So arbeiten Psychotherapeuten wirklich – Klarstellung zu verbreiteten Vorurteilen

Pressemitteilung 09/2018

Berlin, 9. November 2018. Immer wieder kommt es vor, dass Anmerkungen zu psychotherapeutischer Arbeit verbreitet werden, die nicht den Tatsachen entsprechen. Beliebt sind Aussagen wie: Psychologische Psychotherapeuten behandeln überwiegend Menschen, die nicht wirklich erkrankt sind, sie arbeiten zu wenig oder mehr Psychotherapeuten führen nicht zu verbesserter Versorgung. Die Delegiertenversammlung der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV) verabschiedete heute in Berlin einstimmig eine Klarstellung dieser falschen Behauptungen und forderte, der anstrengenden und belastenden psychotherapeutischen Arbeit mehr Respekt entgegen-zubringen.

Bundesvorsitzende Dipl.-Psych. Barbara Lubisch betonte: „Falsche Behauptungen werden durch stete Wiederholung nicht richtiger. Oft ist es klar durchschaubar, welche Einzelinteressen hinter diesen Äußerungen stehen, z.B. beim Spitzenverband Bund der Gesetzlichen Krankenkassen, der offenbar durch Abwertung der psychotherapeutischen Arbeit eine Reform der Bedarfsplanung verhindern will. Oft steht aber auch nur  Unwissenheit und Uninformiertheit dahinter. Mit dem heutigen Papier bieten wir sachliche Information, um diesen Vorurteilen die Grundlage zu entziehen.“

So zeigte die Studie der Techniker Krankenkasse (Qualitätsmonitoring in der ambulanten Psychotherapie, 2011), dass diejenigen Patienten eine psychotherapeutische Behandlung erhalten, die diese auch brauchen: mehr als 90 Prozent der Patienten, die eine ambulante Psychotherapie aufsuchten, wiesen mittelschwere und schwer ausgeprägte psychische Krankheiten auf. Auch beim Vergleich der Abrechnungsdiagnosen von Psychologischen Psychotherapeuten und psychiatrisch tätigen Fachärzten zeigt sich, dass das Diagnosespektrum weitgehend ähnlich ist. „Die Psychotherapeutische Sprechstunde hat für eine zeitnahe Diagnostik und Indikationsstellung Entlastung gebracht. Dennoch sind in vielen Regionen die Wartezeiten auf einen Therapieplatz noch zu lang. Hier ist eine regional differenzierte Erhöhung der Behandlungskapazität notwendig“, sagte Lubisch.
 

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