Neues zur Honorarentwicklung 2010

Im 3. Bundesmitgliederrundbrief wurde ausführlich über die Honorarsituation informiert. Hier nochmal eine kurze Zusammenfassung:
An der bisherigen Honorarhöhe wird sich 2010 nichts ändern. Auch nicht in Hessen.
Die für 2010 geplanten Abschläge wegen Überversorgung sollen in 2010 beschlossen werden. Es ist allerdings fraglich, ob Psychotherapie in diese Regelung mit einbezogen werden darf.
Ab 2010 wird sich die Gesamtvergütung an der Morbidität der Bevölkerung orientieren. D. h. Diagnosen spielen ab diesem Zeitpunkt eine große Rolle. Es werden deshalb im nächsten Jahr Dokumentationsrichtlinien eingeführt.
Der Bewertungsausschuss hat beschlossen, dass die bisherigen Zeitkapazitätsgrenzen bestehen bleiben.
Konvergenzbeschlüsse (Ausgleichszahlungen für Verliererpraxen) dürfen keine Leistungen mehr heranziehen, die bereits mengengesteuert sind. D.h. für die Psychotherapie, dass sowohl die genehmigungspflichtigen als auch die nichtgenehmigungspflichtigen Leistungen nicht mehr für Ausgleichszahlungen herangezogen werden dürfen.

Else Döring

Aktuelles aus der KV Hessen – November 2009

Honorarkürzungen für nicht-genehmigungspflichtige Leistungen verhindert!

Den psychotherapeutischen Vertretern in der KV ist es gelungen, drohende Honorarkürzungen im Bereich der nicht-genehmigungspflichtigen Leistungen zu verhindern, nachdem die letzte Vertreterversammlung der KV diese auf Betreiben der Fachärzte und der Hausärzte rückwirkend zum Quartal III-2009 beschlossen hatte. Dieser Beschluss hätte zu einem Honorareinbruch von bis zu 30 % bei den nicht-genehmigungspflichtigen Leistungen führen können.

Hintergrund dieses Beschlusses war die massive Ausweitung der sogenannten freien Leistungen bei den Hausärzten und Fachärzten gewesen, was dazu geführt hatte, dass die Regelleistungsvolumina für die Ärzte in der Zukunft weiter deutlich abgesunken wären. Wir Psychotherapeuten sollten für diese Leistungsausweitung in die Mithaftung genommen werden, obgleich im ersten Quartal 2009 wir insgesamt deutlich weniger abgerechnet hatten, als für unsere Leistungen geplant gewesen war.

 

Nachvergütung genehmigungspflichtiger Leistungen für die Jahre 2000/2001

Die KV Hessen hat inzwischen zugesagt, die durch das Urteil des Bundessozialgerichtes vorgegebene und durch den Bewertungsausschuss schon zu Beginn des Jahres beschlossene Neuberechnung der Mindestpunktwerte für genehmigungspflichtige Leistungen für die Jahre 2000 und 2001 vorzunehmen. Den entsprechenden Berechungsvorgaben haben sich für die KV Hessen folgende Werte ergeben:

für 2000 4,86 ct. (alt 4,69 ct.)

für 2001 5,13 ct. (alt 4,83 ct.)

Anhand Ihrer Nachvergütungsbescheide aus 2005 für diese beiden Jahre können Sie mit diesen Punktwerten ausrechnen, wie viel Honorar Sie nachbezahlt bekommen werden.

Die Nachzahlung erfolgt aber nur in den Fällen, in denen der Honorarbescheid für diese Jahre noch nicht rechtskräftig geworden ist.

 

Nachvergütung für probatorische Sitzungen in der Quartalen 2-2005 bis 4-2008

Hier hat sich die KV leider uneinsichtig gezeigt und ist entgegen Zusagen zu Beginn des Jahres nicht mehr unserem Nach-Berechnungsvorschlag gefolgt. Wir müssen diese Frage voraussichtlich leider wieder mit der KV gerichtlich ausfechten. Dazu hat der Landesvorstand den Beschluss gefasst, ein Musterverfahren durchzuführen. Dies haben ebenfalls die Verbände VHVP und DGPT getan, so dass wir hierbei koordiniert vorgehen werden. Bis es zu einem Urteil in dieser Frage kommt, wird es allerdings noch mindestens ein Jahr dauern. Sie selbst müssen dabei nicht tun (außer abwarten) und darauf achten, dass Ihre Honorarbescheide für diese Quartale nicht rechtskräftig werden.

