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Digitale Nabelschnur – Gefühlsregulierung via Internet und Online-Sucht als therapeutische Herausforderung

Eine digitale Nabelschnur in Form der Datenflatrate versorgt uns jederzeit und dank des Smartphones auch an jedem Ort zuverlässig und ohne große eigene Anstrengung mit emotionalen Nährstoffen. So ermöglicht etwa die ständige Präsenz in sozialen Netzwerken das Gefühl von Zugehörigkeit. Die Generierung möglichst vieler Reaktionen kann als Spritze zur Aufwertung des eigenen Selbstwerts dienen. Insbesondere erotische Angebote im Netz sind in der Lage, vielfältigste Bedürfnisse und Sehnsüchte anzusprechen und neue zu generieren. Dabei ermöglicht der Konsum sexueller Netzinhalte ein Maximum an Kontrolle und an intensiver, unmittelbarer Belohnungserfahrung bei einem Minimum an eigener emotionaler Investition – eine hochwirksame Selbstmedikation per Mausklick gegen Langeweile, Stress oder Einsamkeit.

Wo Medieninhalte als psychische Prothese fungieren, die geeignet sind, echte Emotionalität und wirkliche Begegnung zu verdrängen, ist diese Entfremdung ein Kernsymptom, das uns therapeutisch neu herausfordert. Passen therapeutische Grundbegriffe und Haltungen wie Achtsamkeit, Empathie, Kongruenz und Introspektionsfähigkeit noch in eine Zeit, in der die Gewöhnung an jederzeit verfügbare emotionale Kicks, an eine ständige Online-Präsenz und die damit verbundene Zerstreuung für nicht wenige zur Normalität geworden ist? Im ersten Teil des Seminars werden die Problematik einer exzessiven Nutzung von sozialen Medien und die Implikationen für die therapeutische Arbeit thematisiert. Im zweiten Teil wird u.a. die Frage beleuchtet, wie sich eine in den virtuellen Erfahrungsraum verlagerte anonym gelebte Sexualität auf die Wahrnehmung und Regulierung eigener Gefühle und Bedürfnisse sowie auf die Partnerschaft auswirkt. Veranschaulicht durch Fallbeispiele werden im dritten Teil Behandlungsansätze vorgestellt.

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Referentin: Dipl.-Psych. Tabea Freitag (zum Referentenverzeichnis)

Datum: 20.10.2018

Ort: Hamburg

Zeit: 10:30 bis 18:00 Uhr

Kosten: 160 Euro für Mitglieder der DPtV. 216 Euro für Nicht-Mitglieder. Für PiA und Neuapprobierte 50% Nachlass.

UE: 8

V.-Nr.: 18-93