Bericht vom Beratenden Fachausschuss Psychotherapie (BFA) der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KV-H)

Ein Jahr nach den KV-Wahlen in Hessen konnte am 25.  Oktober 2011 der BFA zu seiner konstituierenden Sitzung zusammentreten. Die Verzögerung von einem Jahr entstand durch Änderungen der Satzung der KV Hessen, die vom Hessischen Sozialministerium zunächst nicht genehmigt und nach den erforderlich gewordenen Korrekturen erst im Juni 2011 in Kraft treten konnten.
Gleichwohl trafen im vergangenen Jahr bereits die avisierten Mitglieder des neu zu besetzenden BFA zu Besprechungen mit dem KV Vorstand  zusammen. U.a. gelang es auf diesem Wege eine von Michael Ruh angestoßene Resolution in der KV-H einzubringen und zu verabschieden, die nachfolgend auch auf Bundesebene durch den BFA und die KBV verabschiedet wurde. Hierin stellt sich die KBV u.a. hinter die Forderung der Psychotherapeuten - in Abweichung von den Honorarregelungen anderer Arztgruppen ab 2012 - weiterhin eine bundeseinheitliche Vergütung der mit den genehmigungspflichtigen Leistungen zusammenhängenden Abrechnungspositionen in €-Beträgen, sowie die Beibehaltung der zeitbezogenen Kapazitätsgrenzen zu gewährleisten.
Die Psychologischen Psychotherapeuten (5 Sitze) und die Kinder- und Jugendlichen Psychotherapeuten (1Sitz) werden in dieser Legislaturperiode entsprechend des Verhältnisses der Wahlergebnisse der KV-H im vergangenen Jahr nun vertreten durch:
Michael Ruh (DPtV)
Heide Matschuck (DPtV)
Jörg Wollstadt (Liste Verhaltenstherapie)
Wolfgang Schwerd (Psychodynamische Liste)
Tilo Silwedel (vhvp)
Helga Planz (vhvp) als Vertreterin der KJP

Im Fachausschuss vertreten sind außerdem die Ärztlichen Psychotherapeuten mit 6 Sitzen. Die beiden Vorsitzenden des Ausschusses für diese Legislaturperiode (Herr Schwerd für die PP und Herr Klauenflügel für die ÄP) wurden gewählt.
Auf der Sitzung des BFA im Oktober ging es u.a. um folgende Themen:

  • Bericht des KV Vorstandes über den aktuelle Diskussionsstand  zum Versorgungsstrukturgesetzes auf Bundesebene, das zum 1.1.2012 in Kraft treten wird und das eine Vielzahl von Veränderungen zur Folge haben wird.
  • Stand der Nachvergütung für das Jahr 2008 wegen erhöhter Betriebsausgaben
    Soweit die Honorarbescheide für dieses Jahr noch nicht rechtskräftig sind, wird es kleinere Nachzahlungen geben, die auf den kommenden Honorarabrechnungen mit aufgeführt und in diesem Rahmen ausgezahlt werden.
  • Rückzahlung der Ausgleichskürzungen und Ausgleichszahlungen 3/2005 – 4/2008 im Rahmen der +- 5%-Regelung)
    Die KV-H wird nun alle Bescheide individuell und Quartal für Quartal neu überprüfen und entsprechende Rückforderungen und Rückzahlungen vornehmen. Um die zu erwartenden Nachvergütungen vornehmen zu können, hat die KV-H Rückstellungen in erheblicher Höhe vorgenommen.
  • Kollegen, die ihre Praxis abgeben, haben auf Antrag bei der KV-H die Möglichkeit bereits begonnene und genehmigte Psychotherapien in den zwei Folgequartalen nach Abgabe ihrer Praxis die Behandlungen fortzusetzen und abzuschließen. Weitere Modelle für die Übergangszeit vor und nach Abgabe einer Praxis sollen im Fachausschuss weiter diskutiert werden.
  • Die klarstellende Regelung der KBV, dass probatorische Sitzungen im zwei-Jahres-Zeitraum nach Abschluss einer Psychotherapie erneut abgerechnet werden können, wenn im Anschluss ein Antrag auf Psychotherapie bei einer Krankenkasse gestellt wird, ist von der KV-H bisher nicht umgesetzt werden. Hier ist ein weitere Klärung auf der Folgesitzung des BFA erforderlich.

Heide Matschuck

Neue Kartenlesegeräte anschaffen?

