Corona-Krise: Psychotherapeutische Hilfe muss Patient*innen erreichen – per Video und Telefon

„Die Psychotherapeut*innen stehen in der Corona-Krise vor großen Herausforderungen. Für diese brauchen wir schnelle und unkomplizierte Hilfe“, betont Gebhard Hentschel, Bundesvorsitzender der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV). „Zum einen versorgen wir unsere bisherigen Patient*innen in den Praxen und in Videobehandlung. Zum anderen aber befürchten wir, dass unter den Belastungen der Corona-Krise mehr Menschen in Deutschland an ihre psychische Belastungsgrenzen stoßen und psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen. Für psychotherapeutische Hilfe und stützende Gespräche als Krisenintervention brauchen wir Video und Telefon als Werkzeuge.“ Die vorübergehende Freigabe der Videobehandlung für Sprechstunden und probatorische Sitzungen durch die Vertragspartner Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und Gesetzliche Krankenkassen (GKV-SV) ermöglicht den Erstkontakt und eine evtl. notwendige Behandlung per Video. „Viele Psychotherapeut*innen nutzen diese Möglichkeit, um ihre Patient*innen weiter zu versorgen“, sagt Hentschel. „Die Versorgung und Krisenintervention per Telefon ist aber ein wichtiger Baustein, der fehlt. Weniger technisch versierte Patient*innen oder Menschen in Gebieten mit schlechter Internetverbindung sind auf eine psychotherapeutische Hilfe per Telefon angewiesen.“ Die Maßnahmen könnten zeitlich befristet sein, müssten nun aber schnell ermöglicht werden. Bereits am 16. März 2020 habe sich die DPtV in einem Brief an die KBV gewandt und neben der Videobehandlung auch das Telefongespräch gefordert. „Das Thema ist nicht unproblematisch, aber in dieser Krisensituation müssen wir gemeinsam eine Lösung für die Patient*innen finden“, sagt der Bundesvorsitzende.