Ergebnis der Kammerwahl in Hessen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
mit dem Listennamen „DPtV – Gemeinsam Zukunft sichern!“ sind wir in die Wahl zur Delegiertenversammlung der Psychotherapeutenkammer Hessen gestartet. Wir hatten Sie um Ihre Stimme und Ihre Unterstützung gebeten und Ihnen unser Wahlprogramm zugesandt. 10 Listen traten zur dieser Wahl an.
Am 30. Juni wurden die Stimmen ausgezählt und das Wahlergebnis bekanntgegeben. Die DPtV-Liste wurde mit 988 Stimmen zur zweitstärksten Liste in der Kammer. ­Damit hat die DPtV 6 von insgesamt 32 Sitzen in der Kammerversammlung errungen.

Gewählt wurden: Else Döring, Hans Bauer, Sabine Wald, Jörg Wollstadt, ­Barbara Feldmann-Schmidt und Ina Preussner. Gegenüber der Wahl 2011 haben wir damit einen Sitz mehr gewinnen können.
Wir bedanken uns bei Ihnen als Wählern für das uns ausgesprochene Vertrauen.
Von den 10 Listen, die zur Wahl antraten, erhielten 8 so viele Stimmen, dass sie einen Delegiertensitz gewinnen konnten. Die „Vereinigungsliste“ und die Liste „Zukunft der Psychotherapie“ sind nicht in der Delegiertenversammlung vertreten.
Stärkste Liste wurde die Liste VT-AS, sie erreichte 9 Sitze in der Delegiertenversammlung. Die Psychodynamische Liste errang 5 Delegiertensitze, die Integrative Liste 3 Sitze, ebenso wie die Liste QdM. Die neue Liste VAIR, die für die Interessen der jungen Psychotherapeuten eintreten will, verhaltenstherapeutisch orientiert ist und sich als verbandsunabhängig bezeichnet, bekommt 2 Sitze, genauso wie die Liste KJP-Hessen, die im wesentlichen vom BKJ-Mitgliedern gegründet wurde und den Psychodynamischen Kindertherapeuten. Derzeit befinden wir uns in ernsthaften Koalitionsverhandlungen mit VT-AS und QdM, um gemeinsam den Kammervorstand zu besetzen. Grundlage dieser Koalitionsverhandlungen sind gemeinsame Ziele und Interessen. Kammerrelevant ist dabei vor allen Dingen die geplante Ausbildungsreform. Wir setzen uns gemeinsam für die Reform der Psychotherapeutenausbildung in Form eines Psychotherapie-Studiums mit anschließender psychotherapeutischer Weiterbildung ein.
Else Döring

Kammerwahl 2016

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

„Gemeinsam Zukunft sichern!“ Unter diesem Motto tritt die Wahlliste der DPtV Hessen zur Kammerwahl 2016 an.
Wir alle sind aufgerufen, die neuen Delegierten zu wählen und damit die Weichen für die Politik der nächsten fünf Jahre der Psychotherapeutenkammer Hessen zu stellen. Die Bedeutung dieser Wahl liegt in der Gestaltung der Zukunft der Psychotherapie. Wir wollen in der Kammer alles dafür tun, damit der Berufsstand weiter abgesichert wird.
Wir bitten um Ihre beiden Stimmen! Damit Sie wissen, welche Schwerpunkte wir setzen und welche Inhalte auf der Tagesordnung stehen, haben wir eine Broschüre für Sie zusammengestellt

 Hier können Sie die 16-seitige Broschüre als PDF-Datei downloaden 

Hier können Sie die Broschüre online als Flash-Animation zum Umblättern betrachten


Die Arbeitsgruppe Psychotherapeutenkammer der Landesgruppe Hessen der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung – DPtV
Else Döring, Hans Bauer, Barbara Feldmann-Schmidt, Sabine Wald, Jörg Wollstadt

Was ist los in der Kammer?

