Pressemitteilung 06/2011

Langzeitstudie der Techniker Krankenkasse: Psychotherapie wirkt nachhaltig und spart Kosten

Berlin, 8. Juni 2011. Der soeben veröffentlichte Abschlussbericht zum Modellvorhaben der Techniker Krankenkasse „Erprobung neuer QS-Instrumente und - Maßnahmen in der ambulanten Psychotherapie und Evaluation von deren Qualität und Wirtschaftlichkeit“ belegt die hohe Ergebnisqualität der ambulanten Psychotherapie. Die Symptome psychischer Störungen  verminderten sich bei den im Rahmen der Langzeitstudie behandelten Patienten durch die Psychotherapie, und die Lebensqualität verbesserte sich. Diese positiven Ergebnisse blieben auch ein Jahr nach Abschluss der Therapie bestehen. Ebenso wurde der monetäre Nutzen von Psychotherapie nachgewiesen. Jeder in die ambulante Psychotherapie investierte Euro zahle sich wegen des nachhaltigen Effekts gesamtgesellschaftlich gesehen dreifach aus.

Die Techniker Krankenkasse stellt anhand von Auswertungen der  psychodiagnostischen Untersuchungen vor und während einer Psychotherapie auch fest, dass in der ambulanten psychotherapeutischen Behandlung über 90 Prozent der Patienten zu Beginn der Therapie mittlere oder schwere klinisch bedeutsame Beeinträchtigungen aufweisen. 42 Prozent der Patienten haben mehr als eine ICD-10-Diagnose aus dem Bereich der psychischen Störungen, 14,2 Prozent drei oder vier Diagnosen. Die Belastung der Patienten, die eine ambulante Psychotherapie beginnen, sei vergleichbar mit der von Patienten, die wegen ihrer psychischen Krankheit in eine stationäre Behandlung gehen. „Psychotherapeuten behandeln das gesamte Spektrum psychischer Krankheiten, wobei die mittelschweren und schweren Formen überwiegen. Dem immer noch verbreiteten Vorurteil, mit Psychotherapie würden vorwiegend leichtere Krankheiten behandelt, muss deshalb entschieden widersprochen werden. Die Ergebnisse der Techniker Krankenkasse sind deshalb besonders wertvoll, weil sie unsere Forderung nach einem Ausbau der  psychotherapeutischen Versorgung durch das Versorgungsstrukturgesetzunterstützen. Stattdessen werden die geplanten Regelungen zur  Bedarfsplanung und zur Vergütung die Versorgung verschlechtern,“ merkte Dipl.-Psych. Dieter Best, Bundesvorsitzender der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung kritisch an.


Der vollständige Evaluationsbericht des TK-Modellvorhabens steht unter www.presse.tk.de zum kostenlosen Download zur Verfügung.



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