Kinder brauchen mehr / Jugend braucht mehr

Breites Bündnis der Fach- und Berufsverbände fordert am 24. März 2021 auf einer Online-Diskussionsveranstaltung politisches Maßnahmenpaket für Kinder und Jugendliche

Berlin, 15. März 2021 – Ein vom Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten (bvvp) initiiertes breites Bündnis von Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen, -psychiater*innen und Kinder- und Jugendärzt*innen fordert ein entschlossenes Handeln der Politik, um dem massiven Leiden der Kinder und Jugendlichen in der Corona-Krise mit einem Maßnahmenpaket entgegenzuwirken. In einer öffentlichen Online-Diskussionsveranstaltung stellen der Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland e.V. (bkjpp), der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (bvkj), der Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten (bvvp), die Deutsche Psychotherapeutenvereinigung (DPtV), die Vereinigung analytischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (VAKJP) mit Unterstützung von weiteren 20 Psychotherapeutischen Berufs- und Fachverbänden ihre Forderungen den Vertretern der Politik vor.

Im Zentrum stehen 5 Kernforderungen für Kinder und Jugendliche, die die Verbände am 24. März erläutern werden:

  1. Gründung eines Jugend-/Kinderrats analog dem Ethikrat
  2. Einrichtung einer zentralen, deutschlandweit beworbenen Hilfsnummer für Kinder und Jugendliche in Not
  3. Umsonst, für alle und draußen: tägliche Sport-, Bewegungs- und kulturelle Aktivitäten an öffentlich zugänglichen Orten
  4. Niederschwellige und längerfristig angelegte Kurs- und Projektangebote für Kinder und Jugendliche außerhalb des Schulunterrichts
  5. Initiative zur Anwerbung von Honorarkräften unter soloselbstständigen Kunstschaffenden und beschäftigungslos gewordenen Personen aus dem Kultur- und Sportbereich zur Unterstützung von Kindern und Jugendlichen.

Zum Hintergrund: Eine bvvp-Online-Umfrage zum Thema „Psychische Belastungen und Lebensumstände bei Kindern und Jugendlichen in der Corona-Krise“ mit Laufzeit bis Mitte Januar 2021 zeichnet ein düsteres Bild, was die seelische Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen angeht – ein Befund, der durch die COPSY-Studie bestätigt wird. In einer DPtV-Blitzumfrage gaben die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen an, dass im Vergleich zum Vorjahreszeitraum die Patientenanfragen in den Praxen um durchschnittlich 60 Prozent angestiegen sind.

Die mehr als 10.000 Antworten von fast 400 Teilnehmenden der bvvp-Befragung - darunter auch psychiatrisch und pädiatrisch Tätige - zeigen auf, dass viele der behandelten Kinder und Jugendlichen vermehrt unter Ängsten leiden, sich mit dem Thema Tod befassen, im häuslichen Umfeld häufiger Spannungen und auch Gewalt ausgesetzt sind. Zu beobachten sind Leistungsabfälle und Versagensängste wie verstärkte Gewichtszunahmen.

Pandemiebedingt fehlen stärkende Ressourcen wie Sozialkontakte zu Gleichaltrigen, Musik oder Sport im Verein, aber auch Angebote der Jugendhilfe. Das alles macht die massiven Auswirkungen der Einschränkungen sichtbar, die neue Konzepte des Umgangs mit diesen Belastungen erfordern.

Die Ergebnisse adressiert das Verbändebündnis an Verantwortliche in der Politik, um politische Maßnahmen zur Verbesserung der Situation vorzuschlagen und anzumahnen – so auch im Rahmen der Online Diskussionsveranstaltung am 24. März 2021.

 

Zum Ablauf:

Auf einen Impulsvortrag mit Vorstellung der Ergebnisse der bvvp-Umfrage zu den Belastungen von Kindern und Jugendlichen in Pandemie-Zeiten durch Frau Dr. Beate Leinberger (für den Kompetenzkreis KJP des bvvp) folgt ein Fachvortrag von Prof. Dr. med. Thomas Loew, Chefarzt des Universitätsklinikum Regensburg, Abt. Psychosomatische Medizin, zum Thema.

Im Anschluss stellen die Vertreter*innen der Verbände den Teilnehmer*innen aus der Politik die Forderungen des Bündnisses vor, die im Folgenden diskutiert werden sollen.

 

Weitere Teilnehmende der Veranstaltung:

Ariadne Sartorius (Sprecherin des Kompetenzkreises Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie im bvvp, Mitglied des bvvp- Bundesvorstands)

Michaela Willhauck-Fojkar (Fachgruppe Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie der DPtV, Vorstandsmitglied der Bundespsychotherapeutenkammer)

Dr. Helene Timmermann (Vorsitzende der VAKJP)

Dr. Gundolf Berg (Vorsitzender des BKJPP)

Dr. Thomas Fischbach (Präsident des BVKJ)

Bundesministerin Franziska Giffey (Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend - angefragt)

Ministerin Britta Ernst (Bildungsministerin des Landes Brandenburg, Präsidentin der Kultusministerkonferenz - angefragt)

Staatsminister Klaus Holetschek (Gesundheitsminister des Landes Bayern, Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz - angefragt)

Sabine Rieser (Gesundheitspolitische Fachjournalistin, Moderation)

 

Einladung:

Wir laden Sie herzlich ein zur Teilnahme an der Online-Diskussionsveranstaltung am 24. März von 18.00 – 21.00 Uhr und bitten um eine formlose Information an presse@bvvp.de, wenn Sie sich über unser Tool zur Veranstaltung anmelden.

Link zur Anmeldung: https://attendee.gotowebinar.com/register/3255807175506339086

Auf Wunsch senden wir Ihnen per Mail eine Pressemappe mit den detaillierten Ergebnissen der Umfragen und den Statements der teilnehmenden Vertreter*innen der Verbände zu den Forderungen zu und vermitteln Ihnen Interviewpartner*innen. Die Pressemappe finden Sie auch unter www.kinderbrauchenmehr.de zum Herunterladen.

 

Ansprechpartner für Medien:

Verbändebündnis Kinder brauchen mehr /Jugend braucht mehr

bvvp Bundesgeschäftsstelle Anja Manz – Öffentlichkeitsarbeit
Württembergische Straße 31, D 10707 Berlin
Tel.: 030 - 88 72 59 54 | Mobil 0177 - 6575445
E-Mail: presse@bvvp.de

DPtV e.V. - Pressestelle
Hans Strömsdörfer - Öffentlichkeitsarbeit Am Karlsbad 15, D 10785 Berlin
Tel. 030 - 235 00 927 | Mobil: 0157 - 73744828
E-Mail: presse@dptv.de

 

Pressemitteilung (PDF)