Wissenschaftsrat empfiehlt neue Wege in der Psychotherapieausbildung

5.02.18

Pressemitteilung 01/2018

Am 29. Januar 2018 verabschiedete der Wissenschaftsrat in Berlin Empfehlungen zu den „Perspektiven der Psychologie in Deutschland“. Der Wissenschaftsrat berät die Bundesregierung und die Regierungen der Länder in Fragen der inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Hochschulen, der Wissenschaft und der Forschung.

Der Wissenschaftsrat unterstützt die aktuellen Bestrebungen, die Ausbildung der Psychologischen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten möglichst weitgehend in den akademischen Raum zu holen und als zur Approbation führendes Studium mit anschließender fachkundlicher Weiterbildung zu gestalten. Hinsichtlich der konkreten Ausgestaltung des Studiums sei es sinnvoll, die Psychotherapieausbildung in ein allgemeines Psychologiestudium zu integrieren und in einem Masterstudiengang „Klinische Psychologie und Psychotherapie“ fortzuführen. Durch die engere Verzahnung von Lehre und Praxis mit der Forschung verspreche man sich eine stärkere wissenschaftliche Fundierung der Psychotherapie und damit eine Verbesserung der Qualität. Kooperationen von psychologischen Instituten mit medizinischen Einrichtungen werden als sinnvoll erachtet.

Die Bundesvorsitzende der DPtV, Dipl.-Psych. Barbara Lubisch, begrüßt die differenzierte Stellungnahme des Wissenschaftsrats: „Die Forderung nach mehr interdisziplinärer Kooperation und mehr Übernahme von Verantwortung bei der Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen ist aus Sicht der DPtV richtig.
Besonders wichtig ist dabei die Unterstützung für ein wissenschaftlich und anwendungsorientiert zu gestaltendes Psychotherapie-Studium. Ob die Integration des ersten Studienabschnitts in ein allgemeines Psychologie-Studium der richtige Weg für die Psychotherapie ist, darüber muss noch diskutiert werden; wir finden psychotherapierelevante Inhalte von Beginn des Studiums an wichtig. Die besondere Betonung der notwendigen Qualität bei der Ausbildung zu einem eigenständigen Heilberuf und die daraus abgeleiteten Forderungen nach strukturellen Voraussetzungen an den Hochschulen - Psychotherapieforschung und Patientenversorgung - finden ebenso unsere Zustimmung. Die Möglichkeit eines 'Praktischen Jahres (PJ)‘ wird von uns unterstützt, allerdings sollte ein halbes Jahr reichen, und es ist nach Wegen zu suchen, um das PJ in das Studium zu integrieren. Das Ablegen eines Staatsexamens als Nachweis der praktischen Handlungskompetenz zusätzlich zu den akademischen Prüfungen ist für uns unabdingbar. Da das Studium von Anfang an auf die Qualifizierung für Psychotherapie ausgelegt sein sollte, halten wir auch ein erstes Staatsexamen nach dem ersten Studienabschnitt für sinnvoll. Die Vorschläge zur Kooperation mit der Medizin und zur wissenschaftlichen Qualifizierung während der Weiterbildung sind sehr interessant und überlegenswert.“


Pressemitteilung (Pdf) 

Den ausführlichen Bericht sowie Hintergrundinformationen finden Sie zum Nachlesen auf der Homepage des Wissenschaftsrats. 

 

Fragen von Journalisten beantwortet:
Ursula-Anne Ochel, Tel.: 033636 – 27 90 78 | Mob: 0171 – 322 43 46
E-Mail: DPtV-Presse@t-online.de