit den Psychotherapeuten – durchzusetzen. Dieser Herangehensweise wurde von Seiten des DOXS-Vorstandes eine klare Absage erteilt. Dies, so der Vorstand, "verstoße im Kern gegen ganz grundsätzliche Ziele der fachübergreifenden Kooperation in der Genossenschaft". Ein Vertragsvorhaben könne in keinem Falle an den eingerichteten Fachgruppenkonferenzen vorbei verhandelt und zum Abschluss gebracht werden. Es fand eine Aussprache statt, und auf der darauf folgenden Fachgruppensitzung Psychotherapie gemeinsam mit der Fachgruppe Psychiatrie wurde dann folgender Diskussionsstand erreicht:
Ein integrierter Versorgungsvertrag Depression – ausgehandelt durch die Genossenschaft - wird von den Fachgruppen begrüßt unter den Bedingungen, dass er

  1. eine Versorgungslücke schließt,
  2. die Einschreibung gleichrangig für alle beteiligten Fachgruppen möglich ist,
  3. Psychotherapie innerhalb des IV-Vertrages vorgesehen ist und
  4. die Richtlinien-Psychotherapie in ihrer bisherigen Form dadurch nicht infrage gestellt wird.

Andere, die Psychotherapie nicht unmittelbar betreffende IV-Verträge wurden und werden gegenwärtig bereits innerhalb der Genossenschaft verhandelt und wurden teilweise auch bereits zum Abschluss gebracht.
Gemeinsam mit der 2002 gegründeten Regional-Management-Nordhessen-GmbH beteiligt sich die DOXS an dem Wettbewerb des Bundesforschungsministeriums "Gesundheitsregion der Zukunft". Unter den bundesweit 83 Anträgen kam der nordhessische Antrag in die Auswahl der ersten 20 von denen dann noch einmal fünf Bewerber nominiert werden sollen. Im Juni wurden zunächst nur zwei Bewerber als Modellregion ausgewählt, die mit Fördermitteln in Millionenhöhe ausgestattet, daran gehen können ihre Pläne umzusetzen. Die verbliebenen 18 anderen Bewerber, darunter auch der Antrag aus Nordhessen, müssen sich weiter um die Nominierung bemühen. Teilprojekte des nordhessischen Antrages beinhalten folgende Themen:

  • Behandlungspfade
  • IT-Vernetzung
  • vernetzte Versorgung psychisch kranker Menschen
  • integrierte Palliativ-Versorgung
  • Versorgungsnetze und Behandlungspfade in der Schmerzversorgung
  • sowie ein Zukunftslabor Kommunikationsmedizin

Ein Teil der Projekte wird federführend von Wissenschaftlern der Uni Kassel geplant, an anderen Teilprojekten sind Krankenkassen sowie Industrieunternehmen (Computerbranche, Medizintechnik) beteiligt. Weitere wichtige Kooperationspartner im Gesamtprojekt sind einzelne Krankenhäuser der Region.
Verglichen mit der Anfangsphase beginnt die Genossenschaft langsam an Konturen zu gewinnen.

DOXS – Die nordhessische Genossenschaft von ambulant tätigen Ärzten und Psychotherapeuten ist in Bewegung!

