DPtV Kongress 2016


Unter dem Motto „10 Jahre DPtV – Psychotherapie zwischen Anpassung und Autonomie“ veranstaltete die DPtV vom 21. bis 22. Oktober 2016 einen Kongress anlässlich ihres 10-jährigen Jubiläums, an dem 550 Interessierte teilnahmen, um mit Expert*innen aus Politik, Soziologie, Pädagogik und Psychologie über die Zukunft der Psychotherapie in Zeiten des gesellschaftlichen Wandels zu diskutieren.
Die Bundesvorsitzende der DPtV Dipl.-Psych. Barbara Lubisch eröffnete den Kongress und reflektierte über die 10 Jahre der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung – eine nicht selbstverständliche Erfolgsgeschichte. Hervorgegangen sei der Berufsverband aus den zwei Verbänden, der „Vereinigung der Kassenpsychotherapeuten“ und dem „Deutscher Psychotherapeutenverband“ mit damals zusammen 6.500 Mitgliedern, erinnerte sie. Inzwischen sei er angewachsen auf fast 12.000 Psychologische Psychotherapeuten*innen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeute*innen, die in der DPtV Unterstützung für ihre psychotherapeutische Arbeit finden. Unterstützung bedeutet das Aufgreifen von unterschiedlichsten Themen der psychotherapeutischen Versorgung in den Selbstverwaltungsgremien sowie gegenüber der Politik, aber auch ganz viel Service, von Infoblättern über Rechtsberatung bis zu Honorarklageverfahren, so die Bundesvorsitzende.

Psychotherapie zwischen Anpassung und Autonomie


Der Kongresstitel „10 Jahre DPtV – Psychotherapie zwischen Anpassung und Autonomie“ sollte das Spannungsfeld umreißen, in dem sich Psychotherapeut*innen tagtäglich bewegen. Autonomie versus Abhängigkeit ist einer der klassischen Konflikte, der in der Psychotherapie mit den Patient*innen oft eine große Rolle spielt, der immer wieder auftaucht und Entscheidungen abverlangt. Anpassung oder Autonomie – gilt dies auch für das Verständnis von Psychotherapie – Reparaturbetrieb oder emanzipatorischer Vorgang? Und was bedeuten diese Gegensätze für unsere Positionierung im Hinblick auf die Erwartungen und Anforderungen der Gesellschaft? Kann psychotherapeutisches Fachwissen zum gesellschaftspolitischen Diskurs beitragen? Sollten Psychotherapeuten*innen und die DPtV als Berufsverband sich stärker einmischen?

 

Hier finden Sie das Programm sowie die Bilddokumentation:

Grußwort von Lutz Stroppe, Staatssekretär im Bundeministerium für Gesundheit

„Die steigenden Anforderungen an die psychotherapeutische Versorgung in Deutschland haben bereits das Berufsbild des Psychotherapeuten weiter entwickelt. Sie haben heute einen festen Stellenwert im Versorgungssystem und stehen auf Augenhöhe mit den Ärzten. Die starke Nachfrage nach psychotherapeutischen Angeboten stellt aber auch unsere Gesundheitsversorgung vor besondere Herausforderungen. Mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz haben wir daher die Rahmenbedingungen für die Erbringung und für die Inanspruchnahme von psychotherapeutischen Leistungen verbessert sowie die Befugnisse der Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten erweitert. Die Deutsche Psychotherapeutenvereinigung war in den vergangenen zehn Jahren immer ein konstruktiver Gesprächspartner, wenn es darum ging, die psychotherapeutische Versorgung in Deutschland zu stärken und weiter zu entwickeln. Dafür danke ich Ihnen.“

    Vortrag Prof. Armin Nassehi

    Gesellschaftliche Entwicklung und ihre Folgen – kann Psychotherapie helfen?
    Tonmitschnitt

    Vortrag Prof. Heiner Keupp

    Jenseits der sozialen Amnesie: Psychotherapie im gesellschaftlichen Wandel
    Tonmitschnitt und Folien