Am 9. und 10. Oktober fand die 2. Delegierten-Versammlung 2015 der LPPKJP Hessen statt. Nach den Berichten aus den Ausschüssen fand eine Führung durch die neue Geschäftsstelle statt. Die Kammer ist ja inzwischen in neue Räume umgezogen, die nun von den Delegierten besichtigt werden konnten. Die neuen Räume fanden ­guten Anklang.
Nach den Berichten der verschiedenen Ausschüsse wurde der Haushalt verabschiedet. Drei neue PiA-Vertreter/innen stellen sich vor: Karim Ballach für die VT, Lisa Kallenbach für die Psychoanalyse und Marc Wedjelek für KJP und Tiefenpsychologie.
Intensiv diskutiert wurde ein Antrag, der Änderungen der Berufsordnung nur mit 2/3 Mehrheit zulassen wollte und zurückgewiesen wurde. Ebenso heftig diskutiert wurde ein Antrag zur Selbsterfahrung in der Ausbildung und zur ­Parallelbehandlung von Verwandten und Angehörigen. Beide Änderungsanträge fanden keine Mehrheit.
Eine Änderung der Weiterbildungsrichtlinien für Neuro­psychologie musste auf die nächste Kammerversammlung verschoben werden.
Es wurde über die psychotherapeutische Versorgung von Flüchtlingen berichtet und eine Resolution abgestimmt.
Damit endete die Kammerversammlung.

Else Döring

Zu unserem Antrag auf Absenkung des Kammerbeitrages

Sie erinnern sich: schon kurz nach seinem Amtsantritt Ende 2012 mit Wirkung zur Beitragserhebung 2013 be­antragte der Vorstand der Psychotherapeutenkammer Hessen den Kammerbeitrag für seine Mitglieder zu erhöhen. Wir, die Delegierten der DPtV, fanden diese Beitragserhöhung schon damals unnötig und stimmten in der Delegiertenversammlung dagegen. Mit den Stimmen der Koalition wurde die Beitragserhöhung beschlossen. Selbst verständlich haben wir die Entwicklung der finanziellen Situation der Kammer seitdem aufmerksam beobachtet. Der durchschnittliche Beitrag, den ein Mitglied entrichtet, ist von 330,43 € in 2011 auf 374,50 € in 2014 angestiegen. Das entspricht einem Anstieg von 13,34 % oder ca. 4,45 % pro Jahr. Wir denken, eine durchaus beachtliche Steigerungsquote. Durch den ständigen Zuwachs an Mitgliedern erhöhten sich die Gesamteinnahmen noch mehr. In 2012 nahm die Kammer 1.196.803,00 € an Beiträgen ein. Im Jahr 2014 betrugen die Einnahmen aus Beiträgen 1.412.375,00 €. Das stellt eine Steigerung um 18,01 % dar, also rund 6 % pro Jahr. Wir fragen uns, wozu braucht die Kammer jedes Jahr 6 % mehr Geld als im Vorjahr? Wir sehen diese Notwendigkeit nicht.
Die Kammer finanziert sich aus Pflichtbeiträgen. Die Mitglieder können nicht – wie bei einem Berufsverband – entscheiden, unangemessenen Erhöhungen der Beiträge durch Austritt entgegenzutreten. Hieraus leitet sich eine besondere Sorgfaltspflicht bezüglich der Beitragserhebung ab.
Die Delegierten der DPtV stellen deswegen den Antrag an die Kammerversammlung, den Beitrag für das Jahr 2016 zu senken. Technisch stellen wir uns dieses so vor, dass die Beitragsverpflichtung für jede Beitragsklasse, außer für Höchst- und Mindestbeitrag, um eine Stufe abgesenkt wird. Die Verringerung der Einnahmen der Kammer hierdurch wird nach unseren Berechnungen zwischen 43.000 € und 55.000 € betragen. Diese sollte die Kammer nicht in finanzielle Schwierigkeiten bringen. Wir sind gespannt ­darauf, wie sich der Vorstand der Psychotherapeuten­kammer Hessen und die Mehrheitsfraktionen zu unserem Antrag stellen werden und werden Sie darüber, wie auch über die anderen Themen der Delegiertenversammlung im Oktober, informieren.
Hans Bauer (Juli 2015)

