DPtV-AG „Angestellte“ ruft zur Mitarbeit auf

Die DPtV Angestellten-AG sammelt derzeit Informationen über die zum Teil mäßigen bis prekären Anstellungsverhältnisse und Tarifbedingungen wie auch schriftliche Hinweise zum oft fehlenden klaren rechtlichen Status der angestellten DPtV-Mitglieder in Kliniken. Auch die Arbeitnehmer/
innen im teilstationärem Sektor wie zum Beispiel in Tageskliniken oder im MVZ Tätige sind von diesem Aufruf angesprochen.
Hintergrund der Datensammlung ist insbesondere die nach wie vor fehlende Gleichstellung nach der Approbation mit den fachärztlichen Kolleginnen und Kollegen. Denn trotz deutlich facharztäquivalenter Tätigkeiten in Kliniken und Ambulanzen, beispielsweise in der Diagnostik und Behandlung (u. a. Durchführen von Konsilen, Erstgespräche) erfolgt nach wie vor keine tarifliche Gleichstellung. In einigen Kliniken wird aktuell sogar zum Teil gegen diese Bestrebungen unserer Mitglieder gehandelt und der Handlungsspielraum der PP/KJP mit Hinweis auf die bestehende Haftungsrechtsituation des Arztes eingeschränkt, obwohl schon lange gemeinsam produktiv und auf qualitativ hohem Niveau gemäß Facharztstandard gearbeitet wird. Den erweiterten Facharzttarif Marburger Bund erhalte nur, wer die Facharztprüfung ablege. Unsere Mitglieder wenden sich beispielsweise auch an den Verband, um darauf aufmerksam zu machen, dass nach ihrer Approbation plötzlich der Arbeitsvertrag geändert werden sollte. Beim genauen Hinsehen zeigt sich, dass der/die nun approbierte KollegIn mit dem neuen Vertrag auf längere Sicht tariflich sogar noch schlechter gestellt wäre als zuvor mit dem „alten“ Dipl.-Psych.-Vertrag.  Aufstiegsmöglichkeiten fehlen den PP/KJP schon länger in Kliniken, eine wirklich gleichberechtigte Kooperation von ÄrztInnen und psychologischen PsychotherapeutInnen erscheint bislang nicht in Sicht. Dies müsste sich unseres Erachtens mit Blick auf die Zukunft (FachärztInnenmangel, sehr gut ausgebildete PP/KJP u. a.) ändern.
Es fällt auf: Gern wird in Klinikflyern mit hohen Qualitätsstandards in der Psychotherapie geworben. In Stellen­anzeigen für die Neuapprobierten werden zudem herausfordernde Tätigkeiten in der Versorgung oder auch eine führende Position wie Teamleitung offeriert, doch entsprechend honoriert wird dies leider nicht. Hier ist unseres Erachtens weiterhin eine enge Verzahnung mit ver.di erforderlich. Insgesamt fehlen flexible neue Tarifgefüge, doch auch ausreichend Engagement der PP/KJP in den Fachkommissionen der Gewerkschaft wie auch entsprechender öffentlicher Protest der Angestellten. Um diesem noch mehr Stimme und Gewicht zu verleihen, möchte die Angestellten-AG die hessischen angestellten Mitglieder jetzt bitten, dem Landesvorstand entsprechendes Material zu­kommen zu lassen, ggf. anonymisiert. Eine Infomaterialsammlung würde die Verbandsarbeit, zum Beispiel in Richtung Tarifangleichung wie o. g., Übernahmeerlaubnis von Leitungsfunktionen, Befugniserweiterung oder ähnliches für Angestellte unterstützen. So hoffen wir, lassen sich ­Forderungen und Vorstellungen ableiten, die für nächste Tarif- und Arbeitsvertragsverhandlungen genutzt werden können.
Ihre Informationen und/oder Texte zu den genannten Themen bitte an: kerstinsude@dptv.de

Kerstin Sude

 

Aktuelle Genehmigungssituation für ambulante neuropsychologische Therapie

Da es bislang noch keine zugelassenen Behandler für neuropsychologische Therapien gibt, werden die Anträge für ambulante neuropsychologische Therapie weiter über das Erstattungsverfahren geregelt.  
Einige Krankenkassen (z. B. TK, DAK, einige BKKen) richten sich dabei schon nach der neuen Richtlinie, d. h. ein vorgedruckter Antrag (siehe GNP-Homepage – interner Bereich), eine somatische Abklärung, dass bei dem Patienten eine erworbene Hirnschädigung vorliegt und Kopien über die Qualifikationen des Behandlers reichen für eine Therapiegenehmigung aus.
Andere Krankenkassen (z. B. AOK, Barmer LKK) halten am alten Verfahren fest. Sie genehmigen im 1. Schritt maximal 5 probatorische Sitzungen und fordern einen ausführlichen Behandlungsplan für den MdK, ohne den der MdK keine Behandlung empfehlen kann.
Die Kassen verhalten sich hinsichtlich der Vergütung der Behandlungskosten sehr sehr uneinheitlich. Die Spannbreite reicht da von 54,96 € bis 100,55 €, die meisten Kassen bieten den Satz für die Richtlinienverfahren (81,14 €) an.
Die privaten Krankenkassen verfahren auch sehr unterschiedlich. Teilweise werden 30 Sitzungen  ohne Antrag nur auf Anfrage der Angehörigen oder Empfehlung von ­Kliniken genehmigt, teilweise auch nur 10 oder 7 Sitzungen mit der Bitte, dann einen ausführlichen Behandlungsplan vorzulegen. Die Erstattungskosten belaufen sich teilweise nur auf 90 €. Die Beihilfe sieht in ihren Ausführungen bisher die ambulante neuropsychologische Therapie noch nicht vor.

Dokumentationspflicht
Da der/die jeweilige Behandler/in die Indikation für eine ambulante neuropsychologische Therapie selber stellt und auch den Umfang der Therapie selber festlegt, wird die Behandlungsindikation erst im Rahmen der später erfolgenden Qualitätskontrolle/Qualitätssicherung überprüft.
Daraus leiten sich entsprechende Dokumentationspflichten für die Behandler/in ab. Ein Behandler muss folgende Bereiche dokumentieren:

  • Befunde,
  • Therapieplan sowie dessen Veränderungen im Behandlungsverlauf,
  • der Behandlungsverlauf,
  • Anzahl und Dauer der Behandlung pro Woche,
  • Gesamtbehandlungsanzahl,
  • Verkürzte Behandlungszeiten sind zu begründen (Symptomatik, Testergebnisse),
  • Durchführung der Therapie außerhalb der Praxis bedürfen einer Begründung,
  • Überschreitung des Behandlungsrahmens bedürfen ebenfalls der Begründung und Dokumentation.

Barbara Feldmann-Schmidt

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