gematik-Beschluss zur Finanzierung der TI‐Störungskosten – bis 18. September 2020 Rechnung einreichen

Die Gesellschafterversammlung der gematik hat einen Beschluss zur Finanzierung der durch die Störung der Telematikinfrastruktur (TI) verursachten Kosten gefasst. Laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) richtet sich dieser Beschluss an Praxen, die von ihrem Dienstleister eine Rechnung zur Behebung der TI‐Störung bekommen haben.

Um diese Rechnungen von der gematik erstattet zu bekommen, müssen sich die betroffenen Psychotherapeut*innen schriftlich an die gematik wenden und die Dienstleisterrechnung bis zum 18. September 2020 einreichen. Die Übernahme einer Rechnung ist einmal pro Konnektor und maximal bis zu einem Betrag von 150 Euro inklusive Umsatzsteuer möglich. Einen Antrag auf Erstattung samt entsprechender Rechnung können Praxen per E‐Mail an die Adresse betrieb@gematik.de schicken.

Schadenersatzansprüche aus dem Sachverhalt müssen vor Zahlung schriftlich an die gematik abgetreten werden. Die Erstattung erfolgt aus Kulanz und umfasst nur Rechnungen von Dienstleistern, die sich ausschließlich auf die TI‐Störung beziehen. Andere Kosten (z. B. ein vergessenes Passwort oder ein unsachgemäßer Betrieb des Konnektors) werden nicht übernommen.

Hintergrund zum aktuellen Beschluss: Seit Mai 2020 war der Zugang zur Telematikinfrastruktur (TI) in bundesweit über 80.000 Praxen gestört. Zwischenzeitlich haben die Praxissoftware-Hersteller reagiert und konnten den Praxen Hinweise zur weiteren Vorgehensweise geben bzw. stellten entsprechende Updates zur Aktualisierung des so genannten TLS-Zertifikates zur Verfügung.

Ursprünglich hatte die gematik mit den IT‐Dienstleistern im Juni ein Verfahren zur Behebung der TI-Störung abgestimmt. Demnach sollten Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen keine Rechnungen erhalten und sich auch nicht um die Erstattung der Kosten kümmern müssen. Der aktuelle Beschluss richtet sich an die Praxen, die dennoch eine Rechnung für die Behebung der TI-Störung bekommen haben.