Nicht immer ist der Arbeitsplatz der Grund für psychische Erkrankungen

Arbeitsunfähigkeitstage - Pressemitteilung 12/2014

Berlin, 22. August 2014. Erneut zeigen die Zahlen zur Arbeitsunfähigkeit aufgrund psychischer Erkrankungen eine steigende Tendenz auf, wie die in dieser Woche von der DAK vorgelegten Ergebnisse zeigen. „Wir sehen diesen Trend mit Sorge“, äußert die Bundesvorsitzende der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV) Dipl.-Psych. Barbara Lubisch. „Diese Menschen müssen versorgt werden, dazu reichen die derzeitigen Angebote aber nicht aus, mit der Folge, dass es zu Chronifizierungen und Verschlechterungen des Zustandes der Patienten kommt. Die psychotherapeutische Versorgung und damit die Behandlungsmöglichkeiten und sozialrechtlichen Befugnisse der niedergelassenen Psychotherapeuten müssen an den tatsächlichen Bedarf angepasst werden “, verdeutlicht Lubisch.
 
Der Vorschlag des DAK-Vorsitzenden Prof. Herbert Rebscher, an den Arbeitsplätzen präventiv tätig zu werden, sei ein richtiger Weg. Allerdings sei nicht immer das Arbeitsumfeld für die Entwicklung psychischer Erkrankungen verantwortlich, sondern auch die deutlich gewandelten Lebensumstände im privaten Bereich. Lubisch nennt u. a. die Lockerung stützender familiärer Beziehungen, Einsamkeit, Reizüberflutung, und oftmals überhöhte Anforderungen an sich selbst oder andere, verstärkt durch Werbung oder gesellschaftliche Erwartungen. „Neben der verbesserten psychotherapeutischen Versorgung ist hier auch die Gesellschaft in der Pflicht, für diese Wandlungen ein Bewusstsein zu schaffen und tätig zu werden, um die Menschen in die Lage zu versetzen, Veränderungen vorzunehmen“.
 
Die DAK meldete: „Mehr als die Hälfte aller Arbeitsunfähigkeitstage (53,1 Prozent) entfielen auf drei Diagnosegruppen: Der häufigste Grund waren Muskel-Skelett-Erkrankungen. Mehr als jeder fünfte Fehltag (22,6 Prozent) wurde durch Rückenschmerzen oder Knieprobleme verursacht. Psychische Erkrankungen folgten auf Rang zwei mit einem Anteil von 16 Prozent an allen Fehltagen. Die Zahl der Krankheitsfälle von Depressionen oder Angstzuständen stieg um gut zehn Prozent an. Frauen waren deutlich häufiger betroffen als Männer. Erkältungskrankheiten lagen mit 14,5 Prozent auf Rang drei (Vorjahr: 22,1 Prozent)“.

 

Pressemitteilung (PDF)
 
 
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