IQTIG-Patientenbefragung: Mehr Transparenz nötig!

DPtV rät von Teilnahme ab und fordert Offenlegung der Fragen

Berlin, 26. Mai 2020 – „Wir können die Umfrage nicht unterstützen und fordern mehr Transparenz im Verfahren“, sagt Gebhard Hentschel, Bundesvorsitzender der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV). Das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) ruft derzeit psychotherapeutisch tätige Ärzt*innen und Psychologische Psychotherapeut*innen zur Teilnahme am „Pretest“ einer Patientenbefragung zur ambulanten Psychotherapie auf. „Wir erfahren nicht den Inhalt des Patientenfragebogens. Das ist problematisch, da die Fragen den therapeutischen Prozess beeinflussen können. Außerdem sind die Fallzahlen pro Praxis so gering, dass Bewertungen einiger weniger Patient*innen erheblichen Einfluss auf das Gesamtergebnis einer Praxis zur Folge haben können“, kritisiert der Bundesvorsitzende in einer Stellungnahme der DPtV.

Fragebogen offen kommunizieren

Als Teil einer vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) beauftragten Qualitätssicherung (QS) soll die Patientenbefragung die Qualität der ambulanten Psychotherapie-Versorgung aus Patient*innen-Sicht abbilden. Das QS-Verfahren könnte zukünftig das bisherige Gutachterverfahren ablösen. „Daher ist es wichtig, diesen Probelauf der Umfrage und ihre möglichen Auswirkungen ernst zu nehmen“, warnt Gebhard Hentschel. „Die Befragung von Patient*innen mag ihre Berechtigung in einer QS haben. Aber die Informationen über den geplanten Fragebogen und das weitere Procedere müssen offen kommuniziert werden.“

Nachteile für Patient*innen möglich

Patient*innen könnte das neue QS-Verfahren sogar Nachteile bringen. Die Ergebnisse der Befragung sind pseudonymisiert, so dass die Psychotherapeut*innen keine ergänzende Erklärung zu Einzelbewertungen abgeben können. „Das kann langfristig zu einer Vermeidung ,schlechter Risiken‘ führen“, warnt Hentschel. „Patient*innen die auf Grund ihres Krankheitsbildes oder ihrer Persönlichkeitsstruktur zu negativen Bewertungen neigen, werden es schwerer haben, einen Therapieplatz für eine Richtlinienpsychotherapie zu finden.“

 

Die komplette Stellungnahme finden Sie hier (PDF).

 

Pressemitteilung (PDF)

 

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