Fachtagung "KJP in NRW - Ein Beruf mit Zukunft - Zukunft des Berufes"

Am 10.05.2019 fand im CongressCentrum Oberhausen der mit etwa 100 Teilnehmern sehr gut besuchte Fachtag „KJP in NRW – ein Beruf mit Zukunft – Zukunft des Berufes“ statt, der sich einerseits einer angenehmen, fast familiären Atmosphäre erfreute, andererseits sehr erfolgreich den anspruchsvollen Bogen zwischen berufspolitischen und fachlichen Themen spannen konnte.

Dr. Inez Freund-Braier, Vorsitzende der Landesgruppe Westfalen-Lippe der DPtV, eröffnete den Kongress u.A. im Namen der KJP-Fachgruppe des Bundesverbandes der DPtV mit Hinweisen auf das Besondere der Arbeit und Praxisorganisation als Kinder und Jugendlichenpsychotherapeut*in: „So wissen wir oft nicht, wenn wir ins Wartezimmer gehen und unseren Patienten abholen, ob wir es mit einer einzelnen Person oder mit einer ganzen Gruppe (Eltern, Pflegeeltern, Betreuern, Jugendamtsmitarbeiter, Vormund, Lehrern…) zu tun bekommen. Genauso wissen wir oft nicht, ob wir die Stunde am Tisch sitzend oder auf dem Bauteppich mit Playmobil oder in der Kuschelecke verbringen werden.“.

Auch Dipl.-Psych. Andreas Pichler, Vorsitzender der Landesgruppe Nordrhein der DPtV betonte in seinem Grußwort: „Ich freue mich, dass in dieser Veranstaltung tatsächlich ca. die Hälfte von Ihnen jeweils aus Westfalen-Lippe und Nordrhein kommt. So bieten wir hier ein buntes, vielfältiges Bild von KJP aus beiden Landesteilen – genau das haben wir als Veranstalter auch gewollt: KJP aus ganz NRW anzusprechen und miteinander in Kontakt zu bringen.“ Und: „In Nordrhein haben wir schon länger vor, gerade auch für die Gruppe der KJP in unserem Verband besondere Angebote und Vernetzungsmöglichkeiten zu schaffen; es braucht spezifische Beratung, weil der Praxisalltag ein spezifischer ist. Es braucht die Expertise von KJP selbst, wenn wir über Honorarpolitik, Veranstaltungen in der Landesgruppe, Änderungen der Psychotherapie-Richtlinie und so weiter sprechen.

Dr. Enno Maaß begrüßte als stellvertretender Bundesvorsitzender das Auditorium im Namen des gesamten Bundesvorstandes der DPtV: „Die Herausforderung in einem beinahe 14.000 Mitglieder umfassenden Berufsverband ist das kontinuierliche Finden und Bearbeiten von gemeinsamen Interessen und Anliegen - über die psychotherapeutischen Verfahren, die Spezialisierung auf einen Altersbereich oder die vielfältigen Arbeitssettings der Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten. Gemeinsam kämpfen PP und KJP in der DPtV für eine angemessene Bedarfsplanung, angemessene Gehälter und Honorare sowie für die Gestaltung von adäquaten Aus- und Weiterbildungsregelungen im Rahmen der anstehenden Ausbildungsreform. Eine starke psychotherapeutische Versorgung von Menschen jeden Alters und der Schutz von zeit- und zuwendungsorientierten Leistungen im deutschen Gesundheitswesen ist und bleibt das zentrale Anliegen….

Der Vormittag des Fachtages war der Vorstellung und Diskussion berufspolitscher Positionen und Ziele für KJP gewidmet – in drei Vorträgen wurden die Themen „Lebensumwelten von Kindern und Jugendlichen – Einflussgrößen und psychotherapeutische Behandlungsbedarfe“ (Heiko Borchers, Kiel), „KJP Heute und Morgen“ (Michaela Wilhauck-Fojkar, Mannheim) und „Forderungen an den Beruf bzgl. Ausbildungsreform und Änderungsbedarf bei beruflichen Rahmenbedingungen“ (Manush Bloutian-Walloschek, Wetter) dargestellt und im Plenum diskutiert. Vor allem der letzte Vortrag stand auch schon ganz im Zeichen der diesjährigen Wahlen zur Kammerversammlung der Psychotherapeutenkammer NRW. Stichworte aus dem politischen Programm der Kooperativen Liste KJP, in der die DPtV in den Wahlbezirken Arnsberg und Münster antritt, sind neben der Mitgestaltung der Ausbildungsreform hinsichtlich spezifischer Belange der KJP (z.B. zu Übergangsbestimmungen für die derzeitigen KJP) der Ausbau von Prävention und Gesundheitsförderung, die Förderung von Koordinationsleistungen, die Erleichterung des Zugangs zur Psychotherapie für Kinder und Jugendliche sowie die Stärkung von KJP als Expertinnen und Experten für die Behandlung von Menschen mit Intelligenzminderungen.

Der Nachmittag des Fachtages war mit 5 Workshops der fachlichen Fortbildung gewidmet:

  • „Schematherapie bei Kindern, Jugendlichen und deren Eltern“ (Dr. Eva Dresbach, Bonn),
  • „Behandlung von PTBS bei Kindern“ (Gunda Frey, Mönchengladbach),
  • „Behandlung von Essstörungen im Kindes- und Jugendalter“ (Prof. Dr. Oliver Fricke, Herdecke),
  • „Abrechnung der Leistungen in der ambulanten Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie“ (Heiko Borchers, Kiel), und
  • „Transidentität“ (Judith Lichtenberg, Dortmund)

Es wurde intensiv zugehört, diskutiert, der eigene Praxis- und Behandlungsalltag beleuchtet und sicherlich so manche Anregung und neue Information verarbeitet.

In den Rückmeldungen zum Fachtag wurde deutlich, dass sich die Teilnehmenden über dieses spezielle Angebot des Verbandes explizit für KJP sehr gefreut haben; Veranstaltungsort und –format wurden sehr geschätzt, die direkte Begegnung mit Kolleginnen & Kollegen erlaubte das Auffrischen alter und Knüpfen neuer Verbindungen und nicht zuletzt wurde „Berufspolitik“ durch die anwesenden Aktiven der DPtV persönlich lebendig.

Ein Appell aus dem Fachtag sei auch an alle KJP in NRW gerne bestärkt: bitte nehmen Sie Ihr Wahlrecht bei den Kammerwahlen wahr:

  • in den Wahlbezirken Arnsberg und Münster bitten wir um Ihre Stimme für die Kooperative Liste KJP;
  • in Köln und Düsseldorf unterstützen wir das Bündnis KJP, auch mit eigenen Kandidatinnen aus der DPtV!

Wir, die Landesgruppen Westfalen-Lippe und Nordrhein, sind sehr zufrieden mit diesem Kongress und planen gerne eine Wiederholung!