Bericht zur letzten Delegiertenversammlung der Landeskammer

Am 20. und 21. März 2015 fand im Hotel Oranien in ­Wiesbaden die Delegiertenversammlung der hessischen Psycho­therapeuten-Kammer statt. Wir möchten Sie über die wichtigsten Inhalte hier gern infomieren.
Wie in jeder DV wurde auch diesmal eine Vorveranstaltung zu einem der in der Tagesordnung folgenden inhaltlichen Tagesordnungspunkte vorangestellt. Anlässlich geplanter Änderungen der hessischen Berufsordnung für Psychotherapeuten hat der Kammervorstand das Thema Selbsterfahrung/Lehrtherapie in der Ausbildung zur Psychotherapeutin/Psychotherapeut als Schwerpunkt ausgewählt. Die ReferentIn Dr. Isolde Böhme (Psychoanalytikerin, DPV) und der Referent Dr. Thomas Heidenreich (Verhaltens­therapeut, Hochschule Esslingen) stellten die verfahrensspezifischen Unterschiede in der Konzeption der Selbst­erfahrung während der Ausbildung zum Psychotherapeuten vor. Es zeigte sich hier deutlich, dass die Konzeption der Selbsterfahrung in beiden Verfahren nicht vergleichbar ist. So wurde klar, dass in der Verhaltenstherapie hohe Selbsterfahrungsanteile auch in den Supervisionen stattfinden können, während in der Psychoanalyse ausschließlich die Selbsterfahrungsanteile in der Lehranalyse, aber nicht in den Supervisionen ihren Raum haben. Der aus analytischer Sicht verständliche Wunsch einer in der Berufsordnung deutlich stärkeren Trennung von Leitung der Lehranalyse/Selbsterfahrungsleitern und Referenten der Aus- und Weiterbildung konnte jedoch aus verhaltens­therapeutischer Perspektive nicht zugestimmt werden. Hier würde eine stärkere Trennung zu deutlich weniger Flexibilität der jungen KollegInnen in der Wahl ihrer SupervisorInnen führen und damit die Ausbildung einschränken. Zusätzlich machte Johann Rautschka-Rücker in der Diskussion auch noch einmal deutlich, dass durch eine Regelung von Ausbildungsinhalten in der Berufsordnung der Kammer, diese in das Hoheitsgebiet der Ausbildungs­institute eingreife und diese Inhalte eher in der Aus- und Weiterbildungsordnung geregelt werden müssten.
Eine große Einigkeit konnte dagegen für den Änderungsantrag, eingebracht von den Ausschüssen Beschwerde und Schlichtung und Ethik und Berufsordnung, erzielt werden. Hierbei ging es um die Erweiterung der in der Berufsordnung verankerten ethischen Verpflichtungen der Berufsangehörigen. Es wurde gefordert, die ethischen Prinzipien auch auf Tätigkeiten außerhalb der Behandlung von Patientinnen und Patienten verpflichtend anzuwenden. D. h., nicht nur im Verhältnis zu Patientinnen und Patienten sondern auch in weiteren, in § 3 der Berufsordnung genannten aber nicht auf Patienten bezogenen Berufsfeldern von Psychotherapeuten, wie z. B. in Beratungsstellen, in der Kinder- und Jugendhilfe, gegenüber Eltern von minderjährigen Kindern in psychotherapeutischer Behandlung. Als Begründung wurde angegeben, dass hier ähnliche Abhängigkeitsverhältnisse wie in Behandlungsverhältnissen entstehen können, so dass die o. g. ethischen Forderungen hier ebenfalls von großer Bedeutung sind. Der Änderungsantrag, der sich an die Änderungen der Musterberufsordnung der BPtK anpasst, wurde einstimmig von der DV bestätigt.
Als weitere wichtige Punkte wurde der geplante Umzug der Geschäftsstelle der LPPKJP in neue und auch größere Räumlichkeiten vorgestellt. Der Umzug wurde notwendig, da die Ausweitung der Aufgaben der Kammer und die damit einhergehende Personalaufstockung nicht mehr in den alten Räumen umsetzbar war.
Auch die Klinische Neuropsychologie und deren Weiterbildung standen wieder auf der Tagesordnung. Eingeladen war diesmal Karin Schoof-Tams, die den Delegierten nochmals die Notwendigkeit einer Reduktion der Anforderungen an die Weiterbildung zur Klinischen NeuropsychologIn (KNP) deutlich machte und um Anrechnung einzelner Inhalte aus der Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten an die Weiterbildung zur KNP bat. Da es im Vorstand zu keiner Einigung bzgl. der Höhe der Anrechnung der Inhalte kam, endete die Diskussion mit dem ­Appell der Kollegin Schoof-Tams, wenigstens die Übergangslösung zu verlängern, so dass die nun folgenden Weiterbildungskandidaten nicht in eine Ungewissheit hinein ihre Weiterbildung beginnen. Der Vorstand nahm für sich daraufhin den Auftrag mit, zu prüfen, ob bis zur Ausgestaltung der Ausbildungs- und Weiterbildungsinhalte in der Ausbildungsreform die bestehende Übergangsregelung verlängert werden könnte.  