Aktuelle Ergänzung von der letzten Fachausschusssitzung: Nach der Ankündigung unserer Klagebereitschaft hat die juristische Abteilung der KV Hessen eine nochmalige Prüfung zugesagt, ob unsere Rechtsauffassung nicht doch zutreffend ist. Na also!

 

Wirtschaftlichkeitsprüfung der Ziffer 23220 – Psychotherapeutisches Gespräch

Einige Kolleginnen und Kollegen haben vor kurzem Mitteilungen der KV erhalten, dass ihre Abrechnung der Ziffer für das psychotherapeutische Gespräch unwirtschaftlich sei.

Zum Hintergrund: Sämtliche Leistungen in der ambulanten ärztlichen und psychotherapeutischen Behandlung werden einer Wirtschaftlichkeitsprüfung unterzogen. Die hat bei den Psychotherapeuten bislang keine große Rolle gespielt, weil das Gutachterverfahren gemäß den Psychotherapie-Vereinbarungen eine Vorab-Wirtschaftlichkeitsprüfung darstellt. Genehmigungspflichtige Leistungen sind daher von dieser Form der Wirtschaftlichkeitsprüfung ausgenommen. Es gab allerdings auch in der Vergangenheit vereinzelt schon Fälle, in denen Praxen, die überduchschnittlich viele probatorische Sitzungen abgerechnet hatten, einer Wirtschaftlichkeitsprüfung unterzogen worden waren.

Bei der Wirtschaftlichkeitsüberprüfung wird die statistischen Abweichung vom Fachgruppendurchschnitt nach oben betrachtet. Sie können die entsprechenden Daten aus ihrem Honorarbescheid in der Frequenztabelle ersehen. In der letzten Spalte können Sie die Abweichung in Prozent von der Fachgruppe erkennen. Bei einer Abweichung von 100 % nach oben wird das förmliche Verfahren durch die entsprechende Abteilung der KV eingeleitet.

Übrigens: Im Quartal 1-2009 haben die Psychologischen Psychotherapeuten im Durchschnitt ca. 70 mal die Ziffer 23220 abgerechnet. Daran können Sie sich für Ihre Erbringung dieser Leistung orientieren.

 

Neues aus der Abrechnungsabteilung

Nachdem Mitglieder der DPtV immer wieder über bestimmte Schwierigkeiten mit der Abrechnung verschiedener Leistungen berichtet haben und sich diese Fragen im Fachausschuss Psychotherapie nicht befriedigend klären ließen, hat der Fachausschuss mit dem Vorstand der KV Hessen vereinbart, dass drei Mitglieder des Fachausschusses mit Frau Ebert aus der Abrechnungsabteilung diese Fragen besprechen und klären. Hierzu gab es folgende erste Ergebnisse.

 

Wiederaufnahme von Behandlungen nach mehr als 6 Monaten

Es kommt doch hin und wieder vor, dass eine Therapie abgeschlossen wird, ohne dass sämtliche Sitzungen des genehmigten Kontingents ausgeschöpft wurden. Im Falle einer notwendigen Wiederaufnahme der Behandlung ist diese bei einer Therapiepause von mehr als 6 Monaten gemäß den Psychotherapie-Vereinbarungen begründungspflichtig. Wir konnten mit Frau Ebert vereinbaren, dass diese Begründung künftig im Zusatzfeld der ersten Sitzung nach der Wiederaufnahme der Behandlung erfolgen kann. Dabei ist es möglich, dass die Begründung mit einschlägigen Stichworten (z: B. „Krise“, „längere Krankenhausbehandlung“ etc.) erfolgt.

