Symposium: Psychotherapie und Sexualität – ein Update

DPtV-Master-Forschungspreis erstmals verliehen

Berlin, 17. Juni 2021 – „Sexualität und Geschlechtlichkeit haben viele Facetten und prägen das Leben der Menschen in unterschiedlicher Weise. Diese Vielfalt bildet sich in der psychotherapeutischen Arbeit ab“, eröffnete Gebhard Hentschel, Bundesvorsitzender der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV) das Online-Symposium „Psychotherapie und Sexualität: ein Update“. Mit den Themen Intergeschlechtlichkeit, Transgeschlechtlichkeit und Pornografie-Sucht behandelte die Veranstaltung unterschiedliche Aspekte des Themas Sexualität. „Wir freuen uns, dass wir über 1000 Teilnehmer*innen für unser Symposium interessieren konnten“, sagt Hentschel.

Masterpreis 2021 für David Braun

Zum ersten Mal verlieh die DPtV den mit 1.000 Euro dotierten Master-Forschungspreis. Preisträger 2021 ist David Braun (Abteilung für Rehabilitationspsychologie und Psychotherapie Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) für seine Arbeit „Konzeption eines Methodenkoffers für die Psychotherapie von Angststörungen bei Menschen mit leichter oder mittelgradiger intellektueller Beeinträchtigung“. Zum Aufbau seines Methodenkoffers erstellte er 34 Informations- und Arbeitsblätter unter Verwendung von leichter Sprache und Visualisierungen.

Vielfältige Themen

Prof. Dr. Rudolf Stark (Professur Psychotherapie und Systemneurowissenschaften Justus-Liebig-Universität Gießen) stellte den aktuellen Forschungsstand zu Sexualität und Pornografie vor und beschrieb die digital unterstützte zunehmende Entkoppelung von Sex und Intimität. Zu Varianten der Geschlechtsentwicklung (VdG) und dem im Mai 2021 verabschiedeten „Gesetz zum Schutz von Kindern mit VdG“ referierte Prof. Dr. Katinka Schweizer (Professur Klinische Psychologie und Psychotherapie Medical School Hamburg). Tabea Freitag (Gründerin/Co-Leiterin „return Fachstelle Mediensucht“ Hannover) berichtete von den Auswirkungen eines ungeschützten Zugangs von Kindern und Jugendlichen zu pornografischem Material im Internet und zur Pornografie-Sucht.

Safer Internet – Freiheit vs. Regulierung

Eine Podiumsdiskussion mit Moderatorin Sabine Rieser stellte die Frage, wieviel Freiheit man beim Zugang und Konsum pornografischer Inhalte zulassen kann und wieviel gesetzliche Regulierung im Internet benötigt wird, um junge Menschen vor einem pathologischen Ausmaß der Nutzung zu schützen. MdB Dr. Wieland Schinnenburg (Sprecher für Drogen- und Suchtpolitik, Verantwortlicher für Psychotherapie der FDP-Fraktion), Eckhard Schroll (Leiter Abteilung Sexualaufklärung, Verhütung, Familienplanung Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung), Tabea Freitag, Prof. Dr. Stark und Gebhard Hentschel diskutierten kontrovers über die Wirkung von Pornografie und Maßnahmen zum Jugendschutz. In einem Schlusswort forderte Hentschel mehr Prävention zum Schutz der Kinder und Jugendlichen und Unterstützung für Eltern und Lehrer.