Ilka Heunemann

Bericht zur Delegiertenversammlung der Psychotherapeutenkammer Hessen

Ausbildungsreform

Die Delegiertenversammlung der hessischen Psychotherapeutenkammer stand diesmal im Zeichen der Ausbildungsreform und des nahenden Deutschen Psychotherapeutentages (DPT), was sich auch in der vom Vorstand initiierten Abendveranstaltung zeigte, in der die in der berufspolitischen Landschaft kursierenden oder in der Vergangenheit kursierten Modelle nochmals vom Kammervorstand vorgestellt wurden. In der anschließenden Diskussion zeigte sich, dass sowohl im Vorstand als auch unter den Delegierten unterschiedliche Modelle favorisiert und für förderungswürdig diskutiert wurden. Der Wunsch von Seiten der hessischen Kammer für den Deutschen Psychotherapeutentag ein Stimmungsbild und eine „gemeinsame Linie“ vorab zu finden, zeichnete sich dadurch als nicht realisierbar ab.
Brisant wurde es bezüglich dieses Themas nochmals am Ende der DV samstags. Das plötzliche Einbringen einer bis dahin für einen Teil der Delegierten unbekannten Resolu­tion von Vertretern der KJP-AG der Kammer und auch Gegnern der Direktausbildung kurz vor Ende der Delegiertenversammlung, machte die Brisanz des ganzen Themas plötzlich sehr deutlich. In der Resolution wurde sich für die Regelung der Zugangsvoraussetzung (Masterzugang) für KJP, bei gleichzeitiger aufschiebender Wirkung weiterer Reformansätze ausgesprochen.
Über diese Resolution abzustimmen, wurde von unserer Seite aufgrund der negativen politischen Signalwirkung für den DPT als hochkritisch angesehen, weswegen wir mittels Geschäftsordnungsantrag (GO-Antrag) für eine Nichtabstimmung plädierten. Erfreulicherweise wurde unser Antrag von der Mehrheit der Delegierten bestätigt. Die von Seiten der Antragsteller danach aufflammenden Vorwürfe uns und den Befürwortern dieses GO-Antrages gegenüber, die KJP Interessen undemokratisch abzuschmettern, sind für uns nicht nachvollziehbar. Zum einen wurde der Beschluss in einem demokratischen Prozess gefasst, zum anderen war abzusehen, dass es aufgrund der späten Einreichung des Antrages kaum mehr Diskussionszeit geben würde. Diskussion darüber wäre aber aus Sicht der Antragssteller der Resolution der einzige Beweis für einen demokratischen Prozess gewesen. Die Zugangsvoraussetzungen für KJP zu regeln halten wir darüber hinaus genauso wie die Antragssteller der Resolution für dringend notwendig. Diese werden aber durch eine Reform der Ausbildung und durch die von uns favorisierte Direktausbildung sowieso geregelt.

