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Digitale Anwendungen in der psychotherapeutischen Praxis

Digitale Anwendungen finden zunehmend Eingang in das Gesundheitswesen und damit auch prinzipiell in psychotherapeutische Praxen. Die Gesundheitspolitik räumt der Digitalisierung im Gesundheitswesen hohe Priorität ein und hat dazu bisher, unter Vernachlässigung wichtiger Kritik aus den Berufsverbänden, etliche gesetzliche Vorschriften erlassen.

  • Jüngst wurde das Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) verabschiedet.
  • Durch das E-Health-Gesetz aus der letzten Legislaturperiode des Bundestags wurde die verpflichtende Anbindung der ärztlichen und psychotherapeutischen Praxen an die Telematikinfrastruktur eingeführt.
  • Weitere digitale Anwendungen wie E-Mail und Messenger-Dienste zur Kommunikation, Online-Terminvereinbarung, digitale Kommunikation mit der jeweiligen KV (z.B. Quartalsabrechnung, eTerminservicestelle) oder mit anderen Praxen (z.B. KV-Connect) werden von unterschiedlichen Anbietern etabliert und weiter entwickelt.
  • Onlineprogramme, ob zur Selbsthilfe oder mit therapeutischem Anspruch, werden auf Websites oder in App-Stores angeboten und finden zum Teil Nachfrage bei Betroffenen und Ratsuchenden.

In dieser unübersichtlichen Situation versucht die DPtV Sie durch den digitalen Dschungel zu begleiten und Ihnen Orientierung für Ihre psychotherapeutische Tätigkeit zu geben.

NEU - exklusiv für Mitglieder

Informationen für Mitglieder unter Digitale Praxis im INTERNEN Bereich

Sicherheit first, Digitalisierung second!

Digitale Anwendungen bergen bestimmte Risiken. Die Sicherheit und Vertraulichkeit des therapeutischen Raums sind notwendige Voraussetzungen für die psychotherapeutische Behandlung. Die DPtV ist sich dieser Herausforderung im digitalen Zeitalter bewusst. Wir versuchen, uns aktiv und kritisch in der Mitgestaltung der digitalen Kommunikation und der weiteren digitalen Anwendungen im Gesundheitswesen zu beteiligen

Datenschutz und Datensicherheit

Für Datenschutz und Datensicherheit in Ihrer Praxis und die Einhaltung der Schweigepflicht müssen Sie in eigener Verantwortung sorgen. Hierzu haben die Bundesärztekammer und die Kassenärztliche Bundesvereinigung gemeinsame aktuelle Empfehlungen herausgegeben. Die DPtV unterstützt Sie durch Informationen und Anleitungen speziell für Ihre psychotherapeutische Praxis.

Telematikinfrastruktur

Die verpflichtende Einführung der Telematikinfrastruktur ist aktueller Baustein der Digitalisierung im Gesundheitswesen und soll grundlegend die digitale Kommunikation der beteiligten Akteure ermöglichen. Aktuell ist die Durchführung des Versichertenstammdatenabgleichs (VSDM) die einzige verpflichtende Anwendung für die Versicherten. Weitere für die Versicherten freiwillige Anwendungen sind geplant.

 

 

Psychotherapeutische Videositzungen


Die Videositzung ist eine weitere digitale Anwendung in der medizinischen Versorgung. Im Pflegepersonal-Stärkungsgesetz hat der Gesetzgeber vorgegeben, dass umfassend medizinische und psychotherapeutische Leistungen über Videokontakte ermöglicht werden sollen. Im November 2018 haben dazu die Delegierten des Deutschen Psychotherapeutentages die Muster-Berufsordnung der Psychotherapeuten angepasst und darin die Bedingungen festgelegt, unter denen solche Videositzungen stattfinden können.

Am 15. April 2019 wurde die Psychotherapie-Vereinbarung (PTV) und die Anlage 31b des Bundesmantelvertrags entsprechend geändert (siehe § 17 der PTV) und der Videokontakt mit Patienten grundsätzlich für Psychotherapeut*innen ermöglicht.

Zum 1. Oktober 2019 wurde dann schlussendlich der EBM so angepasst, dass die Durchführung und Abrechnung von psychotherapeutischen Videositzungen auch für ausgewählte Leistungen des Kapitel 23 und 35 möglich ist.