 

Berichte zu Anträgen auf Kurzzeittherapie

Eine neue Regel in der Abrechnung sieht vor, dass Psychotherapeuten, die von der Berichtspflicht für Kurzzeittherapie befreit sind, keine Berichte für Kurzzeittherapie mehr abrechnen können bzw. diese bei der Abrechnung gestrichen werden. Es war dann immer für die Kolleginnen und Kollegen aufwändig, eine Begründung nachreichen zu müssen. Auch hier konnte mit Frau Ebert Einvernehmen erzielt werden, dass eine Begründung im Zusatzfeld der Abrechnungsziffer künftig ausreichend ist (z. B. "Anforderung der Krankenkasse", "Neuantrag innerhalb der 2-Jahresfrist", "Therapeutenwechsel" etc.)

Michael Ruh

Wie geht es weiter mit unseren Honoraren?

Die beinahe gute Nachricht lautet: In diesem Jahr wird sich an den Honoraren nichts mehr verändern. Die Honorare bleiben uns also erst einmal in dieser Höhe erhalten. Dies gilt in Hessen im Bereich der Psychotherapie allerdings nur für die Honorare der genehmigungspflichtigen Leistungen. Die KV Hessen plant nämlich die nicht-genehmigungspflichtigen Leistungen (probatorischen Sitzungen, Berichte, psychotherapeutisches Gespräch, Testverfahren und Grundpauschale) prozentual zu kürzen, um dadurch die Honorare der so genannten "Verlierer" der Honorarreform zu stützen. Ob dies ab dem dritten Quartal der Fall sein wird, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht entschieden, wir haben durch unsere Vertreter der KV Hessen Widerspruch zu dieser geplanten Lösung angekündigt, da wir eine Kürzung der Vergütung unserer Leistungen im Rahmen des Zeitkontingents rechtlich nicht für zulässig halten.

  • Die morbiditätsorientierte Gesamtvergütung wird sich verändern, da sie ab jetzt nicht mehr normativ, sondern nach anderen Kriterien (Diagnosen) bestimmt werden muss
  • Der in 2008 festgelegte Orientierungspunktwert muss ab 2010 neu bestimmt werden.
  • Der Bewertungsausschuss muss beschließen, ob es regionale Anpassungen der Orientierungswerte geben wird. Und er muss einen Beschluss fassen, ob die Bedarfsplanung langfristig durch eine Anreizsystem, nämlich Zu- bzw. Abschläge für unter- oder überversorgte Gebiete ersetzt werden soll.
  • Außerdem sollen die EBM-Leistungen neu kalkuliert werden. Die Kalkulationsgrundlage des EBM soll durch das Institut des Bewertungsausschusses neu überprüft werden.

Was uns da erwartet ist also noch ungewiss. Wir werden regelmäßig darüber informieren

 

Aktuelles aus der KV Hessen – Juli 2009

a) Vertreterversammlung der KV Hessen beschließt Umgestaltung der KV

Am 8.7.2009 fand eine Vertreterversammlung der KV Hessen statt in der über weitere Umstrukturierungsmaßnahmen beschlossen wurde. Wesentliches Ergebnis war, dass die Mitarbeiterzahlen deutlich reduziert werden sollen. Die ca. 1000 Mitarbeiter der KV sollen durch verbesserte Arbeitsabläufe um 100 bis 300 Mitarbeiter reduziert werden. Um dies sozialverträglich zu gestalten, zugleich auch dafür zu sorgen, dass gute Mitarbeiter an Bord bleiben, hat die Vertreterversammlung beschlossen, dass dafür die Verwaltungskostenumlage für die Quartale 1-2009 bis 4-2009 um jeweils 0,45% auf insgesamt 3,35% erhöht wird. Die Umstrukturierungsmaßnahmen haben unter anderem zum Ziel, dass die Verwaltungskostenumlage sich in Zukunft in der Höhe von 2%-2,5% bewegt.
Zu der Zukunft der einzelnen Bezirksstellen, die in der aktuellen Öffentlichkeit heiß diskutiert wurde, hat die Vertreterversammlung noch keine Entscheidung getroffen.

b) Umsetzung der Entscheidungen des Bundessozialgerichtes durch die KV Hessen ist noch nicht erfolgt!