(aus dem Mitgliederrundbrief der Landesgruppe Rheinland-Pfalz)

Vor einiger Zeit bekamen Sie von der KV Hessen die Formulare zugeschickt, mit denen Sie bis zum 30. September 2011 einen Antrag auf Erstattung der Anschaffungskosten für ein neues Kartenlesegerät stellen können. Entscheiden, ob Sie in Ihrer Praxis neue Kartenleser einsetzen wollen oder nicht, müssen Sie letztlich jedoch selbst. Sie stehen jedoch vor folgenden Alternativen bei diesen Tatsachen und Optionen.

Sie haben bereits ein MKT-Gerät
Von 1. Oktober 2011 an, also ab dem 4. Quartal werden die ersten Patienten mit der neuen  elektronischen Krankenversicherten-Karte in Ihre Praxis kommen. Nach den gesetzlichen Bestimmungen werden die Versicherten ihre alten Karten bei Erhalt der neuen abgeben müssen. Wer dann keines der neueren MKT-Terminals in der Praxis stehen hat, kann die neue Karte nicht einlesen und muss, wenn er mit der KV die Leistungen abrechnen will, auf das Ersatzverfahren zurückgreifen. Vielleicht haben Sie ja schon solch ein neues MKT-Gerät. (Sie können es überprüfen: Wenn Sie Ihr Lesegerät einschalten, können Sie ganz kurz danach im Display z.B. lesen: „MKT XXXX“ bei einem ORGA HML 5000/5010: „MKT 5000“, das ein solches MKT-Gerät ist) Viele neuere Praxen wissen nicht, dass sie ein MKT-Gerät, die schon seit einigen Jahren ausgegeben werden, besitzen. Sie erhalten im Internet (z.B. hier: www.kvtelematik.de ) oder bei Ihrer Softwarefirma für die Abrechnung die Auskunft, ob ihr Gerät ein ganz altes KVK-Lesegerät, das ab Oktober 11 nicht mehr bei den neuen eCards einsetzbar ist, oder schon ein neueres MKT-Gerät ist. Wer bereits ein MKT-Gerät hat, müsste dann bei diesem ersten Schritt der Einführung der e-Card bei den Versicherten nichts tun.

Sie haben kein MKT-Gerät...
...wollen aber aus verständlichen Datensicherheitsgründen kein eHealth-Terminal mit möglicher Online-Anbindung anschaffen. Es gibt preisgünstige Angebote von MKT-Geräten, zum Teil auch gebraucht über eBay, die für das Einlesen der neuen eCards der Versicherten ab Oktober völlig ausreichen.

Online-Anwendungen kommen ab 2013
Die eGK wird in einem ersten Schritt ab Oktober, dem so genannten eGK-Basisrollout lediglich die heutige KVK ersetzen. Der Arbeitsablauf in der psychotherapeutischen Praxis beim Einlesen der neuen eGK wird der gleiche bleiben, wie beim Einlesen der heutigen KVK. Aber Achtung: im nächsten Schritt, der geplant ist, sollen die ersten drei neuen online Anwendungen (Online- Versicherten-Stammdaten-Abgleich, Notfalldaten und eArztbrief) eingeführt werden. Dies ist zeitlich jedoch noch völlig offen, geplant ist ab 2013, jedoch ohne feste Zusage. Die bisherigen Verzögerungen des gesamten Projekts sprechen für sich. Sie werden auf alle Fälle erst nach erfolgreich durchgeführten Tests in ausgewählten Bezirken und Freigabe folgen. Das Kartenlesegerät soll dann und erst zu diesem Zeitpunkt in Verbindung mit den Online-Diensten gleichzeitig beim Einlesen mit dem elektronischen Heilberufeausweis gekoppelt werden, der in den zweiten Leseschlitz eingesteckt werden wird. Diesen Schritt – sofern er kommen sollte - können die MKT-Geräte nicht mehr mitmachen. Sie könnten, wenn Sie jetzt nicht mitgehen wollen, sich dann später immer noch ein neues eHealth-Terminal-Gerät kaufen, jedoch dann ohne Bezuschussung durch die Kassen.

Ich will jetzt ein neues eHealth-Terminal
Wenn Sie sich entschließen, jetzt von der Bezuschussung Gebrauch zu machen, bestellen Sie sich ein für Ihr Abrechnungsprogramm kompatibles Gerät, am besten beim Hersteller Ihrer Abrechnungssoftware. Nach Lieferung und Bezahlung stellen Sie bis zum 30.09.11 mit dem entsprechenden Formular bei der KV den Erstattungsantrag und erhalten 570,- €. Rechnungen müssen Sie nicht einreichen.

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