Keine Gesundheit ohne psychische Gesundheit!

Tag der Seelischen Gesundheit - Pressemitteilung 15/2014

Berlin, den 8. Oktober 2014. "Die Bedeutung der psychischen Gesundheit muss endlich ernst genommen werden", sagt Dipl.-Psych. Barbara Lubisch, Bundesvorsitzende der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV), zum Tag der Seelischen Gesundheit, an den die WHO jedes Jahr am 10. Oktober erinnert. Angesichts der steigenden Zahlen psychischer Erkrankungen, des damit verbundenen Leids für die Betroffenen und der gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Kosten muss die Politik dringend für die Umsetzung moderner Konzepte sorgen".

Die DPtV fordert einen deutlich verbesserten Zugang der Bevölkerung zu ambulanten psychotherapeutischen Maßnahmen: Die Erreichbarkeit über Sprechstunden, Möglichkeiten der differenzierten diagnostischen Abklärung, eine Akutversorgung in Krisensituationen oder zur Abwendung einer Arbeitsunfähigkeit (AU) müssen endlich etabliert werden. Gerade für schwer psychisch Kranke sind psychotherapeutische Angebote zu schaffen, z. B. zur Rezidivprophylaxe oder psychoedukative Angebote.

"Bisher ist unser System der gesundheitlichen Versorgung nicht ausreichend auf die Zunahme der behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankungen eingestellt, die bereits ausgearbeiteten Konzepte müssen dringend in die Tat umgesetzt werden", kennzeichnet Lubisch ihr Anliegen. "Wir Psychotherapeuten erwarten vom Gesetzgeber, dass dies zeitnah im laufenden Gesetzgebungsverfahren zur Weiterentwicklung des Gesundheitswesens geschieht", verdeutlicht Lubisch.

Auch im Präventionsgesetz müssen die psychischen Leiden berücksichtigt und der Einsatz psychotherapeutischer Kompetenzen gesetzlich verankert werden.

"Es müssen endlich die nötigen Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, um das Thema psychische Gesundheit wirkungsvoll anzugehen. Angesichts der vorhandenen Wartezeiten ist der geplante Aufkauf von Praxissitzen im Bereich der psychotherapeutischen Versorgung kontraindiziert und absurd. Das sollten auch Politik und Krankenkassen endlich begreifen".

Pressemitteilung (Pdf)

Fragen? Interviewwünsche?
Ursula-Anne Ochel, Tel.: 030 – 3230 4270 | Mobil: 0171 – 322 43 46 
E-Mail: DPtV-Presse@t-online.de