Aktuelles zur psychotherapeutischen Versorgung

Prognose Bedarfsplanung – 776 neue Sitze

In der Sitzung am 16. Mai 2019 verabschiedete der G-BA die längst überfällige Reform der Bedarfsplanung und schafft so 776 neue Psychotherapeutensitze. Das bleibt weit hinter den Erwartungen an eine substanzielle Aufwertung der psychotherapeutischen Versorgung zurück. Das Ziel für die DPtV ist weiterhin der Einsatz für eine flächendeckende ambulante psychotherapeutische Versorgung mit akzeptablen Wartezeiten.

Die genaue Anzahl und Verteilung der Sitze wird vom jeweiligen Landesausschuss bis Ende 2019 beschlossen und bekanntgegeben. Erste Schätzungen, zum Beispiel von der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK-Newsletter 2/2019), liegen bereits vor. Grob kann bereits gesagt werden, dass diese neuen Versorgungsaufträge nicht in den Städten, sondern im ländlichen Raum angesiedelt werden. Somit ist spätestens im Dezember 2019 mit weiteren Informationen der jeweiligen KV zum Bewerbungsprozedere auf diese Praxissitze zu rechnen.

Weitere Infos zur Prognose und Bewerbung auf die neuen Praxissitze für Mitglieder im INTERNEN Bereich.

Seit dem 11. Mai 2019 ist das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) in Kraft. Was bedeutet das für uns Psychotherapeuten*innen?


Der vielfältige Protest gegen die im TSVG vorgesehene „gestufte und gesteuerte Versorgung“ war erfolgreich: Dieser Passus im § 92 wurde im TSVG gestrichen. Die Stellungnahmen, die Gespräche mit Politikern und insbesondere die von gut 200.000 Menschen unterstützte Petition haben die Politiker*innen und den Gesundheitsminister Jens Spahn stark beeindruckt. Gleichwohl erklärte Spahn mehrfach er wolle „nicht nichts machen“ und es wurden neue Vorschläge zum § 92 Abs.6a entwickelt. Diese neuen Vorschläge wurden nun in das Ausbildungsreformgesetz (PsychThGAusbRefG) eingefügt. Der Gemeinsame Bundesausschuss kann dabei Regelungen treffen, die diagnoseorientiert und leitliniengerecht den Behandlungsbedarf konkretisieren. Diese Formulierungen würden es möglich machen, die Psychotherapie-Richtlinie in Richtung indikationsbezogener Kontingente umzubauen.

Das lehnen wir strikt ab! Der Änderungsvorschlag a) zum § 92 Abs. 6a SGB V im PsychThGAusbRefG ist deshalb zu streichen.

Es wird durch das TSVG auch für die Psychotherapeut*innen weitere (unerfreuliche) Folgen geben: Die Erhöhung der Grundpauschale für Patient*innen die über die Terminservicestelle kommen und innerhalb bestimmter Fristen einen Termin bekommen wird sich bei uns kaum auswirken, weil die Grundpauschalen bei uns nur einen sehr geringen Anteil an der Leistung ausmachen. Der vorgesehene Ausbau der Terminservicestellen könnte Verpflichtungen zur Terminvergabe auch für Psychotherapeut*innen nach sich ziehen. Die Erhöhung der wöchentlichen Mindestsprechstundenzeit von 20 auf 25 Stunden wurde gemeinsam von der Ärzteschaft und den Psychotherapeut*innen heftig bekämpft – die Politik hat dies trotzdem im TSVG so beschlossenen. Zur Überprüfung ist vom Gesetz die Ausarbeitung verbindlicher bundesweiter Vorgaben vorgesehen. In den verschiedenen Gremien wird derzeit verhandelt, wie diese Vorgaben des TSVG bundeseinheitlich umgesetzt werden. Wir werden uns beteiligen und Sie weiter informieren.