Apps und ePA: Vertrauen fraglich

DPtV Mecklenburg-Vorpommern fordert Datenschutz zum Welttag der Patientensicherheit

Grevesmühlen, 16. September 2019 – „Patient*innen müssen auch in einem digitalisierten Gesundheitssystem sicher sein“, fordert Karen Franz, Vorsitzende der Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV). „Details über psychische Erkrankungen sind hochsensibel und können leicht missbraucht werden. Gesundheits-Apps und elektronische Patientenakten müssen diese Daten vertraulich verarbeiten – sonst überwiegen die Risiken die Chancen der Digitalisierung.“ Der Welttag der Patientensicherheit appelliert daher am 17. September 2019 an eine „Sicherheitskultur auf allen Ebenen“.

Digitalisierung nicht ohne Sicherheit der Patientendaten

„Rund 550 Psychotherapeut*innen behandeln in Mecklenburg-Vorpommern Tag für Tag ihre Patient*innen. Vertrauen ist dabei die wichtige Basis für eine erfolgreiche Therapie“, betont Franz. „Dazu gehört auch die Verschwiegenheit des/der Psychotherapeut*in.“ Die Digitalisierung hat in den letzten Jahren Einzug in die Psychotherapie gehalten: Apps wollen unter anderem bei Depressionen helfen, die Bundesregierung plant die Einführung der Elektronischen Patientenakte (ePA). „Die Patientensicherheit muss bei all diesen Ideen im Mittelpunkt stehen“, betont die Vorsitzende.

Datenschutz bei Gesundheits-Apps teilweise bedenklich

Schon der bloße Download einer „Gesundheits-App“ kann problematisch sein. „Wenn Herr X oder Frau Y bei Apple oder Google eine App gegen Depressionen heruntergeladen hat, kann die Firma daraus schon sehr konkrete Schlüsse ziehen“, gibt Franz zu bedenken. Laut Stiftung Warentest und der Computer-Zeitschrift „c’t“ wiesen beliebte Apps zudem schwere Datenschutz-Mängel auf. Handy-IDs wurden dabei übertragen und ermöglichten detaillierte Rückschlüsse auf den/die Nutzer*in. Zum Teil hielten sich die Apps zwar formal an Datenschutz-Gesetze, sendeten aber umfangreiche Daten an Facebook oder Amazon. „Daten zu psychischen Erkrankungen, die einer Person zuzuordnen sind und auf dem Server einer privaten Firma liegen, sind ein Sicherheitsrisiko“, betont die Vorsitzende. „Menschen könnten damit von Versicherungen ausgeschlossen oder erpresst werden.“

ePA-Start ohne Daten-Hoheit

Mit der ePA sollen Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen ab 2021 Zugriff auf sämtliche Patientendaten haben, um Doppel-Untersuchungen zu vermeiden und wichtige Diagnosen einsehen zu können. Laut Bundesministerium für Gesundheit werden Patient*innen zum Start der ePA jedoch keine Möglichkeit haben, ihre Daten nur für bestimmte Behandler*innen freizugeben. „Jeder Behandelnde und möglicherweise auch das Praxispersonal könnten sehen, dass ich in Psychotherapie bin oder war. Diese Information muss ich als Patient gezielt freigeben bzw. gezielt sperren können“, so Franz.

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