Männer leiden anders - Internationaler Tag der Männergesundheit

Pressemitteilung 14/12

Berlin, 17.11.2012. Der internationale Tag der Männergesundheit, der am 19. November 2012 begangen wird, widmet sich besonders dem Thema positiver Rollenmodelle, z.B. im Hinblick auf den Umgang von Männern mit der eigenen Gesundheit. Nach den Statistiken sind zwei Drittel der Psychotherapiepatienten Frauen und nur ein Drittel Männer. Daraus zu schließen, dass Männer seltener psychisch krank seien als Frauen ist jedoch falsch. „Männer leiden nicht weniger an psychischen Erkrankungen, sie drücken sie nur auf andere Art und Weise aus“.
 
„Depressionen werden von Männern eher verborgen und sie flüchten sich häufiger in Abhängigkeitserkrankungen wie Alkohol-, Drogen, Spiel- und Arbeitssucht. Männer begehen auch viel häufiger Suizid als Frauen. Besonders im Alter zeigt sich der Unterschied noch deutlicher. Männer über 70 Jahre haben ein viermal höheres Suizidrisiko als Frauen. Offensichtlich kommen Männer mit einer im Alter notgedrungen veränderten Lebenssituation, wie z.B. mit Einsamkeit und mit körperlichen Einschränkungen schlechter zurecht als Frauen. Bei Jugendlichen ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern beim Umgang mit psychischen Krisen ebenfalls sehr deutlich. Während Mädchen ihre Probleme eher nach innen kehren und z.B. Essstörungen und depressive Symptome entwickeln, äußern sie sich bei Jungen häufiger in externalisierter Form, z.B. in Form von Gewalt gegen andere“, berichtet der Bundesvorsitzender der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV) Dipl.-Psych. Dieter Best anlässlich des Tages.
 
Männergesundheit erfährt nicht nur in unserer Gesellschaft, sondern auch international eine immer höhere Aufmerksamkeit. So legt im Frühjahr nächsten Jahres das Robert-Koch-Institut (RKI) den ersten staatlichen Männergesundheitsbericht vor, bereits im Januar veranstaltet es den ersten Männergesundheitskongress.
 
Auch die DPtV als Psychotherapeutenverband wird sich intensiv mit der Thematik beschäftigen, so ist das Thema des alljährlichen Symposiums 2013 die Männergesundheit.
 
Unter dem Titel „Mann kriegt die Krise“ werden u. a. Experten aus der Versorgungsforschung bestehende Versorgungsdefizite erläutern und versuchen, die Ursachen für die geringe Inanspruchnahme von Psychotherapien durch Männer aufzudecken. Ebenso werden spezifische Strategien der Prävention und Therapie psychischer Erkrankungen vorgestellt, die langfristig zu einer besseren Versorgung von Männern beitragen können.
 
Das Symposium findet am 6. Juni 2013 in Berlin statt.

Pressemitteilung (Pdf)

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