Änderungen der hessischen Berufsordnung

Weiteres relevantes Thema auf der Delegiertenversammlung war die Abstimmung über Anpassungen der hessischen Berufsordnung, die aufgrund des neuen Patientenrechtegesetzes erforderlich wurden. Die abgestimmten Änderungen lehnen sich an die Anpassungen der BPtK in der Musterberufsordnung und betreffen im Wesentlichen die Artikel § 8 Dokumentations- und Aufbewahrungspflicht, § 9 Einsicht der Patientinnen und Patienten in die Patientenakte, Auskünfte an Patientinnen und Patienten,
§ 12 Aufklärung. Hier werden die durch das Patientenrechtegesetz erforderlich gewordene Präzisierungen bzgl. der Dokumentationspflicht (z.B. zeitnah, Inhalte der Dokumentation wie Untersuchungsergebnisse, Therapie und deren Wirkung, Anamnese) und bzgl. der Aufklärungspflicht des Patienten (u.a. über Risiken und Nebenwirkung, alternative Behandlungsmethoden) aufgenommen. Auch das Einsichtsrecht des Patienten wird hier genauer geregelt, wobei subjektive Daten über den Patienten, die auch das Persönlichkeitsrecht des Psychotherapeuten betreffen, nicht mehr einfach geschwärzt werden dürfen. Nur in ganz besonderen Ausnahmefällen und unter Begründung ist es dem Psychotherapeuten möglich, dies zu tun. Wir empfehlen Ihnen, subjektive Daten wie Selbsterfahrungsinhalte oder persönliche Wahrnehmungen nicht mehr in die Akte aufzunehmen. Es gibt folglich keine sog. „subjektiven Daten“ mehr in der Patientenakte.
Bitte informieren Sie sich über die konkreten Änderungen auf der Homepage der hessischen Kammer. Diese werden zeitnah eingestellt werden.

Neuropsychologische Behandlung

Im Interesse der Neuropsychologie wurde zudem in der DV begonnen, über Möglichkeiten der Reduktion der zurzeit sehr aufwendigen Weiterbildung zum Neuropsychologen zu diskutieren. Dabei stand zur Diskussion, ob nicht Teile der Psychotherapieausbildung bei der Weiterbildung zum Neuropsychologen angerechnet werden könnten. Überschneidungen wurden hier zum einen in Theorieinhalten (Psychopharmakologie, Diagnostik) aber auch in den praktischen Teilen der Ausbildung gesehen. Wir begrüßen diese Idee, da zu befürchten ist, dass aufgrund der sehr auf­wendigen Zusatzweiterbildung kaum Kollegen bereit sein werden, nach Approbation zum PP/KJP die zeitlich sehr aufwendige Weiterbildung anzuschließen. Bis zu einer abschließenden Regelung gilt aktuell für alle KollegInnen weiter die von der Kammer beschlossene Übergangsregelung.

Resolution zu Versorgungsstärkungsgesetz

Einstimmig wurde über eine Resolution zu dem neuen Versorgungsstärkungsgesetz abgestimmt, in der sich die Delegierten entschieden gegen Inhalte aus dem im Referentenentwurf zum GKV-VSG der Bundesregierung wehren. Hintergrund für diese Resolution ist die in diesem Entwurf vorgesehene Regelung, dass die KVen verpflichtet werden sollen, alle Praxissitze, die oberhalb einer Sperrgrenze (Versorgungsgrad 110 %) liegen, still zu legen. Nach Vorgabe des Referentenentwurfes ist damit keine Nachbesetzung mehr möglich, wenn ein Praxisinhaber seine Praxis in einem überversorgten Gebiet (>110 %) aufgibt. Dadurch drohen ein radikaler Abbau ambulanter Behandlungsplätze und damit eine weitere Zuspitzung der schon bestehenden Wartezeitenproblematik für psychisch kranke Menschen.
Andere Teile des VSG wurden dagegen positiv von einzelnen Delegierten aufgenommen, so zum Beispiel die Idee des Wegfalles der Gutachterpflicht bei Gruppentherapien und die Regelung, dass es bei der Psychotherapie, anders als bei somatisch tätigen Ärzten, keine Terminvermittlungsstelle geben wird, die die Terminvergabe für Psychotherapeuten regeln soll.