Es hat sich auf der letzten Fachausschusssitzung im Mai gezeigt, dass die Verantwortlichen der KV Hessen den uns zustehenden Nachvergütungen aufgrund der Entscheidung des Bundessozialgerichtes nur nachrangige Bedeutung zumessen. Es wurden bislang noch keinerlei Schritte unternommen, um die Höhe der Nachvergütungen zu berechnen, geschweige denn umzusetzen.
Nachvergütung für die Jahre 2000 und 2001
In diesem Fall liegt schon seit Monaten ein Beschluss des Bewertungsausschusses vor, wie die regionalen KVen die Nachvergütung berechnen müssen. Geschehen ist bislang nichts!
Vergütung probatorischer Sitzungen
Hier hatte die juristische Geschäftsführung auf der Fachausschusssitzung im Februar mitgeteilt, dass sie sich der Auffassung unserer verbändeübergreifenden Arbeitsgruppe anschließt, wie die Berechnung der Mindestvergütung für probatorische Sitzungen ab dem Quartal 2/2005 stattzufinden hat. Auf der Fachausschusssitzung im Mai ruderten die Juristen der KV wieder zurück und wollten sich nicht mehr festlegen.
Als Konsequenz auf diese Hinhaltetaktik der KV Hessen wird der hessische Landesvorstand mit den anderen Psychotherapeutenverbänden in Hessen ein koordiniertes Vorgehen planen, damit die KV Hessen endlich an die Umsetzung der Gerichtsurteile geht und den Kolleginnen und Kollegen das ihnen zustehende Honorar endlich ausbezahlt.

c) Erhöhung der Abschlagszahlungen nach der Honorarerhöhung

Die KV Hessen hatte allen Mitgliedern – auch den Psychotherapeuten – mitgeteilt, dass die monatlichen Abschlagszahlungen aufgrund der Beschlüsse des Bewertungsausschusses um 5% erhöht würden. Dies ist allerdings bei den Psychotherapeuten nicht erfolgt. Auf Nachfrage im beratenden Fachausschuss erklärte der Vorstand der KV, dass die Psychotherapeuten von der Erhöhung der Abschlagszahlung ausgenommen worden sind, obwohl wir diese Mitteilung ebenfalls erhalten haben. Der Vorstand sagte zu, diesen Beschluss noch einmal zu überprüfen.
Jeder Psychotherapeut kann aber davon unabhängig nach Einreichung der Quartalsabrechnung bei seiner Bezirksstelle eine zusätzliche Abschlagszahlung auf die Restzahlung beantragen.
Dies rät der Vorstand der DPtV auch allen Mitgliedern, damit die Honorarerhöhung nicht mit deutlichem zeitlichen Verzug bei Ihnen ankommt.

d) Job-Sharing-Praxen – Punktzahlerhöhung nach EBM-Umstellung ist inzwischen korrekt erfolgt!

Job-Sharing-Praxen, die sich während der EBM-Umstellung im ersten Leistungsjahr befinden, hatten im vergangenen Jahr große Probleme mit der korrekten Berechnung der notwendigen Punktzahlerhöhungen. Die ursprüngliche Berechnung der KV Hessen war fehlerhaft und deutlich zu niedrig. Inzwischen ist der KV Vorstand und die zuständige Fachabteilung der KV Hessen unserem Berechnungen gefolgt, die Umsetzung für die einzelnen Praxen scheint nach unserem Eindruck korrekt zu erfolgen.
Sollten Sie als betroffene Kollegin oder Kollege dazu Fragen haben, können Sie sich an unsere Geschäftsstelle wenden.

e) Hausarztverträge außerhalb der Kassenärztlichen Vereinigung?

