Forderung nach Entstigmatisierung und besserer psychotherapeutischer Versorgung

7.04.17

WHO Weltgesundheitstag: „Depression – let´s talk“ - Pressemitteilung 07/2017

Berlin, 07. April 2017. Depressionen gehören zu den Erkrankungen mit der höchsten Einbuße an Lebensqualität und gelten als Risikofaktor für viele somatische und andere psychische Erkrankungen. „Wir begrüßen die gesteigerte Aufmerksamkeit, Menschen mit psychischen Erkrankungen in der Gesundheitsversorgung angemessen zu berücksichtigen. Gleichzeitig müssen die Ressourcen für eine adäquate Versorgung in gleichem Maße den Betroffenen auch zur Verfügung gestellt werden“, betont die Bundesvorsitzende der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV) Dipl.-Psych. Barbara Lubisch zum heutigen Weltgesundheitstag.

Depressive Erkrankungen können mit einer Psychotherapie wirksam behandelt werden. Die Nachfrage in den Praxen der niedergelassenen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten ist ungebrochen hoch. Eine frühzeitige Diagnostik und Behandlung ist essentiell für eine effektive und kostenschonende Versorgung von Menschen mit Depressionen. „Dazu muss die Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen weiter vorangetrieben werden. Wichtig ist es, das Depressionen in den verschiedenen Lebenswelten, wie der Arbeitsstelle oder Schule, aktiv als ernstzunehmende Erkrankung begriffen werden“, sagte Lubisch.

Neben der Entstigmatisierung seien die finanziellen Ressourcen für die frühzeitige Diagnostik und Behandlung entsprechend bereitzuhalten. Umso unverständlicher sei es, dass die frühzeitige diagnostische Abklärung und zeitnahe Akutbehandlung in den psychotherapeutischen Praxen finanziell nicht gefördert werden. Ende März hat der erweiterte Bewertungsausschuss mit Unterstützung der Krankenkassen entschieden, diese wichtigen Leistungen unter dem Niveau vergleichbarer psychotherapeutischer Leistungen zu vergüten. „So werden diese Leistungen völlig unter Wert von den Psychotherapeuten angeboten werden müssen, währenddessen die Krankenkassen ihrer Verantwortung für eine angemessene Ressourcenverteilung nicht nachkommen“, sagte Barbara Lubisch heute in Berlin.

 

Pressemitteilung (Pdf)

 

 

 

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