Aktuelle Entwicklungen zur Corona-Pandemie

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die aktuellen Entwicklungen machen eine erneute Rundmail erforderlich. In den Tagen nach Ostern werdet Ihr von eurer zuständigen Bezirksgeschäftsstelle der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen einen Brief/Päckchen zugestellt bekommen. Dieses beinhaltet nun doch Atemschutzmasken (100 Stk./OP-Standard) als Grundausstattung für Eure Praxen und PatientInnen. Es kann sein, dass die Sendung nicht spezifisch gekennzeichnet ist.

Wie Euch vielleicht bekannt ist, sind viele Lieferungen mit diversen Schutzausrüstungen auf dem Versandweg bereits abhanden gekommen, sodass sich die KV entschieden hat, mit den Sendungen wenig Aufmerksamkeit erzeugen zu wollen. Da die Sendung nicht in den herkömmlichen Briefkasten eingeworfen werden kann, stellt bitte sicher, dass sie in einer geeigneten Form angenommen werden kann. Vielen Dank.

1 . Punkt: Telefonkontakte

Im Anhang findet Ihr einen Brief an den Bundesgesundheitsminister. Über den Link steht das Dokument zum Download bereit. Das Schreiben wurde auf Initiative des Beratenden Fachausschusses Psychotherapie der KV Sachsen erstellt und innerhalb der Körperschaft konsentiert. Im Zusammenhang mit der Pandemie verzeichnen wir alle diverse Veränderungen bei der Umsetzung unserer psychotherapeutischen Behandlungsangebote. Es sollte unser Anliegen sein, auf der einen Seite Hilfebedürftigen und Hilfesuchenden schnell und unkompliziert psychotherapeutische Expertise zur Verfügung zu stellen, andererseits jedoch auch  die Sicherung unserer hohen qualitätsgesicherten Standards der Berufsausübung im Blick zu behalten. Wie wir bereits in den letzten beiden Mitgliederbriefen versucht haben zu verdeutlichen sollte aus unserer Sicht die Realisierung einer psychotherapeutischen Behandlung auch zukünftig im Regelfall im Face-to-Face-Kontakt stattfinden. Eine Modifizierung der im EBM vorgesehenen Leistungsinhalte bzw. die Erlaubnis für telefonische Behandlungen in diesem Kontext halten wir für problematisch!

Vielmehr appellieren wir an den Bundesgesundheitsminister eine pandemiespezifische Leistungskategorie im EBM neu zu schaffen, welche  fernmündlich, videogestützt oder im Face-to-Face-Kontakt umgesetzt werden kann und keine restriktiven Klauseln (z.B. Vorkontakt, Mengenbegrenzungen o.ä.) enthält.

Wir werden sehen!

 

2. Punkt: Terminservicestelle

Wir möchten die Rundmail nutzen, um gerade die Kolleginnen und Kollegen im Leipziger Raum anzusprechen. Bisher ist es uns in guter Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung gelungen, dass keine verbindlich freizuhaltenden Kapazitäten der Terminservicestelle gemeldet werden müssen. Für diese Regelung beneiden uns die KollegInnen vieler anderer Landes-KVen . Allerdings haben wir es bisher auch geschafft, fast alle Anfragen bei der TSS, zumindest für einen Erstkontakt, unterzubringen.

Trotzdem ist zwischenzeitlich eine kuriose und schwer erklärbare Situation eingetreten. Während im KV-Bereich Chemnitz aktuell lediglich 6 und im KV-Bereich Dresden 12 Anfragen auf einen Termin offen sind, warten im KV-Bereich Leipzig 115 Hilfesuchende auf eine Vermittlung. Eine Zahl in dieser Größenordnung bringt die KV in Handlungsnot. Unter Umständen kämen dann auch die sächsischen PsychotherapeutInnen in eine verbindliche Meldepflicht und die verstärkte Überprüfung von Versorgungsaufträgen. Wir wollen das verhindern!

Gleichzeitig müssen wir an dieser Stelle nicht die Probleme mit der sogenannten Bedarfsplanung, Therapeutenzahlen, Auslastungsgraden, etc. erneut diskutieren. Hierzu sind wir an anderer Stelle aktiv. Um zusätzliche Argumentationskraft zu haben, bitten wir die folgende Umfrage (3 Minuten) bis zum 30.04.2020 zu beantworten.

https://www.umfrageonline.com/s/056c284

(Achtung! Bitte bezieht Euch bei Angabe der Psychotherapeutischen Sprechstunden auf die 25 Minuten Einheit!)

Darüber hinaus wäre es eine tolle Leistung und auch ein erneutes berufspolitisches Signal, wenn es uns gelänge, den Leipziger Stau zu mindern. Wenn also pandemiebedingt in Leipziger Praxen Kapazitäten kurzfristig freigeworden sind, wäre es sehr hilfreich, diese unter präziser Angabe von Datum, Zeit und Praxis an die E-Mailadresse FMassow@t-online.de zu senden. Kollege Massow würde die Termine gebündelt sowohl der TSS als auch dem KV Vorstand mitteilen und somit ein Zeichen setzen, dass die PsychotherapeutInnenschaft im Sächsischen Land ein verlässlicher Partner ist. Um es nochmal klar zu formulieren: Es geht hier nicht um die zur Verfügungstellung eines Therapieplatzes, sondern um eine Sprechstunde! Wir hoffen auch hierzu auf Eure Unterstützung! Herzlichen Dank!

Wie Ihr seht, ist Euer Landesvorstand auf vielen Ebenen am Ball. Wir hoffen, dass Ihr mit unserer berufspolitischen Ausrichtung weiterhin konform geht. Rückmeldungen sind gerne willkommen und werden selbstverständlich bei der Meinungsbildung berücksichtigt.

Wir wünsche Euch erholsame Osterfeiertage! Kommt gut durch diese bewegte neue und ungewohnte Zeit!

 

 

Für den Landesvorstand

Sven Quilitzsch