Zum 1. Juli wurde dies in den Medien diskutiert und dargestellt. Hier in Hessen hat der Hausärzteverband noch keinen derartigen Vertrag abgeschlossen, da die Krankenkassen zwar gesetzlich dazu verpflichtet sind, sich aber trotzdem weigern diese Verträge abzuschließen, da diese viel Geld kosten würden und sie durch solche Verträge keine Einsparmöglichkeiten, um die zusätzlichen Kosten zu finanzieren. Der zumindest teilweise Ausstieg der Hausärzte aus der Abrechnung der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen würde bedeuten, dass größere Honoraranteile aus der Abrechnung der KV herausfallen, da die Hausärzte diese über ihre Hausärztliche Vertragsgemeinschaft abrechnen würden. Dies hätte zur Folge, dass bei gleich bleibenden Kosten der KV der Verwaltungskostensatz, den auch wir als Psychotherapeuten anteilig aufbringen müssen, entsprechend des fehlenden Honoraranteils erhöht werden müsste. Solche Hausarztverträge gingen daher auch zu unseren Lasten.
Inzwischen haben doch einige Politiker erkannt, dass die gesetzliche Regelung zu den Hausarztverträgen doch nicht das Gelbe vom Ei zu sein scheint. Möglicherweise wird diese Regelung nach der Bundestagswahl wieder aufgehoben oder zumindest modifiziert.

f) Honorarabzug allgemein-ärztliche Weiterbildung

Von einigen Kolleginnen und Kollegen kamen Anfragen an den Landesvorstand, was es mit dem im Honorarbescheid aufgeführten Abzug für die allgemein-ärztliche Weiterbildung auf sich habe und warum wir als Psychotherapeuten dafür bezahlen müssten.
Es verhält sich so, dass die Grundlage dieses Abzugs ein Vertrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung mit den damaligen Spitzenverbänden der Krankenkassen ist, der beinhaltet, dass die Allgemeinärzte in Weiterbildung aufgrund des sich abzeichnenden bzw. schon vorhandenen Mangels an Allgemeinmedizinern, eine Förderung in ihrer praktischen Tätigkeit erhalten, diese wird zur Hälfte von der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung und zur Hälfte von den Landesverbänden der Krankenkassen finanziert.
Auf dieser Vertragsgrundlage hatte die damalige Abgeordnetenversammlung der KV Hessen in 2002 einen Abzug von max. 0,17% vom Honorar aller Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten beschlossen. Dieser Abzug wurde immer in den Quartalen vorgenommen, in denen der Bedarf bestanden hatte. Wenn Geld übrig geblieben war, wurde dieser Abzug ausgesetzt (so die KV Hessen auf der letzten Sitzung des beratenden Fachausschusses Psychotherapie). Daher gab es in einigen Quartalen diesen Abzug nicht, in 3/2008 ist er wieder vorgenommen worden. Wir haben auf der letzten FA-Sitzung den entsprechenden Mangel an Transparenz moniert, es wurde uns Besserung gelobt, wir werden sehen.....
Rechtlich erscheint dieser Honorar-Abzug nicht angreifbar, sollten aber die Hausärzte tatsächlich im nächsten Jahr aus der KV aussteigen und eigene Verträge mit den Krankenkassen abschließen, dann haben die Fachärzte schon angekündigt, dass diese Vereinbarung aufgehoben wird, wir wären dann natürlich auch dafür.
Eine gleichartige Förderung des psychotherapeutischen Nachwuchses in dieser Form ist nicht möglich, da es ja keinen Nachwuchsmangel bei uns gibt, trotz der widrigen Bedingungen der Ausbildung zum Psychotherapeuten. Wir haben aber schon vor Jahren kurz nach der Verabschiedung des Psychotherapeutengesetzes in der KV Hessen erreicht, dass Psychotherapeuten in Ausbildung ihre praktische Tätigkeit in psychotherapeutischen Praxen absolvieren können, dann auch unter bestimmten Voraussetzungen über die Abrechnungsnummer und unter Aufsicht des Praxisinhabers eigenständig Therapien abrechnen können. Diese Förderung wird von vielen Psychotherapeuten in Ausbildung auch gerne in Anspruch genommen, da dadurch zumindest ein Teil der Ausbildungskosten refinanziert werden kann.