Ilka Heunemann


Info:

Die Diskussion um eine Ausbildungsreform entstand aufgrund der Folgen der Bologna-Reform bzw. den Einzug von Bachelor und Masterstudiengängen an die Universitäten. Mit dieser Veränderung wurden Neuregelungen notwendig, da u. a. die Zugangsvoraussetzungen zur Ausbildung KJP/PP ungeklärt waren. Dies führte in den letzten Jahren zu einer Rechtsunsicherheit auf ­Seiten der Studierenden und zu der realen Situation, dass immer häufiger auch Studierende mit Bachelor-Abschlüssen in die Ausbildung zum PP/KJP aufgenommen wurden. Der Wunsch auf dem kommenden DPT deshalb zu einer Einigung bezüglich des Vorgehens und damit auch zu einem Signal an die Politik zu kommen, war deshalb von vielen berufspolitischen Vertretern und Befürwortern der Direktausbildung groß. Ausführliche Diskussionen finden Sie in dem Artikel zum DPT.

Beantragung der Zusatzbezeichnung "Klinische Neuropsychologie" bei der Kammer

Der Prüfungsausschuss der LPPKJP Hessen hat im zurückliegenden Jahr Antragsformulare und Leitfäden, Checklisten und ein Prüfprocedere für die Zusatzbezeichnung Klinische Neuropsychologie entwickelt. Auch für die Anerkennung von Weiterbildungseinrichtungen für klinische Neuropsychologie, für die theoretische und die praktische klinische Neuropsychologie und die Anerkennung als Neuropsychologischer Supervisor wurden Antragsformulare, Leitfäden, Prüfprocedere und Checklisten entwickelt. Damit soll die Qualität der Weiterbildung in allen geforderten Bereichen sichergestellt werden.
Die Antragsformulare und Checklisten sollen auf der Kammer-Homepage zum Herunterladen eingestellt werden.
Dank der Verlängerung der Übergangsregelung bis 2020 durch die Kammer haben die bisher nur neuropsychologisch qualifizierten Kollegen/innen weiterhin die Gelegenheit die Ausbildung in einem Richtlinienverfahren und damit auch eine Approbation zu erlangen.
Dass für zukünftige Ausbildungskandidaten eine Weiterbildung in klinischer Neuropsychologie nach der Ausbildung zum/zur Psychologischen Psychotherapeuten/in eine unzumutbare zeitliche und finanzielle Belastung für die KandidatInnen darstellt, war wiederholt Thema im Prüfungsausschuss.
Der Vorstand der LPPKJP hat den Prüfungsausschuss Neuropsychologie gebeten, zur Verzahnung der Aus- und Weiterbildung Stellung zu nehmen. In der HWBO (Hessische Weiterbildungsordnung) ist eine Anrechnung von Teilen der Ausbildung auf die Weiterbildung möglich, aber nicht näher präzisiert, wie diese erfolgen könnte. Der Prüfungsausschuss hat zu dieser Frage unter Berücksichtigung fachlicher Aspekte und mit Blick auf die zeitliche und finanzielle Belastung für die KandidatInnen Vorschläge erarbeitet.

