Pressemitteilung 11/2009 - DPtV: Depressionen sind wirksam mit Psychotherapie zu behandeln

Eine medikamentöse Therapie sollte nicht im Vordergrund stehen.

Depressionen sind wirksam und erfolgreich mit Psychotherapie zu behandeln, betonte jetzt in Berlin der Bundesvorsitzende der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV), Dipl.-Psych. Dieter Best. „Eine medikamentöse Therapie sollte nicht im Vordergrund stehen“, bekräftigte Best. „Tatsache ist, dass Depressionen wie viele andere psychische Erkrankungen meist psychologisch gut erklär- und behandelbar sind.“

 

Es gibt viele Formen von Depressionen - nur bei wenigen kann von einem erhöhten genetischen Risiko ausgegangen werden. Bei der Entstehung einer Depression spielen psychologische, soziale und biologische Ursachen in individuell unterschiedlicher Gewichtung eine Rolle. Für die Erklärung des akuten Ausbruchs einer Depression ist ein sog. Vulnerabilitäts-Stress-Modell hilfreich, wonach ein belastendes Ereignis, z.B. der Tod eines Angehörigen, eine Trennung oder ein Arbeitsplatzverlust auf vorgeprägte problematische Denk-, Fühl- und Verhaltensmuster trifft. „Leider verunsichern viele der derzeitigen Presseveröffentlichungen die betroffenen Menschen eher als dass sie zur sachlichen Aufklärung beitragen“, so Best. „Depressionen sind keine unheimlichen, den Menschen plötzlich überfallende und nicht vorhersehbare Krankheiten.“

 

Die meisten Formen der Depression seien psychologisch gut verständlich und mit Psychotherapie sehr gut behandelbar. Die gerade veröffentlichte S 3 - Leitlinie zur Unipolaren Depression empfiehlt Psychotherapie bei allen Schweregraden. Die medikamentöse psychiatrische Behandlung ist eine zusätzliche Option, die nicht im Vordergrund stehen sollte. Die Leitlinie empfiehlt, dass bei der Behandlung akuter leichter bis mittelschwerer depressiver Episoden eine Psychotherapie angeboten werden soll, bei einer schweren depressiven Episode eine Kombinationsbehandlung mit einem Medikament.

 

Leider werden entgegen den Empfehlungen der Nationalen Versorgungsleitlinie in der hausärztlichen Praxis zu häufig Antidepressiva verschrieben und Depressionen zu selten korrekt diagnostiziert.

 

„Oft fehlen die ausreichenden Kenntnisse für die Diagnostik“, sagte Best und betonte, wie wichtig für die Patienten die richtige, zeitnahe Diagnose durch erfahrene Fachleute ist. Dies gelte auch für andere Erkrankungen, wie Angststörungen, somatoforme Störungen, Demenz etc.

 

Symptome einer Depression sind eine anhaltende gedrückte, wenig modulierte Stimmung, Freudlosigkeit, Antriebsminderung, starke Selbstzweifel und Schuldgefühle und, was für die meisten Patienten das Schlimmste ist, ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit. Wer solche Symptome an sich selbst und an Angehörigen beobachtet, sollte professionelle Hilfe suchen.

 

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