g) Finanzierung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes in der KV Hessen

Der ärztliche Bereitschaftsdienst (früher: Notdienst) wurde in den Jahren bis Ende 2008 in der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen aus einem separaten Topf (Honorartopf C) finanziert. Die Psychotherapeuten waren bei der Finanzierung dieses Honorartopfes mit drei Prozent ihres Honorars dabei. Dies ist wahrscheinlich vielen Kolleginnen und Kollegen gar nicht aufgefallen, weil dies im Honorarbescheid nicht ausgewiesen wurde. Es wurde vielmehr einfach der errechnete Mindestpunktwert für die genehmigungspflichtigen Psychotherapieleistungen um drei Prozent verringert, sodass sich das Honorar für diese Leistungen entsprechend um drei Prozent verringert hatte (dies ist auch Gegenstand unseres Klageverfahrens vor dem Sozialgericht Marburg, siehe unten).
Da durch die Honorarreform die Kassenärztlichen Vereinigungen auf Landesebene keine Honorartöpfe für die einzelnen Fachgruppen mit unterschiedlichen Punktwerten mehr bilden dürfen, es vielmehr einen einheitlichen Punktwert (bundesweite Orientierungspunktwert) für alle Leistungen gibt, gibt es auch einen Honorartopf C zur Finanzierung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes nicht mehr. Die Kassenärztlichen Vereinigung Hessen hat daraufhin ein Modell entwickelt, bei dem alle Mitglieder der KV über eine Umlage in Höhe von ca. 0,6 bis 0,9 Prozent des Honorars den ärztlichen Bereitschaftsdienst finanzieren sollen.
Die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen hat dieses Modell abgelehnt und vielmehr beschlossen, dass nur eine Pauschale in Höhe von ca. 200 € pro Dienst durch eine Umlage subventioniert werden soll. Diese Umlage beträgt ca. 0,15 bis 0,2 Prozent des Honorars. Sie soll zunächst bis zum Ende des Jahres 2009 gelten. Auch wenn es für Psychologische Psychotherapeuten und Kinder-und Jugendlichenpsychotherapeuten keine Verpflichtung zum Bereitschaftsdienst gibt, so gibt es für uns natürlich ebenfalls eine Präsenzpflicht für die von uns behandelten Patienten. Der ärztliche Bereitschaftsdienst nimmt uns diese Präsenzpflicht zu den Unzeiten der Praxis (nachts und am Wochenende) ab. Daher hat eine .geringfügige Mitfinanzierung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes durch unsere Honorare auch eine gewisse Berechtigung. Allerdings halten wir eine Finanzierung eines ärztlichen Bereitschaftsdienstes aus unserem Honorar, der über das absolut Notwendige hinausgeht, bei unseren nach wie vor im Vergleich zu allen Ärzten sehr niedrigen Vergütungen nicht mehr für angemessen.
Daher haben die Vertreter der Psychotherapeuten in der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen nur dieser Minimallösung zugestimmt. Wir werden auch in Zukunft ausufernde Kosten für den ärztlichen Bereitschaftsdienst konsequent ablehnen.

h) Bedarfsplanungsrechtliche Mindestquote für KJP

Der Bundestag hatte im vergangenen Jahr eine Mindestquote von 20% für die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie beschlossen. Wie schon im Bundesmitgliederrundbrief mitgeteilt wurde, hat sich die Umsetzung dieses Gesetzes durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (GemBA) verzögert. Nach der derzeitigen Beschlusslage des GemBA werden zudem die doppelt approbierten Psychologischen Psychotherapeuten/Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten mit einem Faktor von 0,5 mitgezählt. Für Hessen hat eine Hochrechnung der Bedarfsplanungszahlen ergeben, dass dann im ganzen Land nur insgesamt 21 zusätzliche Sitze für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten frei werden.

