Mindestpunktwert steigt auf 4,15 Cent ab dem 2. Quartal 2008

Aufgrund eines Beschlusses des Bewertungsausschusses musste die KV Hessen ab diesem Quartal den Mindestpunktwert neu berechnen. Erfreulicherweise ist dieser dadurch von 3,99 Cent auf 4,15 Cent (vor Abzug Notdienst) gestiegen, was einer Erhöhung von ca. 2,80 €/pro genehmigter Sitzung gleich kommt. Sie haben diese Differenz zur Restzahlung des Quartals 2/2008 inzwischen nachbezahlt bekommen.

Abrechnungsfragen – Klärungen mit der KV Hessen

Verschiedene strittige Sachverhalte, die wir in den vorherigen Rundbriefen beschrieben haben, konnten im Fachausschuss Psychotherapie inzwischen weitgehend zu unserer Zufriedenheit geklärt werden.

Abrechnung der Besuchsziffern GOP 01410 bis 01413 EBM 2008 durch psychologische Psychotherapeuten bei genehmigten psychotherapeutischen Behandlungen.

Gemäß EBM ist ein Besuch in der vertragsärztlichen Versorgung nur dann berechnungsfähig, wenn der Kranke aus medizinischen Gründen den Arzt (oder Therapeuten) nicht in seiner Praxis aufsuchen kann, der Besuch also wegen einer Erkrankung erforderlich ist.
Gemäß der Psychotherapie-Vereinbarungen Teil A, § 1 Allgemeines, Absatz 4 „findet die Psychotherapie in der vertragsärztlichen Versorgung grundsätzlich in den Praxisräumen der Therapeuten statt“. Dies bedeutet, dass nur in den oben genannten Ausnahmefällen die bewilligte Psychotherapie des Patienten bei diesem zu Hause durchgeführt werden kann. Dies ist dann auf dem Abrechnungsschein als Begründung einzutragen und bei EDV-Anwendern mit der Feldkennung 5009 anzugeben.

Abrechnung der biographischen Anamnese

Hierzu hat der Vorstand der KV Hessen seinen bisherigen Beschluss revidiert und beschlossen: „Aufgrund der zwischenzeitlich vorliegenden schriftlichen Stellungnahme der KBV zur Abrechnungsfähigkeit der biographischen Anamnese – GOP 35140 – ohne direkten Arzt-Patientenkontakt nimmt der Vorstand ... seine Beschlussfassung vom 14.04.2008 zurück. Somit kann die GOP 35140 innerhalb der KVH auch ohne Anwesenheit des Patienten erbracht und abgerechnet werden.“

Absetzung von genehmigten Therapien durch die Verwaltung (fehlende Genehmigungsbescheide bzw. Umgang mit Nachzüglerscheinen)

Zum diesem Sachverhalt wurde seitens der KV Hessen klar gestellt, dass im Nachhinein gestellte Psychotherapie-Anträge nicht anerkannt werden können. Die Psychotherapierichtlinien sagen klar aus, dass der behandelnde Therapeut vor der Behandlung der Krankenkasse die Diagnose mitteilt, die Indikation begründet und Art und Umfang der geplanten Therapie beschreibt. Des Weiteren wird in allen Antragsformularen darauf hingewiesen, dass, falls eine Therapie-Behandlung (Erstantrag bzw. Umwandlung/ Fortsetzung) notwendig werden sollte, diese rechtzeitig vor Behandlungsbeginn bzw. der Verlängerung der Therapie zu beantragen ist. Hierzu teilte der juristische Geschäftsführer Herr Hoffmann ergänzend mit, dass die Abrechnung von psychotherapeutischen Leistungen ab dem Quartal der Antragstellung möglich ist. Sie können also bei der KV Hessen genehmigte Leistungen abrechnen, wenn der Antrag noch im gleichen Quartal gestellt wird und die entsprechende Genehmigung nachreichen.

Umgang der KVH mit Resttherapiestunden

Die Unterbrechung einer laufenden Psychotherapie für einen Zeitraum von mehr als einem halben Jahr ist gemäß der Psychotherapie-Vereinbarungen nur zulässig, wenn sie besonders begründet wird. Die KV Hessen hat der Vorgehensweise zugestimmt, dass diese Begründung im Bedarfsfall in der Abrechnung erfolgen kann, indem diese dann auf dem Abrechnungsschein als Begründung eingetragen oder bei EDV-Anwendern in der Feldkennung 5009 angegeben wird.

Erhöhung der Punktzahlobergrenze bei Job-Sharing-Praxen

Wie in der letzten Sitzung des beratenden Fachausschusses Psychotherapie in der KV Hessen zu erfahren war, wird die KV Hessen beim Zulassungsausschuss Psychotherapie die Erhöhung der Punktzahlobergrenze um 11,5% beantragen. Derzeit werden die Daten für die einzelnen Job-Sharing-Praxen in den Bezirksstellen berechnet.
Leider zeigt es sich, dass die Erhöhung dieser Punktzahlen nicht der Erhöhung der Punktzahlen im EBM entspricht, sondern deutlich darunter liegt. Die Job-Sharing-Praxen erleiden dadurch bei gleicher Leistung für das Jahr 2008 einen Honorarverlust von 4-5%. Wir halten das Berechnungsergebnis der KV Hessen für nicht plausibel, daher werden wir in den nächsten Tagen die Berechnungen überprüfen.
Damit wir die betroffenen Praxen in dieser Frage künftig zielgerichtet informieren können und um eine gemeinsame Handlungsstrategie zu entwickeln, bitten wir Sie, das unten zum Download bereitgestellte Rückmeldeformular an die Geschäftsstelle zurück zu senden. Gegebenenfalls wird es notwendig sein, gegen den Beschluss des Zulassungsausschusses Widerspruch einzulegen. Wir werden Sie diesbezüglich auf dem Laufenden halten.

Rückmeldeformular zum downloaden. Sie können das Formular am Computer ausfüllen, dann ausdrucken und per Post oder Fax zusenden.