Patient*innen mit Psychotherapie überwiegend zufrieden

Barmer-Arztreport: DPtV unterstützt Förderung der Gruppenpsychotherapie

Berlin, 5. März 2020 – „Der Barmer-Arztreport 2020 zeigt, dass die Psychotherapeut*innen in Deutschland gute Arbeit leisten und dass die Patient*innen überwiegend zufrieden sind“, sagt Gebhard Hentschel, Bundesvorsitzender der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV). Auch die neu eingeführten Psychotherapeutischen Sprechstunden würden gut angenommen. Die Kritik an reduzierter Arbeitszeit von Psychotherapeut*innen teilt Hentschel nicht: „Aufgrund der vermehrten Teilung von Kassensitzen steigt der Anteil der an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Psychotherapeut*innen. Im Ergebnis kommt durch die Teilung aber mehr Versorgung zustande – das haben Untersuchungen ergeben.“ Der Barmer-Forderung nach mehr Gruppentherapie schließt sich Hentschel an: „Diese Therapieform wird bislang noch wenig eingesetzt. Dabei hat sie für bestimmte Erkrankungen Vorteile, etwa bei Störungen des zwischenmenschlichen Beziehungsverhaltens. Im Rahmen unseres DPtV-Jahresthemas ,Gruppe‘ findet am 17. Juni 2020 ein Symposium zur Gruppenpsychotherapie statt.“

88,6 Prozent zufrieden mit Vertrauensverhältnis

Die Studie der Barmer-Krankenkasse zeigt große Zufriedenheit der Patient*innen mit der psychotherapeutischen Behandlung (79,4 Prozent), der Behandlungsart (89,8 Prozent) und dem Vertrauensverhältnis zum Psychotherapeuten (88,6 Prozent). Mit dem Ergebnis der Behandlung zeigten sich 66,1 Prozent zufrieden. „Zu Beginn einer Therapie wird mit den Patient*innen besprochen, was diese leisten kann“, erklärt Gebhard Hentschel. „Irreführende Heilungsversprechen sind laut Berufsordnung verboten.“

Weniger Vollzeit durch geteilte Sitze

Die Barmer-Studie sieht eine Reduzierung der Vollzeit arbeitenden Psychotherapeut*innen. „Diese Ergebnisse kommen zustande, weil viele Psychotherapeut*innen die Kassensitze teilen“, betont Gebhard Hentschel. „Untersuchungen in einzelnen Kassenärztlichen Vereinigungen zeigen, dass die tatsächliche Versorgung bei zwei halben Kassensitzen bei 140 Prozent eines vollen Versorgungsauftrags liegt. Damit zeigen die Psychotherapeut*innen ein höchst verantwortliches Umgehen mit den ihnen übertragenen Versorgungsaufträgen für gesetzliche Krankenversicherte.“

Sprechstunden werden angenommen

Einen Erfolg sieht die Studie in den Psychotherapeutischen Sprechstunden, die seit April 2017 angeboten werden. 10,8 Einheiten pro 100 Einwohner wurden 2018 gezählt. „Die Sprechstunden haben sich etabliert als erste Anlaufstelle für Patient*innen und helfen dabei, dass diese in die unterschiedlichen Versorgungsangebote vermittelt werde“, betont Psychotherapeut Hentschel.

DPtV-Symposium am 17. Juni 2020:
„Herausforderung Gruppenpsychotherapie“
www.dptv.de/veranstaltungen/symposium/

DPtV-Jahresthema „Gruppe“:
www.dptv.de/gruppe

 

Pressemitteilung (PDF)

 

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