i) TK-Modellprojekt

Im April diesen Jahres tagte seit längerem wieder einmal der Projektbeirat zum TK-Modellprojekt in der KV Hessen. Neben verschiedenen Problemen, die in der Durchführung des Modellprojektes aufgetaucht waren, wurde auch über den Abschluss des Projektes zum 31.12.2009 gesprochen. Bis dahin abgeschlossene Behandlungen können noch in das Modellprojekt zur Auswertung aufgenommen werden. Der Projektbericht wird bis zum 30.6.2010 erstellt sein. Wir haben in der Besprechung mit der TK und der KV Hessen vereinbart, dass im Herbst 2010 in Hessen eine Abschlussveranstaltung mit Bericht und Diskussion über die Ergebnisse des Modellprojektes für die teilnehmenden Psychotherapeuten durchgeführt wird.
Die bisher schon von der TK öffentlich kommunizierten Ergebnisse sind durchaus erfreulich: Die von uns behandelten Patienten sind tatsächlich krank und Psychotherapie hilft. Für uns ist das ja nichts Neues, wenn dies aber eine Krankenkasse bei 1200 ihrer Versicherten feststellt, dann kann uns dies in der politischen Diskussion um den Stellenwert der Psychotherapie im Gesundheitswesen nur nutzen.

Aktuelles aus der KV Hessen

a) Nachvergütung für genehmigungspflichtige Leistungen in den Jahren 2000 und 2001

Gemäß dem Urteil des Bundessozialgerichts vom 28.5.2008 wird die KV Hessen eine Nachvergütung für diejenigen Kolleginnen und Kollegen vornehmen, deren Honorarbescheide aus den Quartalen 2000 und 2001 noch nicht rechtskräftig geworden sind. Dies teilte die juristische Geschäftsführung auf der letzten Sitzung des beratenden Fachausschusses Psychotherapie im Februar mit. Über die Höhe und den Zeitpunkt der Auszahlung wollte die KV noch keine Angaben machen.
Nach eigenen Berechnungen dürfte sich die Nachvergütung auf ca. 0,3 Cent pro Punkt belaufen, so dass eine durchschnittliche Praxis (18 Sitzungen/Woche) mit ca. 6.500 € Nachzahlung rechnen kann.

b) Vergütung probatorischer Sitzungen für die Quartale 2/2005 bis 4/2008

Ebenfalls beanstandet hat das Bundessozialgericht in seiner Entscheidung eine zu geringe Vergütung der probatorischen Sitzungen, wenn diese im unterhalb von 2,56 Cent/Punkt liegt. Dies dürften bei einer Vielzahl von Praxen in Hessen aufgrund der vielfältigen Begrenzungsmaßnahmen seit der Einführung der EBM 2000+ ab dem Quartal 2-2005 der Fall sein. Allerdings ist dies bei den Praxen je nach Leistungsspektrum sehr unterschiedlich. Dies KV hat sich auf der Fachausschusssitzung im Februar unserem Berechnungsmodell für eine Nachvergütung der probatorischen Sitzungen weitgehend angeschlossen.
Die Berechnung der Nachvergütung für die probatorischen Sitzungen erfolgt das praxisindividuell im Rahmen der jeweiligen Widerspruchsverfahren. Auch hier machte die KV keine Angaben zum Zeitpunkt der Berechnung und Auszahlung. Wir werden aber weiter auf zeitnahe Erledigung drängen.

