Psychotherapeuten bieten ihre Expertise an

Pressemitteilung 12/2018 - Psyche und Gesellschaft

Berlin, 23. November 2018. „Macht Sprache Gewalt?“ war der Titel des Lunch Talks der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV) in der Veranstaltungsreihe ‚Psyche und Gesellschaft’ am letzten Mittwoch in Berlin. Mit zahlreichen Teilnehmern aus Politik, Parteien, Krankenkassen, Journalisten, interessierten Bürgern und natürlich Psychotherapeuten fand eine aktive, offene Diskussion statt. Anhand aktueller Beispiele von Politiker-Äußerungen wurde analysiert, welche psychischen Mechanismen dazu führen können, dass Menschen mit ihren sprachlichen Äußerungen emotional polarisierende Effekte auf die Zuhörer haben. Die Auswirkungen auf öffentliche Meinungsbildung, auch in den Medien, und die Frage eines gesellschaftlichen Beitrags der Psychotherapeuten wurden diskutiert.

Prof. Rainer Richter, langjähriger Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer und Prof. Thomas Fydrich vom Institut für Psychologie der Humboldt Universität Berlin, diskutierten unter der Moderation der DPtV-Bundesvorsitzenden Dipl.-Psych. Barbara Lubisch.

Die Experten erläuterten, welche Rolle schwer auszuhaltende Emotionen und Spannungen spielen, die aus mangelnder Regulierungsfähigkeit, aber auch achtlos ausgesprochen werden und beim Gegenüber entsprechende intensive Gegenreaktionen hervorrufen. Sehr engagiert wurde diskutiert, wie Medien dazu beitragen, den negativen, herabsetzenden Äußerungen zu viel Aufmerksamkeit und dadurch Verstärkung zukommen zu lassen. Es wurde dafür plädiert, auf die schleichende Einführung neuer Formulierungen und Wortkonstruktionen zu achten, ehe sie wie selbstverständlich in den Alltag übernommen werden.

Ein Fazit der Veranstaltung war: Psychotherapeuten haben die Expertise, die Gesellschaft zu beraten und sollten es auch aktiv tun. „Raus aus der Praxis“,  äußerten Teilnehmer und forderten zu aktivem Einsatz auf der politischen Ebene auf. „Wir sehen mit Sorge, wie sich die Atmosphäre und Sprache in unserer Gesellschaft zum Negativen verändert. Wir möchten und können dabei nicht tatenlos zusehen, sondern wollen uns mit unserer fachlichen Expertise aktiv an einer konstruktiven Diskussion über mögliche Hintergründe und Handlungsmöglichkeiten beteiligen“ fasste Barbara Lubisch zusammen.

 

Pressemitteilung (Pdf)

 

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