Macht Sprache Gewalt - Eine Diskussion

Pressemitteilung 10/2018 - Psyche und Gesellschaft

Frage: Psyche und Gesellschaft – so lautet die Veranstaltungsreihe der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV). In diesem Jahr wird im Format eines Lunch-Talks zum Thema „Macht Sprache Gewalt“ diskutiert. Was bewegt Ihren Verband, dieses Thema aufzugreifen?

Lubisch: Wir sehen mit Sorge, wie sich die Atmosphäre und Sprache in unserer Gesellschaft zum Negativen verändert. Wir möchten dabei nicht tatenlos zusehen, sondern uns mit unserer fachlichen Expertise aktiv an einer konstruktiven Diskussion über mögliche Hintergründe und Handlungsmöglichkeiten beteiligen.

Frage: Ruppiger Umgangston in Wort und Schrift sind inzwischen weit verbreitet, in den Medien und auch in der Politik. Welche Auswirkungen auf das allgemeine und persönliche Tun hat das? Fördert verrohte Sprache auch verrohtes Handeln? Sind damit Gewaltausbrüche erklärbar und zu verstehen?

Lubisch: Oft beobachten wir Parallelen zwischen roher, verwahrloster Sprache und entsprechenden Handlungen. Durch einen negativ gefärbten Sprachgebrauch wird die Wahrnehmung verändert, und in Folge auch das Verhalten. Die Realisierung, was nur bis an die Grenze geht und was diese deutlich überschreitet, wird inzwischen oftmals verwischt.

Frage: Wie können wir alle es lernen, durch sorgfältigeren Sprachgebrauch einem weiteren Verfall unbedachter Sprache entgegen zu wirken?

Lubisch: Wir können darauf achten, sensibler und vorsichtiger mit der täglichen Sprache umzugehen, gerade auch in den elektronischen Medien und sozialen Medien. Unsicherheiten und Ängste sind häufig die Ursache für pauschale und abwertende Ausdrucksweisen. Scheinbare Anonymität im Netz darf nicht dazu verführen, unachtsam oder aggressiv mit anderen Menschen und Gruppierungen zu kommunizieren.

Frage: Diskussion ist eines, die Vermittlung der Erkenntnisse ist das andere. Welchen Nutzen können Bürger, Politiker und andere Entscheider daraus ziehen?

Lubisch: Wir wollen uns als Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten aktiv in die politische und gesellschaftspolitische Diskussion einbringen. Unser Verband steht als Ansprechpartner für das Thema zur Verfügung.

Frage: Wen wollen Sie mit dem DPtV LunchTalk erreichen?

Lubisch: Unser Ziel ist es, eine breite Mischung der Gesellschaft zu erreichen, auch die Fachkollegen, aber ebenso den Bürger von Nebenan und natürlich die Beteiligten im politischen Geschehen.

Vielen Dank.
Berlin, 15. November 2018

Pressemitteilung (Pdf)


Die Deutsche PsychotherapeutenVereinigung (DPtV) diskutiert das Thema „Macht Sprache Gewalt“ bei der gesellschaftspolitischen Veranstaltung PSYCHE UND GESELLSCHAFT mit dem Psychotherapeuten Prof. Rainer Richter, ehemaliger langjähriger Präsident der Bundespsychotherapeuten Kammer und dem spiegel-online Journalisten Georg Diez. Dipl.-Psych. Barbara Lubisch, DPtV-Bundesvorsitzende, führt durch die Veranstaltung.

Titel: Macht Sprache Gewalt?

Datum: Mittwoch, 21. November 2018, 12-14 Uhr

Ort: Landesvertretung Bremen, Hiroshimastr. 24, 10785 Berlin

Anmeldungen sind notwenig.

https://www.deutschepsychotherapeutenvereinigung.de/veranstaltungen/psyche-und-gesellschaft/ 

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