Die Namensgebung der hessischen Psychotherapeutenkammer

Die hessische Psychtherapeutenkammer trägt den prägnanten Namen „Landeskammer für Psychologische Psychotherapeutinnen und -therapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und -therapeuten Hessen“ mit der dazugehörigen Abkürzung LPPKJP. In sogenannten Fließtexten darf auch die Bezeichnung „Psychotherapeutenkammer“ verwendet werden. Nur einige wenige Kammern der Psychotherapeuten im Bundesgebiet dürfen auch offiziell im Titel die Bezeichnung „Psychotherapeutenkammer“ verwenden.
Seit dem Ärztetag im letzten Jahr, der sich schwerpunktmäßig mit psychotherapeutischen Fragen beschäftigte, ist die Verwendung des Begriffs „Psychotherapeutenkammer“ ein Hauptangriffsfeld der psychotherapeutischen Ärzteverbände und der so genannten gemischten Verbänden aus Psychotherapeuten und Ärzten gegen unsere beiden Berufsgruppen (PP und KJP). In Nordrhein-Westfalen ist es zum Beispiel der Ärztekammer gelungen, im Entwurf der Novellierung des Heilberufsgesetzes die Bezeichnung unserer Kammer entsprechend abzuändern, so dass die Bezeichnung „Psychotherapeutenkammer“ künftig nicht mehr verwendet werden soll.
Wie kommt es überhaupt zu dieser Auseinandersetzung? Grund hierfür dürfte sein, dass es immer weniger Ärzte gibt, die die Psychotherapie zum Hauptberuf machen, da Ärzte in vielen anderen Bereichen des Gesundheitswesens wesentlich mehr Geld verdienen können. Es besteht bei der entsprechenden 5-jährigen fachärztlichen Weiterbildung ein erheblicher Nachwuchsmangel, so dass von den bis 2008 für diese Ärzte freigehaltenen Praxissitze im Bundesgebiet insgesamt 1.800 nicht besetzt werden konnten. Dem versuchten die Ärztekammern unter anderem dadurch entgegen zu wirken, indem sie eine neue Qualifikation „fachgebundene Psychotherapie“ einführten, die niedergelassenen Ärzten die Durchführung und Abrechnung psychotherapeutischer Leistungen ermöglichen soll. Problem hierbei: Die Weiterbildungsanforderungen sind recht niedrig, so ungefähr zwischen psychosomatischer Grundversorgung und dem ehemaligen Zusatztitel Psychotherapie für Ärzte angesiedelt.
Nun können aus unserer Sicht unsere beiden Berufsgruppen grundsätzlich nichts dagegen haben, dass sich auch die Ärzte um psychotherapeutische Kompetenzen bemühen, dies ist für das Gesundheitswesen und die Patientenversorgung sicherlich förderlich und verdient auch unsere Unterstützung. In dieser Hinsicht waren die Diskussionen und die Beschlüsse des letztjährigen Ärztetages sicherlich förderlich. Nicht förderlich sind jedoch diejenigen Beschlüsse, in denen die Psychotherapeuten (PPs und KJPs) und ihre Kammern als eine Bedrohung der Psychotherapie durch Ärzte aufgebauscht werden. Hier handelt es sich um reine Standespolitik. In dieser Geisteshaltung hat der Ärztetag auch einen Beschluss gefasst, darauf hinzuwirken, dass der Begriff „Psychotherapeutenkammer“ aus den betreffenden Heilberufsgesetzen der Länder, wo vorhanden, gestrichen werden soll. Der maßgebliche gemischte (1)  Verband hier in Hessen, der VHVP, ist deshalb auch in diesem Sinne hier in Hessen tätig (2).
Der Vorstand der hessischen Landesgruppe der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung betrachtet daher solche politischen Einflussnahmen als Einmischung in die inneren Angelgenheiten der Psychotherapeuten. Der Vorstand der Hessischen Deutschen Psychotherapeutenvereinigung setzt sich ein für eine klare und eindeutige Namensgebung der Landeskammer als „Hessische Psychotherapeutenkammer". Dies wird gegenüber den politischen Institutionen und Gremien vertreten.

(1) „Gemischt“ heißt: Ärzte, die psychotherapeutisch tätig sind, PPs und KJPs werden gemeinsam berufspolitisch vertreten.
(2) Übrigens hat der VHVP seinerzeit im Gesetzgebungsverfahren zur Gründung der Psychotherapeutenkammer tatsächlich dafür plädiert, dass die PPs und KJPs in die Ärztekammer integriert werden sollten. Da wären die Psychotherapeuten mit ihren Anliegen völlig untergegangen.