Deutsche PsychotherapeutenVereinigung Landesgruppe Bremen

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Aktuelles zur Ausbildungsreform

Im November 2019 wurde nach über 10 Jahren politischen Diskurses das Gesetz zur Ausbildungsreform beschlossen.
Mit der Reform des Psychotherapeutengesetzes wird die Qualifizierung der heutigen psychologischen Psychotherapeut*innen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen neu strukturiert.

 

Was bedeutet das für angehende Psychotherapeut*innen?

Zukünftig ist der erste Schritt ein Masterstudiengang „Psychotherapie“, welcher zu einer Approbation führt. Die neue Berufsbezeichnung lautet dann „Psychotherapeut*in“. Um in vollem Umfang psychotherapeutisch tätig sein zu können, müssen sie als Assistenzpsychotherapeut*innen, wie andere akademische Heilberufe auch, eine Weiterbildung absolvieren. In der Weiterbildung spezialisieren sie sich entweder für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen oder Erwachsenen und in einem Psychotherapieverfahren, also Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, analytische Psychotherapie oder Systemische Therapie. Anschließend heißen sie z.B. „Fachpsychotherapeut/in für Kinder und Jugendliche (Verhaltenstherapie)“. Erst dieser Abschluss ist vergleichbar mit dem der heutigen Kinder- und Jugendlichen bzw. Psychologischen Psychotherapeut*innen. Während der Weiterbildung besteht laut HeilBerG Anspruch auf angemessene Vergütung. Wie das im ambulanten Teil der Weiterbildung bei derzeitigen Vorgaben im SGB V zu gewährleisten ist, steht noch nicht fest.

 

Was bedeutet das für die sich bereits im Studium oder Ausbildung befindlichen angehenden Psychotherapeut*innen?

Die Reform sieht auch leichte Verbesserungen für angehende psychologische Psychotherapeut*innen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen vor, die sich bereits in Ausbildung befinden oder ihre Ausbildung noch nach dem alten Gesetz durchführen werden. Mit "Ausbildung" sind auch alle gemeint, die ein entsprechendes Studium nach § 5 Abs.2 PsychThG vor dem 1.9.2020 begonnen haben. (Vgl. §27 Abs. 2 PsychThG)

Das Gesetz regelt, dass PiA in der praktischen Ausbildung einen Mindestanteil von 40 Prozent an den Vergütungen der Ausbildungstherapien erhalten. (§117 Abs. 3c SGB V)

Ab dem 1.9.2020 gilt eine Mindestvergütung von 1000 € für die stationäre praktische Tätigkeit 1, die damit vielerorts deutlich über der derzeit üblichen Vergütung liegt. Momentan erhalten z.B. die Psychotherapeut*innen in Ausbildung (PiA) in Bremen im Durchschnitt nur 450 Euro während der stationären Ausbildung. (§27 Abs. 4 PsychThG)

Die Ausbildung nach dem alten System ist bis Herbst 2032, in Härtefällen bis 2035, möglich. Allen zukünftigen PiA wird empfohlen, im Ausbildungsvertrag darauf zu achten, wie das ausgewählte Institut mit dieser Möglichkeit umgeht und für welchen Zeitraum tatsächlich eine Möglichkeit zur Ausbildung zugesichert wird. Alle, die bereits PiA sind, sollten sich ebenfalls rechtzeitig darüber erkundigen und ggf. um eine schriftliche Bestätigung bitten. (§27 Abs. 3 PsychThG)

Psychotherapeutenausbildungsreformgesetz ist im Bundesgesetzblatt nachzulesen.

 

Zustimmung des Bundesrates zur Approbationsordnung

Am 14.02.2020 hat der Bundesrat der Approbationsordnung mit einigen Änderungen zugestimmt. In der Approbationsordnung sind die verpflichtenden Inhalte des Studiums geregelt.

Entwurf zur Approbationsordnung vom 20.12.2019

Änderungsbeschlüsse zur Approbationsordnung im Bundesrat vom 14.02.2020

 

Wie geht es jetzt weiter?

Was bedeutet das für Bremen?
Derzeit arbeitet die Universitäten an der Umsetzung der Reform in Bezug auf die Gestaltung des Studienganges Psychotherapie. In Bremen ist Prof. Dr. Nina Heinrichs für Klinische Psychologie und Psychotherapie mit der Vorbereitung der Akkreditierung beschäftigt. Eine Akkreditierungskommission wird darüber entscheiden. Auch der Übergang ins neue System wird zu regeln sein, z.B.: Wann starten die BA und MA-Studiengänge? Und wird es Übergangsmöglichkeiten mit dem derzeitigen BA-Abschluss geben?

Zeitgleich arbeiten die Bundespsychotherapeutenkammer, Mitglieder aus den Präsidien der Landespsychotherapeutenkammern, Jurist*innen und Expert*innen aller Verfahren an der Gestaltung der neuen Musterweiterbildungsordnung. Ziel ist es, die Wünsche der Profession, auf die sich der Deutschen Psychotherapeutentag geeinigt hat, so gut wie möglich abzubilden. Es sind dabei jedoch viele jurstische Vorgaben zu beachten. Weiterbildungen werden z.B. in Bremen auch durch Vorgaben des Bremer Heilberufsgesetzes geregelt. Im Anschluss wird anhand der Musterweiterbildungsordnung im Fort- und Weiterbildungsausschuss in Bremen die Fort- und Weiterbildungsordnung für Bremen entsprechend erweitert.

Später wird es dann natürlich auch darum gehen, wer Lehre, Supervision und Selbsterfahrung an der Uni und in der Weiterbildung anbieten wird und wo die notwendigen Praktika und Berufstätigkeit in den verschiedenen Aus- und Weiterbildungsstadien stattfinden können.

 

Mehr Informationen finden Sie unter folgenden Links:

Ausbildungsreform und die verschiedenen Wege zum Beruf "Psychotherapeut*in"

PiA-News 3.2019

PiA-Portal

Was bedeutet das für die Psychotherapeutenkammer Bremen?

Informationen der Bundespsychotherapeutenkammer zur Ausbildungsreform

Ergebnisbericht zur Umfrage "Was beschäftigt PiA?"

 

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