Im November 2007 gründete sich in Kassel die DOXS-Genossenschaft: Ärzte und Psychotherapeuten in der Mitte Deutschlands mit dem Ziel fachgruppenübergreifend gesundheitspolitische und wirtschaftliche Interessen der ambulant tätigen Ärzte und Psychotherapeuten regional kompetent und mit Nachdruck zu vertreten.
Durch die vielfältigen avisierten Aktivitäten hoffte man die laufenden Kosten für eine so große Sozietät ohne Mitgliedsbeiträge aus den zu rekurrierenden Einnahmen bestreiten zu können. Durch Verzögerungen bei der Eintragung in das Genossenschaftsregister – die Eintragung erfolgte erst im August 2008 – sowie Schwierigkeiten in den Verhandlungen mit den avisierten Vertragspartnern stand die Genossenschaft bereits im Herbst 2008 kurz vor dem finanziellen Kollaps: Mit dem Aufbrauchen der hälftigen Einlagen der Genossenschaft stand diese vor der Insolvenz.
Der Versuch, die Satzung der Genossenschaft dahingehend zu ändern, dass ein Beitrag von bis zu hundert Euro im Monat in der Satzung festgeschrieben würde, scheiterte dann im November 2008 am Widerstand der Mitglieder. Ausschlaggebend hierfür war wohl der große Unmut der Genossen über den Wortbruch sowie die mangelnde Transparenz und fehlende Kommunikation zwischen Vorstand und Aufsichtsrat einerseits und den Genossen andererseits.
Auf der im Februar 2009 einberufenen außerordentlichen Generalversammlung konnte dann die erforderliche Mehrheit für eine Satzungsänderung und einen monatlichen Mitgliedsbeitrag in Höhe von 75 Euro verabschiedet werden. Von den ca. 800 Mitgliedern der Genossenschaft beantragten knapp 200 Mitglieder ihren Austritt, so dass die DOXS nun mit immerhin noch weiterhin 600 Mitgliedern ihre Arbeit fortsetzen wird.
Hatten sich im ersten Jahr der Gründung die Fachgruppen der P-Fächer (Psychotherapie, Psychosomatik, Psychiatrie) gemeinsam auf gut besuchten Fachgruppentreffen miteinander ausgetauscht und waren sie sich so in ihren unterschiedlichen Wünschen und Nöten sowie dem gemeinsamen Verstehen der gesundheitspolitischen Entwicklung näher gekommen, so wurde dieser fruchtbare Prozess der Auseinandersetzung und Annäherung unterbrochen durch die innerverbandlichen Auseinandersetzungen.
Neben vielen anderen Projekten, die von DOXS in dieser Zeit angestoßen wurden, gelang es, in dem vom Bundesforschungsministerium ausgeschriebenen Projekt (BMF-Projekt) "Gesundheitsregion der Zukunft" von 87 Bewerbern in die engere Auswahl von 20 Projekten zu gelangen, die sich um die zehn Millionen Fördermittel (plus zehn Millionen eingeworbener Mittel) bewerben und ihre ausgearbeiteten Projektpläne bis Ende März 2009 abzugeben hatten. Die Auswahl der maximal fünf Projekte erfolgt voraussichtlich im Juni 2009.
Neben einigen anderen Plänen im Rahmen dieses BMF-Projektes wurde zwischen der AOK und der DOXS eine Kooperation vereinbart, die auch unabhängig vom Ausgang des Wettbewerbs durchgeführt werden soll. Sie widmet sich der Fragestellung: Wie entwickelt man gemeinsam einen IV-Vertrag? Hier soll es darum gehen, in definierter paritätischer Besetzung in Arbeitsgruppen zu verschiedenen Krankheitsbildern wie etwa Parkinson, MS, Depression u. a. sich der Frage qualifiziert anzunähern, wo es im Gesundheitssystem zu "Staus" kommt, d. h., wo die Kooperation zwischen Ärzten, Krankenhäusern, Kassen mangelhaft ist und eine gute Gesundheitsversorgung behindert. Erst im nächsten Schritt sollen IV-Verträge angestrebt werden.
Die Fachgruppe der "P-Fächer" hat sich nun dafür entschieden, gemeinsam eine inhaltliche Auseinandersetzung zu dem Thema "Depression" zu führen, um einen Vertreter der Gruppe mit einem fundierten Diskussionsergebnis aus der Fachgruppe heraus in eine solche Arbeitsgruppe entsenden zu können. Parallel dazu gibt es derzeitig Bemühungen von Seiten eines Teils der Psychiater in der Genossenschaft explizit an den Psychotherapeuten vorbei einen bereits bestehenden, alten (und wenig erfolgreichen) Depressionsvertrag durch den DOXS-Vorstand für sie verhandeln zu lassen. Dies wurde jedoch vom Vorstand der DOXS abgelehnt mit dem Verweis, dass das Kernziel der DOXS eine grundsätzlich fachübergreifende Kooperation innerhalb der Genossenschaft beinhaltet. Ziel sei es, so der Vorstand, "intelligente Verträge und Kooperationsmodelle zu schaffen, an deren Diskussion und - wenn es Sinn macht - auch an deren Durchführung sich Kollegen der verschiedenen Facharztgruppen beteiligen können und deren Produkt (Behandlungspfad/Vertragsvorschlag) die Kollegen schätzen/unterstützen oder zumindest nachvollziehen und tolerieren können".
Es bleibt also weiterhin spannend, welchen Weg die Genossenschaft gehen wird und welchen Einfluss die Genossenschaft auf die Gesundheitsversorgung der Zukunft wird nehmen können.