Novellierung des Psychotherapeutengesetzes - PsychThGAusbRefG


Nachdem wir jahrelang auf eine Novellierung des Psychotherapeutengesetzes und die Reform der Ausbildung gewartet haben, macht der Gesetzgebungsprozess jetzt Riesenfortschritte: Am 3. Januar 2019 veröffentlichte das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) einen Referentenentwurf zum Psychotherapeutenausbildungsreformgesetz (PsychThGAusbRefG), am 4. Februar 2019 fand im BMG eine Anhörung von Verbänden statt, am 28. Februar 2019 beschloss das Kabinett den Regierungsentwurf. Im April 2019 erfolgte die erste Stellungnahme des Bundesrats, am 9. Mai 2019 die erste Lesung im Bundestag, gefolgt von der Anhörung am 15. Mai 2019 und die endgültige Verabschiedung soll bis zur Sommerpause 2019 erfolgen – vorausgesetzt, die Politik bleibt sich einig.

Was bisher geschah

Die Schaffung der eigenverantwortlich tätigen akademischen Heilberufe Psychologischer Psychotherapeut*in (PP) und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*in (KJP) war eine große Errungenschaft für unsere Berufsgruppe. Allerdings wies das 1999 neu geschaffene Psychotherapeutengesetz (PsychThG) von Anfang an Schwachstellen und rechtliche Grauzonen auf. Eine große Schwachstelle war und ist der unklare rechtliche Status von PiA, der verschiedene nicht hinnehmbare Nachteile mit sich bringt: ungelöste Haftungsfragen, unklare bis nicht vorhandene Vergütungsregelungen, kein geregelter Anspruch auf Urlaub, Mutterschutz oder Sozialversicherung et cetera. Dies führt zu einer mehrjährigen prekären Lebenssituation von ausgebildeten Akademiker*innen und ist ein unhaltbarer Zustand, gegen den sich PiA seit Jahren mit Protestaktionen, wie zum Beispiel Demonstrationen, Flashmobs, Protestvideos und anderen Veröffentlichungen, wehren. Teilweise wurden sogenannte kleine Lösungen vorgeschlagen: Praktikumsvergütung, ein Referendariatsmodell oder eine beschränkte Behandlungserlaubnis wie beim Arzt im Praktikum (AiP). Aber keine eignete sich dazu, eine geregelte Vergütung von PiA langfristig zu sichern.

Was wir fordern

Mit einer Approbation (analog des Medizinstudiums) im Anschluss an ein Psychotherapiestudium könnte es jedoch gelingen, in der Weiterbildung eine Vergütung zu sichern. Von Anfang an war die DPtV für eine arbeitsrechtlich und strukturell klare Lösung, die sich dennoch mindestens an der bisherigen hohen Qualität und den bestehenden Ausbildungsstrukturen orientiert. Das ermöglicht eine strukturelle Anpassung an andere akademische Heilberufe. Bereits 2014 hat sich der Berufsstand auf dem Deutschen Psychotherapeutentag erstmals mit großer Mehrheit für ein Psychotherapiestudium mit anschließender Weiterbildung ausgesprochen.

Was können Sie tun

Wir bitten alle Kolleginnen und Kollegen, die Reform des Psychotherapeutengesetzes mit dem „Herzstück“ der Ausbildungsreform zu unterstützen. Dies sichert nicht nur eine gute fachliche Qualifizierung zukünftiger Psychotherapeut*innen, sondern gibt dem ganzen Berufsstand durch die strukturelle Parallelisierung mit den anderen akademischen Heilberufen eine solide, verbesserte Basis im stationären und ambulanten Bereich des Gesundheitssystems.