DPtV fordert stärkeres Engagement bei psychischen Erkrankungen

6.10.17

Tag der Seelischen Gesundheit am 10.Oktober - Pressemitteilung 15/2017

Berlin, 06.10.2017. „Die Politik ist gefordert, psychisch erkrankten Menschen adäquate Unterstützung und Hilfsangebote zur Verfügung zu stellen. Die Koalitionsverhandlungen müssen dazu genutzt werden, in der Gesundheitspolitik die richtigen Akzente zu setzen“, fordert Dipl.-Psych. Barbara Lubisch, Bundesvorsitzende der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV), anlässlich des Tags der Seelischen Gesundheit am 10. Oktober. Die erst kürzlich vom wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) vorgelegten Zahlen zum Anstieg von Arbeitsunfähigkeitstagen aufgrund psychischer Erkrankungen bestätigen erneut die Bedeutung dieser Erkrankungen.

„Angesichts der alarmierenden Zahlen sollte die Verbesserung psychischer Gesundheit in der kommenden Legislatur aktiv gestaltet werden. Es besteht dringender Handlungsbedarf für den Gesetzgeber: Das gilt sowohl für die Reform der Psychotherapeutenausbildung als auch für die Sicherung ausreichender Behandlungsmöglichkeiten bis hin zur Prävention psychischer Erkrankungen “, verdeutlichte Lubisch in Berlin.

Die Grundlage einer hochwertigen Versorgung sei die qualifizierte Ausbildung in der Psychologischen Psychotherapie für Erwachsene sowie Kinder- und Jugendlicher, deshalb sollte das schon begonnene Gesetzesvorhaben der Neustrukturierung der Psychotherapeutenausbildung zügig umgesetzt werden. Die ausreichende Ausstattung mit Psychotherapeuten in den Kliniken und im ambulanten Bereich sei eine große Herausforderung. „Wir müssen auch wirksam präventiv tätig werden“, betonte Lubisch. „Frühzeitige Identifikation psychischer Belastungsfaktoren, von Risikogruppen und überhöhter psychischer Beanspruchung, z. B. in Schulen und Betrieben, ist möglich. Die heutigen gesetzlichen Grundlagen dafür sind unzureichend. Wir dürfen das Leiden nicht länger hinnehmen“, fasst Lubisch die Situation zusammen.

Die DPtV erwartet von der künftigen Bundesregierung zügige Schritte zur angemessenen Berücksichtigung psychischer Erkrankungen und den umfassenden Einbezug psychotherapeutischen Sachverstands in den unterschiedlichen Lebenswelten.

 

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