c) Aktuelles für Job-Sharing-Praxen

Punktzahlerhöhung im ersten Leistungsjahr:Eine ganze Reihe von Job-Sharing-Praxen, die sich während der EBM-Umstellungen in 2008 und in 2009 im ersten Leistungsjahr befanden/befinden, hatten von der KV Hessen erst verspätet und dann auch noch fehlerhafte Mitteilungen über die Punktzahlerhöhungen bekommen, die sie für eine Beschlussfassung des Zulassungsausschusses unterschreiben sollten. Hier ist es unserem hartnäckigen Einsatz zu verdanken, dass die KV Hessen inzwischen die Punktzahlerhöhung korrekt vornimmt. Sie können also die entsprechenden Berechnungen der KV getrost unterschreiben, wenn diese Ihnen zugehen. Sollten Sie sich dabei unsicher sein oder Fehler feststellen, wenden Sie sich an unsere Geschäftsstelle.Leistungsbedarfsanpassung in den nachfolgenden LeistungsjahrenDie KV Hessen nimmt von Amts jedes Quartal wegen eine Anpassung der Punktzahlobergrenzen bei Job-Sharing-Praxen vor. Da sich die durchschnittliche Leistungsmenge aller Psychotherapeuten von Jahr zu Jahr immer leicht erhöht hat, ging dies immer auch mit einer leichten Erhöhung der Punktzahlobergrenzen einher. Auch Erhöhung der Punktzahlen für psychotherapeutische Leistungen ab 2008 wird auf dem Weg der nachträglichen Leistungsbedarfsanpassung vorgenommen, so dass die Kolleginnen und Kollegen, deren Job-Sharing-Praxis sich im 2. oder weiteren Leistungsjahr befindet, keinen Antrag stellen müssen. Sie müssen nur darauf achten, dass Sie von der KV die entsprechenden Mitteilungen über die Anpassung der Punktzahlobergrenzen erhalten, damit Sie sich in Ihrem Leistungsumfang daran orientieren können.

Nebentätigkeit in der Job-Sharing-Praxis
Gemäß eines älteren Urteils des Bundessozialgerichtes darf ein Vertragspsychotherapeut nur im Umfang von maximal 13 Stunden/Woche einer anderen angestellten Tätigkeit nachgehen. Der Zulassungsausschuss und die KV Hessen haben dies bislang auch so für Partner von Job-Sharing-Praxen angewandt, obwohl die Partner einer Job-Sharing-Praxis ja nicht jeder einen vollen Versorgungsauftrag erfüllen müssen, sondern sich gemeinsam einen Versorgungsauftrag teilen. Unser Justitiar, Herr Dr. Tripp, vertritt derzeit vor dem Berufungsausschuss ein Verfahren, in dem eine Korrektur dieser Regelung erreicht werden soll. Diese soll analog der Nebentätigkeit bei hälftigem Versorgungsauftrag erfolgen und damit bis zu 26 Stunden Nebentätigkeit eines Job-Sharing-Partners ermöglichen. Wir werden Sie über das Ergebnis auf dem laufenden halten.
Aufgrund der Vielzahl der Anfragen zu diesen Themen hat der Landesvorstand beschlossen, Informationsveranstaltungen zum Thema rund um das Job-Sharing durchzuführen. Die erste Veranstaltung am 25.4.2009 in Frankfurt ist schon ausgebucht, für die zweite Veranstaltung am 11.7.2009 sind noch einige Plätze frei. Wenn Sie Interesse haben, melden sie sich bitte mit dem beiliegenden Anmeldeformular in unserer Geschäftsstelle an. Die Teilnahmemöglichkeit richtet sich nach dem Eingang der Anmeldung.

d) Teilzulassung/hälftiger Versorgungsauftrag

Seit diesem Jahr ist es möglich, auch hälftige Versorgungsaufträge (Kassensitze) zu erwerben und zu verkaufen. Die KV Hessen hat uns auf der Fachausschusssitzung im Februar folgende Regelungen  mitgeteilt:

  1. Psychotherapeutischen Praxen mit hälftigem Versorgungsauftrag bekommen als Leistungsobergrenze für die Vergütung nach dem Orientierungspunktwert das halbe Zeitkontingent des EBM 2009 zugeteilt. Oberhalb dieser Grenze wird nur noch der abgestaffelte Punktwert vergütet.
  2. Die Mindestpräsenzzeiten werden ebenfalls halbiert. Bei einem hälftigen Versorgungsauftrag ist eine Mindestpräsenzzeit in der Praxis von 10 Stunden/Woche erforderlich.
  3. Die Zeitumfang einer möglichen angestellten Nebentätigkeit wird bei hälftigem Versorgungsauftrag auf 26 Stunden/Woche verdoppelt. Es ist aber dabei zu beachten, dass eine angestellte Nebentätigkeit nur im Krankenhaus, nicht aber weiterhin in Beratungsstellen oder ähnlichen Einrichtungen möglich ist.